Abend-Brief, Dienstag, 25. August

Abendausgabe, Dienstag, 25. August, 18:33.

Von KI erstellter Text und synthetische Stimme. Wie dieser Text entsteht

Eine Ausgabe aus dem Archiv. Neueste Ausgabe

1Energie & Handel

Kanada kontert, nachdem Trumps Handelsgespräche platzen

Neu

Kanada ist vom Protest zur Vergeltung übergegangen und kündigte Zölle auf US-Waren im Wert von 27,6 Milliarden C$, rund 20 Milliarden US-Dollar, an, nachdem die Verhandlungen mit Washington gescheitert waren. Die Abgaben betreffen mehr als 700 Artikel, darunter Stahl, Aluminium, Milchprodukte, landwirtschaftliche Geräte, Haushaltsgeräte, Elektronik, Kleidung und Meeresfrüchte, mit Zollsätzen von 15 %, 25 % und 50 %. Ottawa erklärte, die Zölle würden am 8. September in Kraft treten, nur für Waren mit Ursprung in den Vereinigten Staaten gelten und damit die Maßnahmen spiegeln, die das Weiße Haus verhängt hatte, nachdem Gespräche über Zollerleichterungen für schwere Fahrzeuge gescheitert waren.

François-Philippe Champagne stellte die Reaktion als Verteidigung dar, nicht als Inszenierung.

„Wir haben diesen Konflikt nicht gewählt, aber wenn unsere wirtschaftliche Integration als Waffe eingesetzt wird statt als Grundlage für eine Win-win-Partnerschaft, müssen wir uns behaupten.“

François-Philippe Champagne

Der Streit reicht nun tief in die Verflechtungen der nordamerikanischen Industrie hinein. Donald Trump hat damit gedroht, die US-Zölle auf kanadische Autos, Lastwagen und Teile am 1. Januar auf 50 % anzuheben, falls Ottawa die amerikanischen Bedingungen nicht akzeptiert, während Mark Carney Washington vorwarf, Kanadas Automobil-, Stahl- und Aluminiumsektor schwächen zu wollen. Ottawa legte mehr als 7 Milliarden C$ an Hilfen für betroffene Firmen und Beschäftigte nach, doch Hilfszahlungen werden die Berechenbarkeit, die grenzüberschreitende Lieferketten brauchen, nicht leicht ersetzen. Der Streit ist bedeutsam, weil er eine der am stärksten integrierten Handelsbeziehungen der Welt zu einem Test dafür macht, wie viel Schmerz zwei enge Nachbarn einander zufügen werden, bevor Fabriken, Preise und Wähler sie zurück an den Verhandlungstisch zwingen.

Nach Berichten von: Reuters, New Statesman, Bloomberg Business, Al Jazeera Online, Franceinfo, Financial Times News

2Konflikte

Washington verschärft Iran-Druck nach Hormus-Behauptung

Fortsetzung von heute Morgen.

Washington weitete seine Kampagne gegen Iran mit der Operation Economic Outcast aus, einem Sanktionspaket, das auf Ölexporte, Schifffahrt, digitale Vermögenswerte, Gold, Luftfahrt und Beschaffungsnetzwerke zielt. Das Finanzministerium setzte mehr als 60 Personen, Unternehmen und Schiffe in Ländern wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, China, Singapur und der Schweiz auf die Sanktionsliste, während Scott Bessent warnte, Banken und Regierungen, die verbotene Verbindungen zu Teheran aufrechterhielten, könnten den Zugang zum Dollar-Clearing verlieren. Er sagte außerdem, Washington werde Institutionen eine Frist zur Abwicklung einräumen, ein seltenes Zugeständnis an das Risiko, dass finanzielle Schocktherapie auch dem Arzt schaden kann.

Bessent beschrieb das Ziel in ungewöhnlich unverblümten Worten.

„Wir starten einen wirtschaftlichen Angriff auf jede einzelne finanzielle Verbindung Irans auf diesem Planeten. Unser Ziel ist es, jede wirtschaftliche Lebensader zu durchtrennen, die dieses Regime am Leben hält, bis Iran völlig allein ist.“

Scott Bessent

Die wirtschaftliche Maßnahme folgte auf eine monatelange militärische Eskalation. Die Kämpfe begannen nach US-amerikanischen und israelischen Luftangriffen auf iranische Ziele, woraufhin der Iran mit Vergeltungsaktionen gegen Israel, US-Militäranlagen in der Region und arabische Golfstaaten reagierte und zugleich die Straße von Hormus schloss, eine Route, über die zuvor 20 % der weltweiten Öl- und Flüssigerdgastransporte abgewickelt wurden. Donald Trump sagte, die US-Marine habe iranische Minen in der Wasserstraße geräumt oder gesprengt, und warnte, jedes neue Minenlegeschiff werde zerstört; iranische Behörden äußerten sich zunächst nicht zu der Behauptung.

Die Druckkampagne ist wichtig, weil sie versucht, auf dem Schlachtfeld gewonnene Hebelwirkung in finanzielle Isolation umzumünzen, doch Chinas Widerstand und die Fragilität des Dollarsystems selbst machen daraus weniger einen sauberen Würgegriff als ein gefährliches Zusammendrücken von Leitungen, die alle benutzen.

Nach Berichten von: wnp.pl, Do Rzeczy, rmf24.pl, Rzeczpospolita, Business Insider, forsal.pl

3Diplomatie

Ratcliffe fliegt nach Moskau, Verbündete rüsten Kiew

Fortsetzung von heute Morgen.

John Ratcliffe traf mit einem US-Militärtransportflugzeug in Moskau ein und eröffnete damit einen unangekündigten Geheimdienstkanal zu einer Zeit, in der die offizielle Diplomatie zwischen Washington und Moskau festgefahren ist. Flugverfolgungsdaten zeigten eine C-17A der US Air Force auf einer Route über Riga nach Wnukowo, Berichten zufolge war der CIA-Direktor der wichtigste Passagier. Dmitri Peskow sagte, der Kreml habe keine Informationen über das Flugzeug und keine Treffen mit amerikanischen Vertretern geplant, ein Dementi, das den Besuch entweder sehr diskret oder sehr peinlich wirken ließ.

Auch der Vatikan erhöhte den Druck auf Moskau: Erzbischof Paul Richard Gallagher traf Sergej Lawrow zu den ersten persönlichen Gesprächen auf Ministerebene zwischen dem Heiligen Stuhl und Russland seit 2021. Im Mittelpunkt der Gespräche standen humanitäre Fragen, darunter ukrainische Kinder, medizinische Hilfe und Gefangenenaustausch, und Gallagher machte geltend, dass der Krieg nicht allein mit Waffen beigelegt werden könne.

„Es ist daher dringend und notwendig, ihn zu beenden und über den Konflikt hinauszublicken.“

Paul Richard Gallagher

Kyjiw erhielt jedoch mehr als Gebete und stille Kanäle. Die Europäische Union billigte neue Militärhilfe in Höhe von 6,1 Milliarden Euro für Luftverteidigung, Raketen, Munition und Radar, während der britische Premierminister Andy Burnham ein Verteidigungsabkommen unterzeichnete, das Großbritannien Zugang zur ukrainischen Plattform Avengers AI Labs gewährt und Technologietransfers im Zusammenhang mit Komponenten der Raketen Storm Shadow und SCALP ermöglicht. Burnham nutzte seine erste Auslandsreise als Premierminister, um die Verbündeten aufzufordern, auf ihre eigenen Bestände an Luftverteidigung zurückzugreifen.

Das ist wichtig, weil die Ukraine-Diplomatie nun auf zwei Gleisen zugleich läuft: geheime Gespräche mit Moskau und eine offene Beschleunigung von Kyjiws Fähigkeit, weiterzukämpfen.

Nach Berichten von: Reuters, tagesschau.de, Der Tagesspiegel, DIE WELT, The Irish Times, BBC

4Konflikte

Deutschland jagt Drohnensaboteure, Slowakei vereitelt Brandanschlag

Neu

Deutsche Ermittler haben nahe dem Flughafen Leipzig/Halle eine weitere Drohne und militärischen Sprengstoff gefunden. Damit weitet sich ein Fall aus, der bereits als schwerer Angriff auf die Verkehrs- und Logistikinfrastruktur eingestuft wird. Der Flughafen dient als wichtiger Frachtknotenpunkt und hat militärische Fracht mit Bezug zur Ukraine abgefertigt. Anfang dieses Monats fanden die Behörden eine mit Sprengstoff beladene Drohne auf einer Rollbahn nahe einer ukrainischen Antonow An-124, während ein DHL-Frachtflug nach der Sperrung der Start- und Landebahn eine Kollision nahe dem Flughafengelände meldete. Bundesermittler stellten außerdem Kommunikationsausrüstung sicher und brachten DNA-Spuren an der ersten Drohne mit Material aus einem früheren Leipziger Vorfall in Verbindung.

Friedrich Merz sagte, die Regierung werde bald Erkenntnisse über die Verantwortlichen vorlegen.

„Deutschland gerät zunehmend ins Fadenkreuz hybrider Angreifer. Angreifer werden immer skrupelloser und nehmen selbst schwere Sachschäden, Verletzte und Tote in Kauf.“

Friedrich Merz

Die Slowakei meldete einen gesonderten, aber ähnlich gelagerten Fall. Die Polizei erklärte, sie habe einen Brandanschlag auf eine Fabrik für unbemannte Luftfahrtsysteme im Osten des Landes verhindert, in der sich etwa 70 Beschäftigte befanden, als der Angriff stattfinden sollte. Beamte beschlagnahmten mit Polystyrol vermischtes Benzin, Werkzeuge, Mobiltelefone, eine Actionkamera und einen handgezeichneten Plan des Ziels, während zwei Verdächtige in der Slowakei und ein dritter in Deutschland festgenommen wurden. Slowakische Beamte sagten, die Verdächtigen hätten auf Anweisung anderer gehandelt, nannten aber nicht, wer den Plan in Auftrag gegeben hatte.

Das Muster ist wichtig, weil Europas rückwärtige Räume, Flughäfen, Depots und Fabriken zunehmend wie Teile des Schlachtfelds wirken, auch wenn keine Armee eine Grenze überschreitet.

Nach Berichten von: ANSA.it, Frankfurter Allgemeine, The Irish Times, NOS, Deutsche Welle, Reuters

5Wirtschaft

Volkswagen konfrontiert Arbeiter mit tieferen Kürzungen

Neu

Oliver Blume stellte sich in Wolfsburg mehr als 10.000 Volkswagen-Beschäftigten und verteidigte einen Restrukturierungsplan, durch den weltweit bis zu 50.000 zusätzliche Stellen wegfallen könnten. Der neue Stellenabbau käme zu einem bestehenden Programm hinzu, das auf den Abbau von 50.000 Stellen abzielt, womit sich die mögliche Gesamtzahl bis 2030 auf 100.000 in rund 170 Konzerneinheiten erhöhen würde. Blume sagte, die derzeitigen operativen Margen von etwa 3,8 % könnten die Zukunft des Unternehmens nicht finanzieren, und verwies auf chinesische Konkurrenz, hohe deutsche Kosten und US-Importzölle. Die Beschäftigten antworteten mit Buhrufen, Pfiffen und Transparenten, auf denen dem Management vorgeworfen wurde, Arbeitsplätze zur Bilanzkorrektur zu nutzen.

Volkswagen-Stellenstreichungen in DiskussionStellen
  • Bestehendes Programm50.000
  • Zusätzlich in Prüfung50.000
  • Mögliche Summe bis 2030100.000

Das Management prüft außerdem eine Verringerung der jährlichen europäischen Produktionskapazität um 500.000 Fahrzeuge, wobei die Zukunft von Standorten wie Emden, Hannover, Zwickau und Audis Werk in Neckarsulm noch ungeklärt ist. Blume bezeichnete Schließungen als letztes Mittel und versprach Pläne für die Werke binnen sechs bis zwölf Monaten, doch Daniela Cavallo, die Vorsitzende des Betriebsrats, argumentierte, die Kürzungen wirkten, als seien sie eher für Investoren als für die Industrie gemacht. Niedersachsen, das nach dem Volkswagen-Gesetz gemeinsam mit Arbeitnehmervertretern über Vetorechte verfügt, lehnte betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen ebenfalls ab.

Cavallo brachte das Verhältnis schlicht auf den Punkt.

„Unser Vertrauen in den Vorstand dieses Unternehmens, und insbesondere in seinen CEO Oliver Blume, ist beschädigt worden. Noch nicht irreparabel, aber dennoch beschädigt.“

Daniela Cavallo

Das ist wichtig, weil Volkswagen in Deutschland kein gewöhnlicher Autohersteller ist; wenn seine Elektrowende zu einem Kampf zwischen Zahlungsfähigkeit und sozialem Frieden wird, wird Berlins Industriemodell die Delle spüren, bevor das nächste Modell vom Band rollt.

Nach Berichten von: Reuters, Norddeutscher Rundfunk, Deutsche Welle, De Morgen, Focus, Stirile ProTV

Das war die ganze Ausgabe.

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