
Vatikan-Außenminister trifft Sergej Lawrow in Moskau, um Friedensgespräche für die Ukraine zu drängen
Erzbischof Paul Richard Gallagher führte am Dienstag Gespräche mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow in Moskau, forderte ein Ende des viereinhalb Jahre währenden Krieges in der Ukraine und konzentrierte sich auf humanitäre Abkommen.
Erste Ministergespräche seit 2021
Erzbischof Paul Richard Gallagher, der Außenminister des Vatikans, offiziell als Sekretär für die Beziehungen zu den Staaten bezeichnet, traf am 25. August 2026 in Moskau mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zusammen. Die Begegnung stellt das erste persönliche diplomatische Treffen zwischen Vertretern des Heiligen Stuhls und Russlands seit November 2021 dar, vor der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz nach den Gesprächen erklärte der in Großbritannien geborene Prälat, dass der viereinhalb Jahre währende Krieg nicht mit militärischen Mitteln gelöst werden könne, und forderte sowohl Moskau als auch Kiew auf, guten Willen und Offenheit für echte Verhandlungen zu zeigen. Gallagher betonte, dass jeder weitere Tag der Feindseligkeiten zusätzliche zivile Opfer fordere und eine künftige Versöhnung zwischen Russland und der Ukraine zunehmend erschwere.
Es ist daher dringend und notwendig, den Konflikt zu beenden und über ihn hinauszublicken.
Humanitäre Zusammenarbeit und Vermittlungsbemühungen
Humanitäre Fragen bildeten den Kern der Gespräche in Moskau, insbesondere die Rückführung ukrainischer Kinder zu ihren Familien, medizinische Hilfe für Verwundete und der gegenseitige Austausch von Kriegsgefangenen. Gallagher betonte, dass konkrete Fortschritte bei humanitären Dossiers dazu dienen, eine minimale Vertrauensbasis zwischen den Kriegsparteien zu schaffen. Der Heilige Stuhl bekräftigte sein Engagement für eine anhaltende diplomatische Beteiligung und bestätigte, dass Kardinal Matteo Zuppi, der Präsident der Italienischen Bischofskonferenz, seine Vermittlungsmissionen fortsetzen wird. Zuppi reiste bereits im Sommer 2023 und erneut 2024 nach Moskau, um die Rückführung von Kindern und humanitäre Abkommen zu erleichtern.
- Erzbischof Gallagher besucht Moskau für bilaterale Gespräche mit Sergej Lawrow vor dem groß angelegten Krieg.
- Kardinal Matteo Zuppi besucht Moskau, um humanitäre Kanäle für Kinderrückführungen und Gefangenenaustausche zu öffnen.
- Kardinal Zuppi unternimmt eine zweite diplomatische Mission nach Moskau, um die humanitäre Zusammenarbeit aufrechtzuerhalten.
- Papst Leo gibt einen öffentlichen Appell heraus, in dem er die steigenden zivilen Opfer beklagt und ein Ende der Kämpfe fordert.
- Erzbischof Gallagher trifft Lawrow in Moskau zu den ersten Ministergesprächen des Heiligen Stuhls seit fünf Jahren.
Aktive Neutralität und Völkerrecht
Während der Gespräche wies Gallagher auf die Haltung des Heiligen Stuhls der aktiven Neutralität hin und betonte, dass diplomatisches Engagement auch bei schweren internationalen Zerwürfnissen fortgesetzt werden müsse. In seinen Eröffnungsbemerkungen erklärte der Erzbischof, dass Dialog wichtiger denn je sei, und äußerte tiefe Besorgnis über den kontinuierlichen Anstieg der Opferzahlen, da beide Militärs ihre Angriffe mit großer Reichweite ausweiten. Gallagher bestand auf strikter Einhaltung des humanitären Völkerrechts und dem Schutz der Zivilbevölkerung. Die Gespräche spiegelten auch jüngste Appelle von Papst Leo wider, der am 9. August 2026 vor der wachsenden Zahl ziviler Opfer warnte und die Bereitschaft der katholischen Kirche bekräftigte, geistliche, diplomatische und humanitäre Hilfe zu leisten.
Bilaterale Beziehungen und Kreml-Programm
Gallagher beschrieb das Treffen mit Lawrow als offen und konstruktiv und stellte fest, dass zwar erhebliche Meinungsverschiedenheiten bestehen, aber mehrere Bereiche der Übereinstimmung identifiziert wurden. Neben dem Krieg in der Ukraine erörterten die beiden Diplomaten die bilateralen Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Russland sowie Sicherheitsentwicklungen in anderen Regionen, einschließlich des Nahen Ostens. Lawrow lobte den Vatikan für seine ausgewogene Haltung und kündigte an, dass die russische Regierung bereit sei, regelmäßige politische Konsultationen auf der Ebene der stellvertretenden Außenminister wieder aufzunehmen. Gallagher, der im Sommer 2026 bereits Besuche in der Ukraine abgeschlossen hatte, wird seine Mission in Moskau bis zum 28. August 2026 fortsetzen, mit geplanten Terminen, die einen vom Präsidentensprecher Dmitri Peskow bestätigten Termin im Kreml einschließen.


