Volkswagen plant 50.000 zusätzliche Stellenstreichungen zur Kostensenkung – Spannungen mit Gewerkschaften in Deutschland nehmen zu
Volkswagen-Chef Oliver Blume kündigte Pläne an, bis 2030 weitere 50.000 Stellen in rund 170 Unternehmen zu streichen, wobei etwa die Hälfte deutsche Standorte betrifft.
Wolfsburger Versammlung und Personalabbau
Volkswagen-Chef Oliver Blume sprach am Dienstag vor mehr als 10.000 Mitarbeitern am Konzernsitz in Wolfsburg, um einen Umstrukturierungsplan vorzustellen, der 50.000 zusätzliche Stellen streicht. Die neue Maßnahme baut auf dem Plan von 2024 auf, der bis 2030 insgesamt 100.000 Stellen in rund 170 Konzernunternehmen abbauen soll. Blume erklärte, dass etwa die Hälfte der 100.000 Stellenstreichungen in Deutschland durch freiwillige Abgänge, Vorruhestand, Aufhebungsverträge und strenge Einstellungsstopps erfolgen werde. Arbeiter versammelten sich innerhalb und außerhalb von Halle 11 und begrüßten den Vorstand mit Buhrufen und Pfiffen während der ersten von neun geplanten Betriebsversammlungen. IG-Metall-Mitglieder zeigten Protestbanner mit Slogans, die sich gegen Vertragsverletzungen und Bilanzanpassungen auf Kosten von Arbeitsplätzen richteten.
- Deutschland
- 50000 Arbeitsplätze
- Internationale Standorte
- 50000 Arbeitsplätze
Industrielle Kürzungen und Werksunsicherheit
Neben dem Personalabbau bereitet das Management die Streichung von 500.000 Fahrzeugen aus der jährlichen Produktionskapazität von Volkswagen in Europa vor. Das Unternehmen plant, Verwaltungsebenen zu verschlanken und sowohl Fahrzeugmodelle als auch Ausstattungsoptionen zu reduzieren, um sich an die schwächere Nachfrage anzupassen. Vier Produktionsstandorte haben derzeit keine tragfähigen Produktionspläne für die 2030er Jahre: die Volkswagen-Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie das Audi-Werk in Neckarsulm. Blume erklärte, dass Werksschließungen die teuerste Lösung und das letzte Mittel seien, und setzte einen Zeitrahmen von sechs bis zwölf Monaten, um für jeden Standort tragfähige industrielle Perspektiven zu skizzieren. Betriebsratsvertreter warnten, dass die Schließung dieser vier Standorte die Gesamtzahl der Konzernstellenstreichungen auf 140.000 erhöhen könnte.
- Managementplan
- 100000 Arbeitsplätze
- Gewerkschaftsschätzung mit Werksschließungen
- 140000 Arbeitsplätze
Finanzieller Druck und strukturelle Kosten
Das Unternehmen plant, mindestens 10 Milliarden Euro an allgemeinen Gemeinkosten zu streichen, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen. Die operative Gewinnmarge von Volkswagen liegt bei 3,8 %, ein Niveau, das Blume als unzureichend bezeichnete, um notwendige Zukunftsinvestitionen zu finanzieren. Der Autobauer hat einen Fixkostennachteil von 30 % gegenüber mehreren Hauptwettbewerbern, verursacht durch hohe deutsche Betriebskosten und rückläufige Verkäufe in China. Weitere geschäftliche Gegenwinde sind neue US-Zölle, geopolitische Risiken, hohe Investitionen in die Elektrifizierung und Unterauslastung der Werke in europäischen Standorten.
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Gewerkschaftlicher Widerstand und Aktionärsdruck
Arbeitsführer und Arbeitnehmervertreter lehnten den Managementvorschlag während des Wolfsburger Treffens entschieden ab, nachdem es bereits bei einer Aufsichtsratssitzung im Juli zu Auseinandersetzungen zwischen Aktionären und Gewerkschaften gekommen war. Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo kritisierte die Kürzungen und bezeichnete die zusätzliche Zahl von 50.000 als eine marktgefällige Zahl und nicht als konkreten Industrieplan.
Unser Vertrauen in das Konzernmanagement und insbesondere in CEO Oliver Blume ist beschädigt. Es ist nicht irreparabel, aber es ist beschädigt.
IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger stellte fest, dass die Mitarbeiter bereits 1,5 Milliarden Euro zu Sanierungsmaßnahmen beigetragen hätten, und bestand darauf, dass die Autoproduktion nicht abgebaut werden dürfe.
Der Wirtschaftsminister von Niedersachsen, ein staatlicher Aktionär von Volkswagen, stellte ebenfalls das Ausmaß der Kürzungen in Frage, während die Holdinggesellschaft Porsche SE den Vorstand aufforderte, schnell zu handeln, um die kritische Phase des Unternehmens zu bewältigen.Kosten senken allein ist noch keine Strategie für die Zukunft.


