Kolumbien gräbt sich nach tiefem Beben frei
Fortsetzung vom gestrigen Abend.
Kolumbien leitete Rettungsarbeiten ein, nachdem sich in der Nähe von San Jose del Palmar in Chocó in 96 km Tiefe ein Erdbeben der Stärke 7,4 ereignet hatte. Wegen der Tiefe waren die Erschütterungen über ein weites Gebiet spürbar; sie beschädigten Gebäude und schleuderten Trümmer auf Straßen, von der Kaffeeanbauregion bis in historische Stadtzentren. Die Behörden bezifferten die Zahl der Todesopfer auf mindestens 82, wobei Risaralda 42 Opfer meldete, und Präsident Abelardo De La Espriella rief nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt den nationalen Notstand aus.
- Gemeldete Tote insgesamt82
- Tote in Risaralda42
Das Beben traf auch Kolumbiens Kulturerbe. In Manizales verlor die Kathedrale einen Turm, ihre Kuppel und die Christusfigur vom zentralen Glockenturm. Die Basilika Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz, ein Nationaldenkmal, erlitt tiefe Risse, während das Heiligtum Unserer Lieben Frau von Fatima bis zur Begutachtung geschlossen wurde. Pfarrer Adalberto Lopez sagte, die elf Missionare, die in der Nähe des Heiligtums leben, hätten überlebt.
„Es gab große Schäden, viele Bauwerke und kirchliche Gebäude wurden beschädigt. Gott sei Dank wurden bisher keine Opfer gemeldet.“
Die Zahl der Opfer könnte noch steigen, wenn Behördenvertreter die betroffenen Gebiete erreichen und Meldungen aus der Nähe des Epizentrums überprüfen. Kolumbien muss nun Rettung, Unterbringung und Triage beim Kulturerbe zugleich organisieren, ein harter erster Kompetenztest für einen Präsidenten, der kaum im Amt war.
Nach Berichten von: Al Jazeera Online, Mediapart, EL PAÍS, France 24, RFI, RTVE.es