Iran testet in der Schweiz die 60-Tage-Uhr
Fortsetzung von heute Morgen.
Verhandler aus den USA und dem Iran haben am Bürgenstock Gespräche aufgenommen, wobei Pakistan und Katar versuchen, ein Memorandum binnen 60 Tagen in einen Vertrag zu verwandeln. Die Tagesordnung umfasst Irans Atomprogramm, Sanktionserleichterungen, Ölexporte und die Waffenruhe im Libanon, die beide Seiten bereits als erste harte Bewährungsprobe der Papiervereinbarung behandeln. JD Vance gab sich zur Eröffnungssitzung optimistisch.
„Ich glaube, dass wir, wenn alles gut läuft, sowohl in der Atomfrage als auch bei der Waffenruhe im Libanon vorankommen können.“
Die Straße von Hormus wurde rasch zum Druckmittel. Der Iran erklärte, die Revolutionsgarden hätten die Wasserstraße nach israelischen Angriffen im Libanon und nach dem, was Teheran als Versagen der USA bei der Durchsetzung der Waffenruhe bezeichnete, geschlossen. Das US Central Command wies diese Darstellung zurück und erklärte, am Samstag seien 55 Handelsschiffe mit mehr als 17 Millionen Barrel Öl an Bord hindurchgefahren. Tim Hawkins formulierte Washingtons Linie in deutlichen Worten.
„Der Iran kontrolliert die Meerenge nicht. Der Schiffsverkehr fließt weiter, und US-Streitkräfte beobachten die Lage, um sicherzustellen, dass es so bleibt.“
Der Libanon überschattete den Verhandlungstisch zusätzlich. Libanesische Staatsmedien meldeten, bei israelischen Angriffen seien mindestens 20 Menschen getötet worden, während Israel erklärte, es reagiere auf Beschuss durch die Hisbollah und werde Truppen in dem halten, was es als Sicherheitszone bezeichnet. Die Hisbollah erklärte, sie werde israelische Bewegungsfreiheit nicht akzeptieren, und weder Israel noch die Hisbollah unterzeichneten den amerikanisch-iranischen Rahmen. Donald Trump drohte dem Iran dann direkt, falls mit Teheran verbundene Gruppen im Libanon Unruhe stifteten.
„Der Iran muss verhindern, dass seine hochbezahlten Stellvertreter im Libanon Unruhe schüren. Andernfalls werden wir den Iran erneut sehr hart angreifen, wie letzte Woche, nur härter.“
Burgen entscheiden selten moderne Kriege. Dieses Schweizer Resort könnte dennoch entscheiden, wie viel Vertrauen in einer Waffenruhe noch bleibt, die davon kaum etwas übrig hatte.
Nach Berichten von: DIE WELT, ZEIT ONLINE, N-tv, stern.de, Berliner Zeitung, Blick.ch