
Kolumbien wählt in der Stichwahl zwischen dem Linken Cepeda und dem Rechten de la Espriella – Gewaltwelle überschattet Urnengang
Rund 41 Millionen Wahlberechtigte entscheiden, ob sie Gustavo Petros Sozialreformen fortsetzen oder einen harten Sicherheitskurs einschlagen.
Überraschung im ersten Wahlgang
Der erste Wahlgang am 31. Mai brachte eine Überraschung: Der rechte Jurist Abelardo de la Espriella lag mit 43,7 % der Stimmen vor dem linken Senator Iván Cepeda mit 40,9 % – obwohl Cepeda als Favorit ins Rennen gegangen war. De la Espriella, ein politischer Außenseiter, der Paramilitärs und Drogenhändler verteidigt hatte, warb mit einem nationalistischen Sicherheitsprogramm, während Cepeda für Kontinuität mit Präsident Gustavo Petros progressiver Agenda stand.
- Abelardo de la Espriella
- 43.7 %
- Iván Cepeda
- 40.9 %
Sicherheitskrise und Wahlkampfgewalt
Die schlimmste Gewaltwelle in Kolumbien seit einem Jahrzehnt prägte den Wahlkampf. Überschattet wurde die Kampagne von Bombenanschlägen, Explosivdrohnenangriffen und der Ermordung eines Präsidentschaftskandidaten in Bogotá. Die illegalen bewaffneten Gruppen, die um Drogenrouten kämpfen, haben sich ausgeweitet – Kolumbien produziert inzwischen über 50 % des weltweiten Kokains. De la Espriella verspricht einen Krieg gegen die verbliebenen Guerillagruppen und Bombardierungen von Drogencamps; Cepeda verteidigt Petros Friedensgespräche.
Petros gemischte Bilanz
Die Wahl gilt weithin als Referendum über Petro, den ersten linken Präsidenten in der kolumbianischen Geschichte. Seine Regierung senkte die Armut, erhöhte den Mindestlohn um 75 % und senkte die Arbeitslosigkeit, doch die Sicherheitslage verschlechterte sich erheblich.
Die Bilanz ist etwas gemischt. Petro hat Fortschritte bei der Armutsbekämpfung, der Landrückgabe und der Verbesserung der sozialen Inklusion erzielt, aber die Strategie des „totalen Friedens

