Trump erschüttert Iran-Gespräche und lässt Hormus sprechen
Neu
US-amerikanische und iranische Unterhändler nahmen im Bürgenstock-Resort in der Schweiz Gespräche auf, um einen Rahmen für eine 60-tägige Waffenruhe in etwas Belastbareres zu verwandeln. Der Kanal wurde von Katar und Pakistan unterstützt, und Vizepräsident JD Vance führte die amerikanische Seite an, während hochrangige iranische Vertreter auf die Umsetzung des Memorandums drängten. Dann schaltete sich Donald Trump auf Truth Social ein, forderte, dass der Iran seine Verbündeten im Libanon im Zaum halte, und warnte vor härteren Angriffen, sollte er sich nicht fügen.
„Der Iran muss seine hochbezahlten Stellvertreter im Libanon sofort davon abhalten, Unruhe zu stiften. Andernfalls werden wir den Iran wieder sehr hart angreifen, wie letzte Woche, nur härter.“
Iranische Staatsmedien berichteten, die Delegation sei nach 80 Minuten gegangen und habe die Botschaft als beleidigend bezeichnet, obwohl spätere Berichte nahelegten, das Team sei an den Ort zurückgekehrt, ohne die formellen Gespräche wieder aufzunehmen. Beide Seiten lieferten außerdem widersprüchliche Darstellungen zur Straße von Hormus: Iran erklärte, es habe die Wasserstraße geschlossen, während das US-Zentralkommando mitteilte, der Verkehr laufe weiter und amerikanische Streitkräfte beobachteten die Lage. In der Schifffahrtsbranche wurde es dennoch frostiger, ein Tracker zählte am Sonntag nur 12 Durchfahrten.
Die Märkte bestraften die Unklarheit. Rohöl der Sorte Brent stieg um 1,35 % auf 81,66 Dollar je Barrel, während West Texas Intermediate über 77 Dollar gehandelt wurde, weil durch die Meerenge etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung läuft. Auch die nukleare Sprache im ursprünglichen Memorandum blieb dünn: Iran sagte zu, keine Atomwaffen zu entwickeln, doch die Verifikation blieb ungeklärt. Eine Waffenruhe, die als Deeskalation verkauft wurde, hängt nun davon ab, ob Drohungen von Verhandlungen getrennt werden können, bevor die Ölmärkte das Verhandeln übernehmen.
Nach Berichten von: DIE WELT, ZEIT ONLINE, N-tv, stern.de, Berliner Zeitung, Blick.ch