Diplomatie · Warschau, Kiew und Danzig

Ukraine gibt polnische Orden zurück, nachdem Warschau Selenskyj den Weißen Adler entzieht

Präsident Selenskyj schickte seinen Orden des Weißen Adlers zurück, drei ehemalige Präsidenten folgten, nachdem Warschau die Auszeichnung wegen der Benennung einer ukrainischen Militäreinheit nach UPA-Helden widerrufen hatte.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von TVP Info, Rzeczpospolita, oko.press und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: President.gov.ua, CC BY 4.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt)
Wie es dazu kam
  1. 31.05.Selenskyj benennt Spezialeinheit nach „Bohaterów UPA“
  2. 19.06.Präsident Nawrocki kündigt Widerruf von Selenskyjs Orden des Weißen Adlers an
  3. 21.06.Selenskyj gibt den Orden zurück; die Ex-Präsidenten Kuczma, Juschtschenko und Poroschenko verzichten auf ihre; ukrainische Amtsträger geben Staatsauszeichnungen zurück
  4. 21.06.Russische Amtsträger Medwedew und Puschkow behaupten, der Vorfall beweise Nazi-Verherrlichung in der Ukraine

Was den Streit auslöste

Ende Mai 2026 verlieh Präsident Wolodymyr Selenskyj dem Unabhängigen Spezialeinsatzzentrum „Norden“ der ukrainischen Spezialeinsatzkräfte den Namen „Bohaterów UPA“ (Helden der Ukrainischen Aufständischen Armee). Die Entscheidung riss tiefe historische Wunden in Polen auf, wo die UPA für die Massaker von Wolhynien während des Zweiten Weltkriegs verantwortlich gemacht wird.

Polen entzieht die Ehrung

Am Freitag, dem 19. Juni, gab Präsident Karol Nawrocki bekannt, dass er nach Konsultationen mit dem Kapitel des Ordens des Weißen Adlers die 2023 von Ex-Präsident Andrzej Duda an Selenskyj verliehene Auszeichnung widerrufe. Am Samstag teilte Selenskyj mit, dass er den Orden zurückgegeben habe. Kurz darauf verzichteten die ehemaligen Präsidenten Leonid Kuczma, Wiktor Juschtschenko und Petro Poroschenko auf ihre eigenen Orden des Weißen Adlers. Weitere Amtsträger, darunter Außenminister Andrij Sybiha, der Leiter des Präsidialamtes Kyrylo Budanow, dessen Stellvertreter Ihor Schowkwa und der ukrainische Botschafter in Polen, Wasyl Bodnar, gaben polnische Staatsauszeichnungen zurück.

Kiew kontert scharf

Außenminister Sybiha schrieb auf dem Telegram-Kanal des Ministeriums, Präsident Nawrocki sei „ein Zerstörer der positiven Errungenschaften, die wir in letzter Zeit aufbauen konnten“ und ernte „Beifall aus Moskau“. Er fügte hinzu: „Die Missachtung des Präsidenten der Ukraine betrifft nicht nur Orden – sie ist eine Beleidigung des ukrainischen Soldaten und des Rechts unserer Nation auf ihre eigene Geschichte.“ Sybiha sagte, Selenskyj habe noch nicht entschieden, ob er an der für den 25.–26. Juni in Danzig geplanten Ukraine-Wiederaufbaukonferenz (URC 2026) teilnehmen werde. Der ehemalige Außenminister Dmytro Kuleba bezeichnete den Schritt in einem YouTube-Video als die tiefste Krise in den polnisch-ukrainischen Beziehungen, an die er sich erinnern könne, und behauptete, Nawrocki „hasse Ukrainer als Phänomen“.

„Nawrocki ist zum Zerstörer jener positiven Errungenschaften geworden, die wir in letzter Zeit aufbauen konnten. Er erntet nicht ohne Grund Beifall aus Moskau.“

Andrij Sybiha, Außenminister

Moskau nutzt die Gelegenheit

Russische Amtsträger beeilten sich, den Streit als Bestätigung ihrer langjährigen Anschuldigungen darzustellen. Der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, erklärte, es gebe keine Mitte: Man halte den UPA-Führer Andrij Melnyk entweder für einen Faschisten oder einen Helden, und wer sich für Held entscheide, sei ein Faschist. Der Vorsitzende des Ausschusses für Informationspolitik des Föderationsrates, Alexej Puschkow, argumentierte, die „laute“ Verherrlichung von Nazi-Kollaborateuren durch die Ukraine verleihe den russischen Argumenten neue Glaubwürdigkeit. Die staatliche Agentur TASS zitierte Medwedew mit den Worten, die Rückgaben bewiesen, „dass sie echte Nazis sind“.

„Die Ukraine hat lautstark ihr Bekenntnis zur Verherrlichung ukrainischer Nazis bekundet, die mit Hitler kollaborierten. Die russischen Anschuldigungen des Nazismus in der Ukraine gewinnen neue Glaubwürdigkeit.“

Alexej Puschkow

Ein Symbol in den sozialen Medien

Zustimmungsraten in sozialen Medien in Polen und der Ukraine%
Polen (Unterstützung für Nawrockis Entscheidung)
74 %
Ukraine (Unterstützung für Selenskyjs Rückgabe des Ordens)
99.5 %

Daten aus dem Artikeltext

Res Futura Data House ermittelte, dass das Thema in den polnischen sozialen Medien 120 Millionen Aufrufe erreichte, wobei 74 Prozent der Kommentatoren Nawrockis Entscheidung unterstützten. Auf ukrainischer Seite wurden im selben Zeitraum 5.206 Erwähnungen, 45,3 Millionen Aufrufe und 1,4 Millionen Reaktionen in 1.857 Kanälen verzeichnet. Das ikonische Detail, das in 53 Prozent der Diskussionen vorkam, war, dass die Auszeichnung per Kurierdienst „Nowa Poczta“ „wie mangelhafte Ware“ nach Warschau zurückgeschickt wurde. Unter den ukrainischen Kommentaren unterstützten 99,5 Prozent Selenskyjs Rückgabe des Ordens, während nur 0,05 Prozent sie kritisierten. Die Nutzer zeigten offen Stolz auf die UPA, und die vorherrschende Emotion war Triumph über die „Riposte“.
Ukrainisches Social-Media-Engagement (20.–21. Juni)
Erwähnungen
5206
Aufrufe (Millionen)
45.3
Reaktionen (Millionen)
1.4

Daten aus dem Artikeltext

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Warschau, Kiew, Danzig · Polen, Ukraine

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