Ceuta macht Grenzbruch zum EU-Streit
Fortsetzung von heute Morgen.
Spaniens Exklave Ceuta erlebte einen plötzlichen Massenübertritt aus Marokko, wobei spanische Angaben die Zahl der Ankommenden auf rund 50.000 bis 60.000 Menschen bezifferten und die bestätigte Zahl der Todesopfer bis Sonntag bei 72 lag. Viele Opfer ertranken, als sie versuchten, um den Grenzzaun von Tarajal herumzuschwimmen, während Aufnahmezentren, die für 512 Menschen gebaut wurden, mehr als 700 beherbergten und über 1.000 draußen warteten. Madrid erklärte, bis Sonntag seien mehr als 48.000 Menschen nach Marokko zurückgekehrt, doch die Suche auf See ging weiter, und einige Berichte setzten die Opferzahl höher an.
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Pedro Sánchez stellte die Episode als direkten Angriff auf die spanische Souveränität dar und machte Schleuser dafür verantwortlich, jungen Menschen ein tödliches Versprechen verkauft zu haben. Italien und Dänemark versammelten daraufhin 22 EU-Staaten hinter einem Schreiben, das stärkere Kontrollen an den Außengrenzen, schnellere Rückführungen und Maßnahmen gegen sogenannte Sogfaktoren verlangte, darunter Spaniens jüngste Regularisierung von Migranten. Giorgia Meloni drohte mit außerordentlichen Maßnahmen gegen Spanien, während Madrid seinen Partnern vorwarf, Solidarität in Theater zu verwandeln.
„Dies ist ein Angriff und eine Verletzung der territorialen Integrität Spaniens. Menschenschmuggler täuschen so viele junge Menschen und führen am Ende viele von ihnen in den Tod, ob im Ozean oder an Spaniens Grenze.“
Der Auslöser bleibt umstritten. Spanische Quellen verwiesen auf Gerüchte, die auf TikTok und Facebook verbreitet wurden, auf ein Gerichtsurteil, das summarische Rückführungen einschränkte, und auf die entscheidende Tatsache, dass marokkanische Sicherheitskräfte die Bewegung stundenlang nicht stoppten. Marokkos offizielles Schweigen hat nun diplomatisches Gewicht, weil Ceuta erneut offengelegt hat, dass Grenzmanagement in Europa nicht nur von Zäunen abhängt, sondern von Abmachungen mit Nachbarn, die plötzlich weich werden können. Die humanitäre Katastrophe wird prüfen, ob die EU ihre Grenze überwachen kann, ohne jeden nationalen Schock in einen Schengen-Loyalitätstest zu verwandeln.
Nach Berichten von: El Confidencial, 20 minutos, EL MUNDO, LaSexta, RTVE.es, europa press