Abend-Brief, Samstag, 17. Oktober

Von KI erstellter Text und synthetische Stimme. Wie dieser Text entsteht

Eine Ausgabe aus dem Archiv. Neueste Ausgabe

Abendausgabe

Satellitenbild: NASA

1Konflikte

Russland bombardiert Ukrainas Stromnetz mit 320 Drohnen

Neu

Russland hat nach Angaben von Wolodymyr Selenskyj einen seiner größten Angriffe der jüngsten Zeit auf das ukrainische Energiesystem gestartet. Er sagte, zwischen 19:00 Uhr am Freitag und 07:00 Uhr am Samstag seien mehr als 15 wichtige Erzeugungs- und Übertragungsanlagen getroffen worden, unter anderem in Städten wie Luzk, Riwne, Schytomyr, Winnyzja, Slawutytsch und Netischyn sowie in den Regionen Charkiw, Kyjiw und Dnipro. Die Ukraine habe einen erheblichen Teil der Raketen und Drohnen abgeschossen, sagte er, doch das Ausmaß und die anhaltende Intensität des Angriffs hätten das Netz beschädigt und Reparaturteams gezwungen, alle verfügbaren Ressourcen zu mobilisieren.

Selenskyj sagte, Moskau versuche, in der Ukraine vor dem Winter Stromausfälle herbeizuführen, wodurch Haushalte ohne Strom und Heizung blieben. Er forderte ausländische Regierungen auf, den Druck auf Russland zu erhöhen, und sagte, europäische Partner hätten neue Unterstützungspakete vorbereitet, nannte jedoch keine Einzelheiten. Zudem verwies er auf das Graham-Gesetz, ein im September unterzeichnetes US-Sanktionsgesetz, als ein Instrument, das helfen könne, wenn Washington es durchsetze.

„Russland versucht, in der Ukraine unmittelbar vor dem Winter einen Blackout herbeizuführen. Russland versucht, Millionen unserer Menschen ohne Strom und Heizung zu lassen.“

Wolodymyr Selenskyj

Donald Trump kündigte am Freitag an, Teile des Graham-Gesetzes auszusetzen, und berief sich dabei auf das nationale Interesse der USA. Selenskyj nannte den Schritt einen Sanktions-Blackout, der Wladimir Putin finanziell belohne. In Moskau begrüßte Präsidentenberater Kirill Dmitrijew die Entscheidung und sagte, das Gesetz hätte sowohl der amerikanischen Wirtschaft als auch den Weltmärkten schaden können.

Nach Berichten von: Adnkronos, ANSA.it, AP NEWS, Diário de Notícias

2Regierung

Proteste eskalieren in Paris und Marseille

Neu

Frankreichs nationaler Protesttag gegen Lebenshaltungskosten, Kraftstoffpreise und den Zustand öffentlicher Dienste brachte am Samstag Studierende, Gewerkschaften, Aktivisten und Anhänger der Gelbwesten auf die Straßen. Das Innenministerium erklärte, die meisten Menschen hätten friedlich demonstriert, berichtete aber auch von Vandalismus und mehreren hundert militanten Linksextremen, die die Konfrontation mit Polizei und Rettungskräften gesucht hätten. Bis zum Nachmittag bestätigte das Ministerium mehr als 270 Festnahmen in ganz Frankreich.

1.750

organisierte Kundgebungen oder Demonstrationen in Frankreich, laut CGT

Quelle: 7sur7

Aus Paris kamen die drastischsten Bilder. Der genehmigte Demonstrationszug führte von der Place de la République zur Place de Clichy, wo die ersten Demonstrierenden ruhig eintrafen. An der Place de la République setzten Beamte Wasserwerfer und Tränengas ein, um aggressive Gruppen zurückzudrängen, während Feuerwehrleute Fahrzeugbrände löschten. Berichten zufolge lag die Zahl der Festnahmen in der Hauptstadt um 11:00 Uhr bei 61 und bis zum frühen Nachmittag bei 163. Polizeiquellen hatten in Paris 30.000 bis 60.000 Demonstrierende und landesweit 90.000 bis 170.000 erwartet.

Die Unruhen trafen auch Medien und Geschäfte. Vermummte blockierten gegen 07:00 Uhr den Zugang zum CNews-Gebäude im Westen von Paris, und späteren Berichten zufolge waren rund 100 Menschen beteiligt, wobei Fenster durch Gegenstände beschädigt wurden. In Marseille wurden eine Wache der Stadtpolizei und Geschäfte angegriffen, Fenster eingeschlagen und Rauchbomben ins Innere geworfen. In Lyon berichteten lokale Medien, Demonstrierende hätten das Tourismusbüro in Brand gesetzt, während die Präfektur kleinere Gruppen in der Nähe der Rhône und der Raffinerie Feyzin auflöste.

Emmanuel Macron hatte aus Brüssel zur Ruhe aufgerufen und gesagt, das Recht auf Protest müsse mit Respekt einhergehen. Die Protest-Website listete mehr als 1.750 geplante Aktionen auf, darunter an Kreisverkehren, Mautstellen, Häfen, Raffinerien und Öldepots, doch die bis Samstagnachmittag verzeichneten Blockaden blieben hinter den Warnungen des Vortags zurück.

Nach Berichten von: 7sur7, europa press, ANSA.it, Spiegel Online

3Gesundheit & Bildung

Papst Leo XIV verlässt Klinik nach Lungenkrebs-OP

Neu

Papst Leo XIV. hat am Samstag das römische Gemelli-Krankenhaus verlassen und ist in den Vatikan zurückgekehrt, fünf Tage nach seiner Aufnahme und vier Tage, nachdem Chirurgen den Unterlappen seines rechten Lungenflügels entfernt hatten. Der Heilige Stuhl teilte mit, die Ärzte hätten ihn nach Bluttests, einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs und einer Bewertung seines klinischen Zustands zur Entlassung freigegeben. Bei der Operation am Dienstag, die 90 Minuten dauerte, wurde ein Adenokarzinom, eine Form von Lungenkrebs, entfernt.

71

Jahre alt war Papst Leo XIV bei der Entlassung aus Roms Gemelli-Klinik

Quellen: NOS, Rai news, Le Soir

„Angesichts der heute Morgen vorgenommenen Bluttests und der Röntgenaufnahme des Brustkorbs sowie nach einer Bewertung seines klinischen Zustands ist der Heilige Vater entlassungsfähig.“

Presseamt des Heiligen Stuhls

Der Vatikan berichtete von einer stetigen Erholung. Papst Leo XIV. aß am ersten Tag nach der Operation, erledigte am Mittwoch dringende Amtsgeschäfte vom Krankenhaus aus und konzelebrierte am Donnerstag und Freitag die Messe. Auf den ersten nach dem Eingriff veröffentlichten Fotos war er bei der Messe in einer Krankenhauskapelle stehend zu sehen. In dem Bulletin hieß es, er habe mit Atemphysiotherapie begonnen und könne normale Alltagsaktivitäten selbstständig ausführen.

Die Ärzte haben nicht gesagt, ob der Papst krebsfrei ist. Biopsieergebnisse stehen noch aus, und der Vatikan hat weder die Größe des Tumors mitgeteilt noch, ob weitere Knoten gefunden wurden oder ob Lymphknoten betroffen waren. Davon wird abhängen, ob er nur Nachsorge oder weitere Behandlung braucht. Jürgen Behr, Pneumologe an der Ludwig-Maximilians-Universität München, schätzte, dass der Verlust eines Lungenlappens die Lungenleistung um etwa 10 % bis 20 % verringert, was im Alltag oft kaum bemerkbar ist.

Seine Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru ist weiterhin für den 6. bis 17. November geplant. Bischöfe in den drei Ländern sagten, sie freuten sich auf den Besuch, baten aber darum, seiner Gesundheit Vorrang einzuräumen. Das Angelusgebet am Sonntag vom Fenster der päpstlichen Wohnung aus soll seine erste offizielle Begegnung mit den Gläubigen seit der Operation sein.

Als Nächstes: Papst Leo XIV soll am 18. Oktober den Angelus aus der päpstlichen Wohnung sprechen.

Nach Berichten von: NOS, Rai news, Le Soir, ANSA.it, Adnkronos, El Confidencial

4Sicherheit

Vater und Lehrkraft stoppen Bewaffneten an Schule in Oregon

Neu

Ein 16-jähriger ehemaliger Schüler eröffnete am Donnerstag an der Silver Rail Elementary School in Bend im US-Bundesstaat Oregon das Feuer und tötete drei Kinder im Alter von 5, 8 und 11 Jahren sowie eine 25-jährige Lehrerin. Es wurden gerade die jährlichen Klassenfotos gemacht, daher waren fast alle Schüler in der Schule. Die Polizei betrat das Gebäude wenige Minuten nach dem ersten Notruf und fand den Angreifer bereits tot vor.

Kaylub Giamanco, ein 36-jähriger Zimmermann und Vater zweier Schüler der Schule, hörte die Schüsse, als er vom Mittagessen nach Hause fuhr. Sein Bruder sagte NBC News, Giamanco habe gesehen, wie der Angreifer das Gebäude betrat, sei auf den Gehweg gefahren und hineingerannt. Er fand den Angreifer, der mit einer Lehrerin um die Schrotflinte rang, und schoss dann mehrmals mit einer legal in seinem Auto aufbewahrten Pistole vom Kaliber.40. Polizeichef Mike Krantz sagte, die Lehrerin habe ihr Telefon nach dem Angreifer geworfen und um die Waffe gekämpft, Handlungen, die er als heldenhaft bezeichnete.

Zwei weitere Menschen wurden ins Krankenhaus gebracht, ein siebenjähriges Mädchen und eine 54-jährige Lehrerin. Die Berichte über die Schwere ihrer Verletzungen gingen auseinander, doch De Standaard schrieb, bei beiden werde mit einer Genesung gerechnet und eine von ihnen sei per Hubschrauber in ein Kinderkrankenhaus in Portland geflogen worden. Alle Schulen in Bend blieben geschlossen, und Silver Rail soll bis Anfang der Woche des 19. Oktober geschlossen bleiben.

Die Ermittler versuchen zu klären, wie der Angreifer an die Schrotflinte und die Munition gelangte. NBC News berichtete, seine Mutter habe die Schrotflinte gekauft, während De Standaard schrieb, die Waffe habe ihr gehört und er habe 44 zusätzliche Patronen bei sich gehabt. Die Behörden haben kein Motiv bekannt gegeben. Oregons Senator Ron Wyden forderte Waffengesetze, während Gouverneurin Tina Kotek den Retter lobte und Donald Trump den Vater einen Helden nannte.

Als Nächstes: Silver Rail Elementary soll bis Anfang der Woche des 19. Oktober geschlossen bleiben.

Nach Berichten von: AP NEWS, Washington Post, LBC, The Independent, The New York Times, 20 Minuten

5Konflikte

Iran meldet Minentreffer an Supertanker in Hormus

Neu

Iranische Medien teilten unter Berufung auf das Korps der Islamischen Revolutionsgarde mit, ein Supertanker sei in den frühen Morgenstunden des Samstags in der Straße von Hormus auf eine Seemine gelaufen und habe eine Explosion und ein Feuer ausgelöst. Die Revolutionsgarde sagte, das Schiff habe mehr als zwei Millionen Barrel Rohöl an Bord gehabt und versucht, die Meerenge auf einer nicht genehmigten Route mit ausgeschalteten Ortungs- und Radarsystemen zu durchqueren. Sie behauptete außerdem, das Schiff sei mit Unterstützung des US-Militärs unterwegs gewesen.

Die ersten Berichte konnten die iranische Darstellung nicht unabhängig bestätigen. Das Ausmaß des Feuers blieb unklar, und keine Quelle machte Angaben zum Zustand oder Aufenthaltsort der Besatzung. Das US-Zentralkommando und UKMTO, die britische Behörde für maritime Sicherheit, hatten über Nacht keine Erklärung abgegeben, sodass die öffentliche Darstellung auf Angaben der Revolutionsgarde und iranischer Staatsmedien beruhte.

Die Meerenge ist an ihrer schmalsten Stelle nur 35 bis 40 Kilometer breit, und durch sie werden große Mengen Öl und Flüssigerdgas transportiert. Iran blockiert den Verkehr durch die Meerenge weitgehend, seit der Krieg mit den Vereinigten Staaten und Israel nach den Angriffen vom 28. Februar 2026 begann, durch Drohungen und Angriffe auf die Schifffahrt, während die Vereinigten Staaten iranische Häfen und Küstengebiete blockieren, um Irans Öleinnahmen zu kappen. Iran wird vorgeworfen, die Wasserstraße teilweise vermint zu haben.

Der gemeldete Vorfall folgte auf einen gescheiterten Waffenstillstandsprozess. Washington und Teheran einigten sich am 6. April auf einen Waffenstillstand, Gespräche führten später am 17. Juni zu einer umstrittenen 14-Punkte-Erklärung, und Trump erklärte den Waffenstillstand während des NATO-Gipfels am 7. Juli für beendet. Seitdem haben die Vereinigten Staaten täglich Angriffe auf Iran verübt, und Iran hat mit Raketenangriffen auf Nachbarstaaten reagiert.

Nach Berichten von: europa press, ANSA.it, Adnkronos, PÚBLICO, Rai news, Digi24

6Konflikte

Siedler greifen Diplomatiepersonal und Post-Fotokraft im Westjordanland an

Neu

Maskierte israelische Siedler griffen am Samstag während der Olivenernte in Taybeh, östlich von Ramallah, einen europäischen Diplomatenkonvoi an. Berichten zufolge gehörten dem Konvoi Diplomaten aus Frankreich, Belgien und Polen an. Die Heckscheibe eines Fahrzeugs des belgischen Konsulats wurde eingeschlagen, ein Fahrzeug wurde mit Steinen beworfen, und AFP berichtete, dass Bernard Baudoux, der kommunistische Bürgermeister von Aulnoye-Aymeries in Nordfrankreich, getroffen und später zusammengesunken neben einem Auto gesehen wurde. Ein Diplomat sagte AFP, er sei nicht in Lebensgefahr.

Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte verurteilten den Angriff und erklärten, der Besuch sei nicht mit der Armee abgestimmt worden; das sei wesentlich, um Zwischenfälle zu verhindern. Eine vorläufige Überprüfung ergab, dass keine Soldaten anwesend waren, als es zu dem Angriff kam. Die israelische Polizei leitete nach Erhalt von Bildmaterial Ermittlungen ein und teilte mit, sie werde die Opfer ausfindig machen, Aussagen aufnehmen und Verdächtige identifizieren.

Dem Angriff war am Freitag ein weiterer Überfall in Abu Falah, ebenfalls nahe Ramallah, vorausgegangen, wo Zeugen gegenüber Reuters sagten, maskierte Siedler seien von einem Hügel herabgekommen, hätten Olivenbäume in Brand gesetzt und Steine auf Dorfbewohner, Aktivisten und Journalisten geworfen. Heidi Levine, eine Fotografin der Washington Post, sagte, sie sei zu Boden gestoßen und etwa zehn Minuten lang getreten worden. Die Post teilte mit, sie habe vier Wirbelbrüche, eine gebrochene Rippe und Schnittwunden erlitten, und der Verband der Auslandspresse sagte, die Angreifer hätten ihren Pass, ihr Telefon, ihre Brieftasche und ihre Ausrüstung gestohlen.

„Zum Glück hatte ich meine Schutzweste und meinen Helm, sonst wäre ich wahrscheinlich gar nicht mehr hier, denn sie traten einfach immer weiter auf mich ein.“

Heidi Levine

Das Büro von Benjamin Netanjahu erklärte, die Umstände in Abu Falah seien weiterhin unklar und würden untersucht, und verurteilte Gewalt gegen wen auch immer. Matt Murray, Chefredakteur der Post, wies diese Darstellung zurück und sagte, Levine sei als Pressevertreterin gekennzeichnet gewesen und geschlagen worden. Das israelische Militär erklärte, Soldaten und Grenzpolizei hätten nach ihrem Eintreffen Warnschüsse abgegeben, während Aktivisten und ein Sanitäter des Palästinensischen Roten Halbmonds sagten, ein Palästinenser sei ins Bein geschossen worden.

Als Nächstes: Israels Polizei sagte, sie werde Aussagen der Opfer aufnehmen und Verdächtige ermitteln.

Nach Berichten von: europa press, SIC Notícias, SWI swissinfo.ch, La Libre.be, The Guardian, Il Fatto Quotidiano

Was ansteht

Aus dieser Ausgabe

  • 3

    Papst Leo XIV soll am 18. Oktober den Angelus aus der päpstlichen Wohnung sprechen.

  • 4

    Silver Rail Elementary soll bis Anfang der Woche des 19. Oktober geschlossen bleiben.

  • 6

    Israels Polizei sagte, sie werde Aussagen der Opfer aufnehmen und Verdächtige ermitteln.

Alle Termine

Das war die ganze Ausgabe.

Alle Ausgaben

Alle lesen Pollar kostenlos. Mitglieder bezahlen dafür.

Die Mitglieder bezahlen die Server in Deutschland und die KI-Modelle, die Berichte europäischer Redaktionen ordnen, zusammenfassen und übersetzen.

Mitglied werden

Wie der Brief entsteht