NATO feuert, während sich Vorfälle an der Ostflanke häufen
Fortsetzung von heute Morgen.
Italienische Eurofighter unter NATO-Kommando haben über Zentrallitauen ein unbemanntes Luftfahrzeug abgeschossen, nachdem es aus Belarus eingedrungen war und etwa 30 Minuten lang in Richtung des Korridors Vilnius-Kaunas geflogen war. Litauen verschickte Warnmeldungen an Mobiltelefone, aktivierte seinen Katastrophenplan Shield und entsandte Bergungsteams zu Trümmerfeldern nahe Kaišiadorys, wo das Fluggerät nach Behördenangaben Sprengstoff an Bord gehabt haben könnte. Dänemark bestellte unterdessen den russischen Botschafter ein, nachdem eine russische Fregatte nahe einem dänischen Militärhubschrauber, der das Schiff in internationalen Gewässern vor Gedser fotografierte, zwei Leuchtraketen abgefeuert hatte.
Ministerpräsidentin Mette Frederiksen stellte den dänischen Vorfall als Test für die Nervenstärke der Verbündeten dar, während Moskau die Hubschrauberbesatzung gefährlicher Manöver beschuldigte und von Kopenhagen verlangte, Wiederholungen zu verhindern. Bedeutsam ist das, weil beide Regierungen denselben Vorfall auf See als Routineüberwachung, Provokation oder Einschüchterung beschrieben, ein vertrautes baltisches Muster mit weniger Fehlertoleranz als sonst.
„Russische Handlungen sollen einschüchtern und spalten. Sie werden keinen Erfolg haben. Wir werden nicht wanken.“
Polen lieferte ein weiteres Beispiel für dieses Muster, nachdem Militärspezialisten eine russische Drohne des Typs Gerbera sichergestellt hatten, die an einen Ostseestrand getrieben war, und ließ dann über Nacht Kampfjets aufsteigen, als russische Angriffe in der Westukraine nahe der polnischen Grenze stattfanden. Donald Tusk warnte, in den kommenden Wochen könne es zu weiteren russischen Aktionen kommen, die polnisches Gebiet betreffen, und polnische Flugzeuge wurden erst zurückbeordert, nachdem keine Verletzung des Luftraums festgestellt worden war. Ein Drohnenkrieg, der immer weiter über Grenzen schwappt, misst die Glaubwürdigkeit des Bündnisses nun in Minuten, nicht in Kommuniqués.
Nach Berichten von: ANSA.it, Al Jazeera Online, France 24, La Libre.be, Le Soir, RFI