
Deutsche Spitzenpolitiker diskutieren über Spritpreisdeckel, während Diesel 2.40 Euro pro Liter erreicht
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke forderte einen bundesweiten Spritpreisdeckel, nachdem die durchschnittlichen Dieselkosten in Deutschland nach Pipeline-Schließungen in Saudi-Arabien fast 2.40 Euro pro Liter erreicht hatten.
Preisspitzen an deutschen Tankstellen
Am Samstag, dem 12. September 2026, erreichten die bundesweiten Durchschnittspreise an deutschen Tankstellen laut Angaben des Spritpreisportals Tankerkönig 2.27 Euro pro Liter für Super E10, während Autofahrer fast 2.40 Euro pro Liter für Diesel zahlten. Ein starker Preissprung erfolgte um 12:00 Uhr am Samstag nach Berichten über Energieinfrastruktur-Störungen im Persischen Golf. Obwohl die Preise an der Zapfsäule am Sonntag leicht nachließen, blieben regionale Tarife und Preise zu bestimmten Spitzenzeiten deutlich über den Bundesdurchschnitten. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent ist seit Jahresbeginn um fast 80 Prozent gestiegen, angetrieben durch sich verschärfende Feindseligkeiten im Nahen Osten in den letzten zwei Wochen.
- Super E10
- 2.27 €/l
- Diesel
- 2.4 €/l
Lieferrouten im Nahen Osten sind gestört
Den Preisanstiegen am Wochenende ging die vorsorgliche Stilllegung der Ost-West-Pipeline Saudi-Arabiens nach Angriffen auf die Leitung in den Regionen Riad und Medina voraus. Die Pipeline transportiert Rohöl vom Persischen Golf zum Roten Meer und umgeht dabei maritime Engpässe, die durch eine iranische Blockade in der Straße von Hormus entstanden sind. Gleichzeitig haben Militäroperationen der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz im Jemen die Schifffahrtsrisiken durch die Bab-el-Mandeb-Straße erhöht. Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, erklärte, die Huthi-Offensive werde den allgemeinen Inflationsdruck in Deutschland verstärken.
Dies wird sich auch an den Zapfsäulen und bei den Verbraucherpreisen insgesamt bemerkbar machen und uns alle belasten.
- Der deutsche Spritrabatt läuft ohne alternative Subventionsmechanismen aus.
- Saudi-Arabien stoppt die Ost-West-Pipeline nach Angriffen in Riad und Medina.
- Die Preise an deutschen Tankstellen steigen aufgrund von Transportbedenken im Nahen Osten stark an.
- Die Außenminister des Iran und der Golfstaaten treffen sich im Oman zu Gesprächen über die Straße von Hormus.
Politische Debatte über staatliche Preiseingriffe
Die explodierenden Transportkosten haben die politischen Gräben innerhalb der deutschen Regierungskoalition vertieft. Der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke forderte die Bundesregierung auf, einen verbindlichen Spritpreisdeckel einzuführen, um die Verbraucher vor überhöhten Raffineriemargen zu schützen. Woidke verwies auf Nachbarländer wie Luxemburg, Polen, Belgien und Tschechien, in denen Höchstpreise für Kraftstoffe regelmäßig an die jeweiligen Marktbedingungen angepasst werden.
Wir brauchen dringend einen Spritpreisdeckel. Es kann nicht sein, dass die Ölkonzerne Extragewinne einfahren, während Millionen Pendler über die überhöhten Spritpreise verzweifeln.
Der vorherige befristete Spritrabatt in Deutschland war Ende Juni ausgelaufen, ohne dass ein Ersatzprogramm aufgelegt wurde. Trotz der bestehenden 12-Uhr-Regelung, die die Preisänderungen an Tankstellen regulieren soll, steigen die Einzelhandelspreise weiter. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat staatlich verordnete Spritpreisdeckel abgelehnt und sich damit Forderungen von SPD-Vertretern widersetzt. Im Juni hatte der brandenburgische Verkehrsminister Robert Crumbach vorgeschlagen, die mittäglichen Preissprünge an Tankstellen auf maximal fünf Prozent zu begrenzen.
Diplomatische Verhandlungen im Oman
Die globalen Energiemärkte blicken nun auf die für Montag, den 14. September 2026, im Oman geplanten diplomatischen Gespräche. Die Außenminister des Iran, des Irak, Omans, Kuwaits, Bahrains, Katars, der Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabiens planen, zusammenzukommen, um über die Durchfahrt durch die umkämpfte Straße von Hormus zu beraten. Raffinerieprodukte, insbesondere Diesel, haben stärkere Preisanstiege erfahren als unraffiniertes Rohöl, was durch die anhaltenden Auswirkungen des Krieges zwischen Russland und der Ukraine noch verschärft wird.


