
NATO-Abfangjäger schießen Drohne über Litauen ab nach Grenzübertritt aus Belarus
Italienische Kampfjets, die im Rahmen der NATO-Baltic-Air-Defence-Mission eingesetzt sind, haben nahe Kaunas ein unbemanntes Luftfahrzeug abgeschossen, kurz nachdem es aus Belarus in den litauischen Luftraum eingedrungen war.
Abfangen um Mitternacht über dem Bezirk Kaunas
NATO-Kampfjets haben kurz nach Mitternacht am Dienstag, dem 15. September 2026, eine nicht identifizierte Drohne im litauischen Luftraum abgeschossen. Die Luftintervention wurde von Piloten der italienischen Luftwaffe durchgeführt, die im Rahmen der NATO-Baltic-Air-Defence-Mission gemeinsam mit den litauischen Streitkräften eingesetzt sind. Die litauischen Behörden teilten mit, dass das unbemannte Luftfahrzeug aus Belarus ins Land eingedrungen sei, bevor es nahe dem Dorf Pratkunai im Bezirk Kaišiadorys in der Nähe der zweitgrößten litauischen Stadt Kaunas neutralisiert wurde. Der staatliche Rundfunk LRT berichtete, dass das Fluggerät nach dem Grenzübertritt etwa dreißig Minuten lang verfolgt worden sei, wobei erste Notfallmeldungen auf das Gebiet Alytus im Süden Litauens verwiesen. Regierungsvertreter erklärten, die genaue Herkunft und die technischen Daten der Drohne würden noch offiziell ausgewertet.
Öffentliche Notfallwarnungen und Bergung am Boden
Die Zivilschutzbehörden aktivierten unmittelbar nach der Registrierung des anfliegenden Fluggeräts durch Radarsysteme regionale Warnsysteme in Mittel- und Ostlitauen. Die nationale Zivilschutzplattform LT72, die vom Innenministerium betrieben wird, gab gelbe Warnhinweise heraus, die vor einer möglicherweise entdeckten Drohne in der Stadt Vilnius sowie in den Bezirken Kaunas, Elektrėnai und Trakai warnten. Der Flugbetrieb am internationalen Flughafen Vilnius wurde für mehrere Minuten unterbrochen, um den Luftraum während des aktiven Abfangens zu sichern. Das Innenministerium hob die gelbe Warnung in allen betroffenen Regionen auf, nachdem das Verteidigungsministerium die Neutralisierung der Drohne bestätigt hatte. Vilmantas Vitkauskas, Leiter des litauischen Nationalen Krisenmanagementzentrums (NKVC), bestätigte, dass Militärspezialisten zur Bergung der Trümmer entsandt wurden.
Es wurden Kräfte entsandt, um festzustellen, um welche Art von Drohne es sich handelt, welche Eigenschaften sie hat und welches Flugziel sie hatte.
Eindringlinge im baltischen Luftraum und elektronische Kriegsführung
Der Vorfall ist Teil einer Serie unbemannter Eindringlinge an der NATO-Ostflanke seit Beginn der groß angelegten Invasion Russlands in der Ukraine. NATO-Kampfverbände patrouillieren seit dem Beitritt der drei baltischen Staaten zum Verteidigungsbündnis im Jahr 2004 im Luftraum Estlands, Lettlands und Litauens. Alliierte Kampfjets hatten zuvor im Mai 2026 eine verirrte ukrainische Militärdrohne über Estland sowie im Juni 2026 und August 2026 über Lettland abgeschossen. Ukrainische Militäreinheiten haben Langstreckendrohnenangriffe auf Ziele in der Ostseeregion durchgeführt, wobei mehrere unbemannte Systeme vom Kurs abkamen und in den Luftraum Finnlands, Estlands, Lettlands und Litauens eindrangen. Die ukrainischen Behörden führten diese Routenabweichungen auf russische Einheiten der elektronischen Kriegsführung zurück, die GPS- und Satellitennavigationssignale störten.
- NATO-Jets fangen eine verirrte Drohne über Estland ab
- Alliierte Kampfjets schießen eine Drohne im lettischen Luftraum ab
- NATO-Luftverteidigungskräfte schießen eine zweite Drohne über Lettland ab
- Italienische NATO-Jets schießen eine aus Belarus in Litauen eindringende Drohne ab
Abschreckung an der Ostflanke und regionale Verteidigung
Der litauische Präsident Gitanas Nausėda lobte die schnelle Koordination zwischen nationalen Kräften und NATO-Verbündeten nach dem nächtlichen Einsatz.
Angesichts der sich verschärfenden Aggression Russlands gegen die Ukraine ist eine solche Einsatzbereitschaft für unsere Region von entscheidender Bedeutung. Gemeinsam mit unseren NATO-Verbündeten wird Litauen seinen Luftraum verteidigen.
Litauen teilt Landgrenzen mit Belarus, einem engen Verbündeten Russlands, und der russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad. Nach Angaben des litauischen Militärgeheimdienstes haben russische Planer mögliche Ziele unter den kritischen Infrastrukturen der baltischen Staaten evaluiert. Zur Verstärkung der lokalen Verteidigungsfähigkeiten entlang der Ostgrenze verlegt die deutsche Bundeswehr derzeit eine ständige Panzerbrigade nach Litauen, deren 4.800 Soldaten umfassender kampfbereiter Verband bis 2027 die volle Einsatzbereitschaft erreichen soll.


