USA greifen iranische Ziele nahe Qeschm an
Fortsetzung vom gestrigen Abend. Neu: US-Vertreter machten Angriffe nahe Qeschm öffentlich, während Teheran sein zweitägiges Hormus-Angebot auf dem Tisch ließ.
Iranische Medien meldeten am späten Montag fünf aufeinanderfolgende Explosionen auf der Insel Qeschm, einem Militär- und Hafenstützpunkt nahe der Straße von Hormus. Ein US-Regierungsbeamter sagte, amerikanische Streitkräfte hätten zur Verteidigung iranische Ziele angegriffen, die als Flugabwehrraketenteams beschrieben wurden und US-Einrichtungen bedrohten, während andere Regierungsvertreter sagten, die Operation habe darauf abgezielt, Irans Fähigkeit einzuschränken, Handelsschiffe anzugreifen. Die Angriffe erfolgten, nachdem Donald Trump gesagt hatte, er werde vor den Zwischenwahlen am 3. November keine neuen Angriffe starten, wobei er zugleich sagte, die Bombardierungen könnten nach der Abstimmung wieder aufgenommen werden.
Die Meldung über die Angriffe kam zu einem Zeitpunkt, an dem nach Darstellung Teherans ein diplomatischer Verhandlungskanal weiterhin offen ist. Außenministeriumssprecher Esmail Baghaei sagte, Iran könne die Meerenge binnen zwei Tagen wieder öffnen, wenn Washington seine Bedingungen akzeptiere, darunter die Aufhebung einer Seeblockade, die Rücknahme neuer Sanktionen und die Wiederherstellung vereinbarter Ausnahmen von Ölsanktionen. Nach iranischer Darstellung würden Schiffe dann auf einer mit Oman vereinbarten Route und unter iranischer Aufsicht fahren. Washington hat den Vorschlag nicht angenommen.
„Dies zeigt einmal mehr Irans Vorgehen in gutem Glauben“
- Brent-7,9
- WTI-7,3
- niederländisches TTF-Gas-10,2
Die Öl- und Gaspreise fielen, da Händler den Vorschlag als möglichen, wenn auch fragilen Ausweg aus der Krise für die Schifffahrt werteten. ANSA gab Brent mit einem Minus von 7,9 % bei 104,5 Dollar je Barrel an, WTI mit einem Minus von 7,3 % bei 96,55 Dollar und niederländisches TTF-Gas mit einem Minus von 10,2 % auf 93,3 Euro je Megawattstunde. Die Preisbewegung beruht damit auf einer Diplomatie, die sich nun dieselbe enge Wasserstraße mit neuen US-Angriffen teilt.
Als Nächstes: Trump sagt, er könnte die Bombardierung nach der Zwischenwahl am 3. November wieder aufnehmen.
Nach Berichten von: 20 Minuten, Washington Post, Financial Times News, europa press, POLITICO, Observador
