Wahlen · Washington und Los Angeles

Trump-Regierung bittet Supreme Court, vor den Midterms 20.000 Briefwahlstimmen in Kalifornien auszusondern

Das Justizministerium hat die Richter am Montag, 2. November, gebeten, Kalifornien anzuweisen, die Stimmen von mehr als 20.000 Personen auszusondern, bei denen es sich nach seiner Darstellung wahrscheinlich um Nicht-Staatsbürger handelt. Der Antrag kam einen Tag vor der Midterm-Wahl, nachdem zwei untergeordnete Gerichte eine Intervention abgelehnt hatten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Financial Times News, europa press, EL MUNDO und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Washington, Los Angeles · Vereinigte Staaten
Wie es dazu kam
  1. 30.10.Ein geteiltes Gremium des 9th Circuit weist den Eilantrag auf Aussonderung der Stimmzettel zurück
  2. 1.11.Ein Bundesrichter weist die Klage des Justizministeriums gegen die Zertifizierung der Senatswahl in Alaska ab
  3. 2.11.Das Justizministerium bittet den Supreme Court, die Aussonderung von 20.000 Stimmzetteln anzuordnen

Eilantrag an den Supreme Court

Die Trump-Regierung hat den Obersten Gerichtshof der USA am Montag, 2. November, gebeten, Kalifornien anzuweisen, Briefwahlstimmen von mehr als 20.000 registrierten Wählern auszusondern, die nach Angaben von Bundesbeamten wahrscheinlich keine Staatsbürger sind. Es handelt sich um einen Eilantrag, mit dem die Richter zu sofortigem Handeln aufgefordert werden, da die Midterm-Wahlen am Dienstag, 3. November, stattfinden. Zig Millionen Menschen haben ihre Stimme bereits per Post abgegeben, der Zeitplan ist daher extrem eng. Die Regierung will die Stimmzettel getrennt halten, bis die Staatsbürgerschaft jedes Wählers überprüft werden kann. Das Büro von Solicitor General John Sauer schrieb, eine solche Anordnung würde keine Stimme annullieren, sondern Zeit für die Überprüfung der Wahlberechtigung mutmaßlicher Nicht-Staatsbürger schaffen; die Anwälte drangen auf das, was sie ein „bescheidenes Rechtsmittel“ nannten.

Sauer warnte zudem davor, was geschehen würde, wenn die umstrittenen Stimmzettel vor einer Entscheidung des Gerichts mit anderen vermischt würden.

„Sobald Kalifornien die angefochtenen Stimmzettel mit rechtmäßigen vermischt, gibt es keine Möglichkeit mehr, die angefochtenen Stimmzettel zurückzuholen.“

John Sauer, Solicitor General

Am Montag war zunächst unklar, ob die Richter noch vor Öffnung der Wahllokale am Dienstag entscheiden würden.

Wie der Streit nach Washington gelangte

Das Justizministerium verklagte Kalifornien Mitte Oktober und bat einen Bundesrichter, den Bundesstaat daran zu hindern, bestimmte Stimmzettel auszuzählen, bis die Staatsbürgerschaft geklärt sei. Die Beamten erklärten, sie seien zu ihrer Einschätzung gelangt, indem sie Namen auf einer Liste mit Bundesdaten zur Staatsbürgerschaft abglichen. Kalifornien verschickt Briefwahlunterlagen an jeden registrierten Wähler; unklar bleibt, wie viele Personen auf der Liste Stimmzettel erhalten oder zurückgeschickt haben.

Der Bezirksrichter David O. Carter in Los Angeles lehnte den Antrag der Regierung auf eine einstweilige Verfügung am 29. Oktober ab. Er stellte die Verlässlichkeit der Methode der Regierung infrage und warnte, eine Regierung, die Stimmen aufgrund unbewiesener Vorwürfe verwerfen könne, gefährde die Demokratie. Am Freitag, 30. Oktober, wies ein geteiltes Gremium des 9th Circuit Court of Appeals den Eilantrag zurück; die Mehrheit warnte, eine stattgebende Entscheidung könne wahlberechtigte Bürger entrechten und den gesamten Auszählungsprozess gefährden.

Am Sonntag, 1. November, wies ein Bundesrichter zudem eine Klage des Justizministeriums ab, die die Zertifizierung der Senatswahl in Alaska blockieren sollte. Der Supreme Court hatte im September bereits einen Versuch der Regierung zurückgewiesen, die Briefwahl einzuschränken.

Widerstand der Staatsbeamten

Gouverneur Gavin Newsom sagte am Freitag, die Bemühungen der Regierung seien ein verzweifelter und gefährlicher Versuch, wenige Tage vor der Wahl in Kaliforniens Wahl einzugreifen. Wahlbeamte halten dagegen, dass viele Personen auf der Liste entweder US-Staatsbürger sind oder nie eine aktive Wählerregistrierung hatten. Kalifornien hat auf die Beschwerde beim Supreme Court noch nicht reagiert. Untergeordnete Gerichte haben wiederholt abgelehnt, zugunsten der Regierung einzugreifen.

Der amtierende stellvertretende Generalstaatsanwalt Trent McCotter schrieb am Montag in den sozialen Medien, Kalifornien habe sich geweigert, mit Bundesbeamten zusammenzuarbeiten, um die Stimmabgabe von Nicht-Staatsbürgern zu verhindern. Er gelobte, weiter vor Gericht zu kämpfen.

„Wir werden weiter jeden rechtlichen Weg beschreiten, um die Integrität unserer Wahlen zu schützen und die Durchsetzung des Bundesrechts sicherzustellen.“

Trent McCotter, Amtierender stellvertretender Generalstaatsanwalt

Die Verfassung überträgt den Bundesstaaten die Verantwortung für die Durchführung von Wahlen, während das Justizministerium argumentiert, ein Bundesgesetz, das Nicht-Staatsbürgern die Stimmabgabe verbietet, ermächtige es zum Handeln.

Zeitplan und wie es weitergeht

Rechtsexperten haben die Argumente der Regierung skeptisch beurteilt, und ein Antrag einen Tag vor der Wahl könnte jede Entscheidung über den Wahltag hinaus verzögern. Das Gericht muss entscheiden, wie viel Macht die Bundesregierung hat, Bundesstaaten zu kurzfristigen Änderungen der Stimmenauszählung zu zwingen. In Kalifornien wird seit Anfang Oktober gewählt, Hunderttausende Stimmzettel wurden bereits bearbeitet.

Umfragen zeigen, dass die Republikaner die Kontrolle über eine oder beide Kammern des Kongresses verlieren könnten. Die Wahlen am Dienstag entscheiden über die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat, und die Regierung hat in den letzten Tagen des Wahlkampfs ihren Fokus auf angebliche Stimmabgaben von Nicht-Staatsbürgern verstärkt. Trump hat die Gültigkeit der Wahl infrage gestellt, obwohl es kaum Belege für eine weitverbreitete illegale Stimmabgabe von Nicht-Staatsbürgern gibt.

Der Antrag ist weiterhin anhängig, und bislang hat keine Anordnung Kalifornien verpflichtet, diese Stimmzettel auszusondern.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Organisationen
Reuters

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen