Abend-Brief, Mittwoch, 28. Oktober

Von KI erstellter Text und synthetische Stimme. Wie dieser Text entsteht

Eine Ausgabe aus dem Archiv. Neueste Ausgabe

Abendausgabe

Satellitenbild: NASA

1Verkehr

Spanien untersucht Kontrollversagen nach Zugunglück bei Toledo

Neu

Spanien leitete Untersuchungen dazu ein, warum zwei Züge wieder für den regulären Verkehr freigegeben wurden, bevor sie bei Urda auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Sevilla kollidierten. Rettungsdienste teilten mit, ein AVE-Zug von Renfe und ein Zug von Iryo seien am Bahnhof zusammengestoßen, und Kastilien-La Mancha erhöhte die Opferzahl auf 68 Tote und Dutzende Verletzte. Die Region aktivierte ihren Notfallplan, und die Regierung rief drei Tage Staatstrauer aus, nachdem Ministerpräsident Pedro Sánchez den Unglücksort besucht hatte.

63 km

Schienenstrecke ohne Kontrollsystem nach einem Computerfehler am Bahnhof Urda

Quelle: Deutsche Welle

Verkehrsminister Óscar Puente sagte, das LZB-Sicherungssystem sei ausgefallen, sodass ein 63 km langer Abschnitt nicht mehr regulär überwacht wurde. Zunächst hätten die Züge automatisch angehalten, doch Mitarbeiter des Infrastrukturbetreibers Adif im Kontrollzentrum Atocha hätten anschließend die Wiederaufnahme des Betriebs genehmigt, trotz einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 km/h und einer roten Warnanzeige, wonach der Iryo-Zug das Gleis noch belegte. Der Renfe-Zug legte vor dem Aufprall etwa 25 km zurück, vermutlich mit mehr als 100 km/h, und Puente lehnte es ab, über einen Rücktritt zu sprechen, während Ermittler die Kette der Entscheidungen rekonstruieren.

Sánchez versprach eine umfassende Untersuchung und bezeichnete den Unfall als nationale Katastrophe. Der spanische Fußballverband verschob 24 für Mittwochabend angesetzte Partien der Copa del Rey, während europäische Vertreter Hilfe anboten und ihr Beileid aussprachen.

„Ganz Spanien trauert.“

Pedro Sánchez

Als Nächstes: Eine offizielle Untersuchung wird das Kontrollversagen prüfen.

Nach Berichten von: Deutsche Welle, europa press, ANSA.it

2Wahlen

Israels Auszählung lässt beide Blöcke ohne Mehrheit

Fortsetzung von heute Morgen. Neu: Alle Wahllokalstimmen sind nun ausgezählt; beide Hauptblöcke bleiben vor der Zählung von 650.000 Umschlägen ohne Mehrheit.

Die in Israels Wahllokalen abgegebenen Stimmzettel sind vollständig ausgezählt, und das Ergebnis eröffnet keinem der beiden großen Lager einen Weg zur Regierung. Benjamin Netanjahus Block hat 53 Sitze in der 120 Sitze umfassenden Knesset, Gadi Eisenkots Block des Wandels kommt auf 48, und von arabischen Vertretern geführte Parteien haben 19. Damit fehlen sowohl Netanjahu als auch Eisenkot die für eine Regierung nötigen 61 Sitze, bevor etwa 650.000 Stimmzettel aus Doppelumschlägen zum Gesamtergebnis hinzukommen.

Knesset-Blöcke nach WahllokalzählungSitze
  • Netanjahu-Block53
  • Wechselblock48
  • Arabisch geführte Parteien19
  • Mehrheitsschwelle61

Die Stimmzettel in diesen Umschlägen stammen von Soldaten, Wählerinnen und Wählern in Krankenhäusern, Diplomaten im Ausland, Inhaftierten und weiteren Gruppen, deren Stimmzettel einer zweiten Prüfung bedürfen. Asaf Shapira vom Israel Democracy Institute sagte N12, religiöse rechte Parteien profitierten gewöhnlich von dieser Auszählung, er erwarte jedoch keine grundlegende Veränderung, weil keines der beiden großen Lager nahe an einer Mehrheit sei. Michael Milstein, ein ehemaliger Oberst des israelischen Geheimdienstes, sagte Adnkronos, Neuwahlen erschienen als wahrscheinlichstes Ergebnis, auch wenn er Gespräche über eine Einheitsregierung zwischen Eisenkot und Netanjahu als einen möglichen Weg beschrieb.

Der erste taktische Kampf könnte um den Knessetsprecher gehen. Channel 12 berichtete, Eisenkots Block wolle seine Stimmen mit denen arabischer Parteien bündeln, um Amir Ohana vom Likud abzulösen, auch wenn man sich noch auf keinen gemeinsamen Kandidaten geeinigt habe. Nach dem Grundgesetz beginnt der Präsident binnen sieben Tagen nach Veröffentlichung der Endergebnisse mit Konsultationen und gibt anschließend einem Abgeordneten 28 Tage Zeit, um zu versuchen, eine Mehrheit zusammenzustellen.

Als Nächstes: Der Präsident beginnt binnen sieben Tagen nach Veröffentlichung der Endergebnisse mit Beratungen.

Nach Berichten von: BBC, Deutsche Welle, AP NEWS, ANSA.it, europa press, Adnkronos

3Energie & Handel

Europas Gas-Benchmark knackt vor Winter 100 €

Neu

Der niederländische TTF-Gasbenchmark stieg in Amsterdam auf über 100 € je Megawattstunde, erstmals seit 2022 wieder auf dieses Niveau. ANSA bezifferte den Kontrakt auf 100,04 €, ein Plus von 4,1 %, während andere Medien ähnliche Preise und ein Tageshoch von 100,30 € meldeten. Auch Brent-Rohöl wurde über 115 Dollar je Barrel gehandelt, was den Druck auf Regierungen erhöht, die bereits versuchen, Haushalte vor hohen Energierechnungen zu schützen.

Europäische Gaspreisszenarien€/MWh
  • Vor dem Krieg31,7
  • 28. Okt. TTF100,04
  • ICIS kalter Winter130
  • ICIS Friedensfall50

Der Anstieg folgt auf den Krieg zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und Iran, der LNG-Lieferungen aus dem Persischen Golf nahezu zum Erliegen gebracht hat. Katar hat Lieferungen unter Berufung auf höhere Gewalt gestrichen, und Händler rechnen kaum mit Fortschritten bei einer Wiedereröffnung der Straße von Hormus vor dem Winter. Die europäischen Preise haben sich gegenüber 31,70 € am letzten Handelstag vor Beginn des Konflikts mehr als verdreifacht, während asiatische Käufer höhere Preise für Ladungen gezahlt und Mengen aus Europa abgezogen haben.

Die Speicherlage erschwert es, den Preisschock abzufedern. Gas Infrastructure Europe bezifferte den Füllstand der EU-Anlagen am 27. Oktober auf 74,9 %, verglichen mit 82,9 % zum vergleichbaren Zeitpunkt im vergangenen Jahr, und Deutschlands Reserven lagen bei 61,6 %. ICIS erwartet, dass die Straße von Hormus bis März 2027 geschlossen bleibt, und prognostiziert für November Preise um 100 €, wobei ein strenger Winter sie Anfang nächsten Jahres in die Nähe von 130 € treiben würde.

Als Nächstes: ICIS erwartet, dass die Straße von Hormus bis März 2027 geschlossen bleibt.

Nach Berichten von: N-tv, forsal.pl, Trouw, ANSA.it, pb.pl, www.gazetaprawna.pl

4Regierung

Healey besteuert Banken für Energiezahlungen

Fortsetzung von heute Morgen. Neu: John Healey hat nun den Haushalt vorgelegt, den Bankenzuschlag erhöht und Energiezahlungen von 100 £ skizziert.

John Healey nutzte seinen ersten Haushalt dazu, den Bankenaufschlag von 3 Prozent auf 6 Prozent zu erhöhen, wodurch der effektive Körperschaftsteuersatz der Kreditinstitute für 15 Monate ab Januar 2027 auf 31 Prozent steigt. Die Erhöhung fällt geringer aus, als die Märkte befürchtet hatten, und die Aktien von Lloyds, NatWest und Barclays legten in London zu. Die Financial Times schrieb, die Abgabe solle in diesem Haushaltsjahr 305 Mio. Pfund und im nächsten Jahr fast 1 Mrd. Pfund einbringen.

6 %

Bank-Körperschaftsteuerzuschlag im Vereinigten Königreich ab Januar

Quellen: Neue Zürcher Zeitung, POLITICO, BBC

Das Geld finanziert eine Energiezahlung von 100 Pfund an Haushalte in rund 20 Mio. Wohnungen der Council-Tax-Klassen A bis D in England, mit Kosten in Höhe von 2,6 Mrd. Pfund. Healey verlängerte außerdem eine Mehrwertsteuersenkung für Strom bis Juli, verlagerte grüne Abgaben von den Rechnungen der Haushalte in die allgemeine Besteuerung und sagte, Grundgebühren für Gas würden ab 2027 abgeschafft. Sparer und Vermieter müssen ab kommendem April mit einer weiteren Steuererhöhung um 2 Prozentpunkte bei Einkünften aus Ersparnissen und Immobilien rechnen.

Healey senkte den finanzpolitischen Spielraum für 2029/30 von den 22 Mrd. Pfund, die Rachel Reeves im vergangenen Jahr festgelegt hatte, auf 15 Mrd. Pfund, nachdem das Office for Budget Responsibility seine Wachstumsprognose gesenkt hatte. Die Kraftstoffsteuer bleibt das 16. Jahr in Folge eingefroren, Glücksspielsteuern steigen, und öffentliche Investitionsinstrumente erhalten in den kommenden Jahren weitere 20,4 Mrd. Pfund.

„Das sind die Stürme, denen wir gegenüberstehen. Wir können sie nicht wegwünschen. Wir müssen den Kurs wählen, den wir durch sie hindurch steuern.“

John Healey

Als Nächstes: Der Bankenzuschlag steigt ab Januar 2027 und gilt 15 Monate.

Nach Berichten von: Neue Zürcher Zeitung, POLITICO, BBC, europa press, LBC, inews.co.uk

5Konflikte

USA warnen Golfstaaten vor möglichen Iran-Schlägen

Neu

Washington hat mehrere Golfstaaten aufgefordert, sich nach den US-Zwischenwahlen am 3. November auf einen kurzen, aber intensiven Militäreinsatz gegen den Iran vorzubereiten, berichtet das Wall Street Journal. Die Warnungen wurden über diplomatische und militärische Kanäle übermittelt, während das Weiße Haus erklärte, Donald Trump halte sich alle Optionen offen, um den Iran am Erwerb einer Atomwaffe zu hindern. Das Verteidigungsministerium erklärte, seine Aufgabe sei es, dem Präsidenten solche Optionen vorzulegen.

Auch die US-Streitkräfte werden umgruppiert. Ein Patriot-Flugabwehrsystem wird von Texas nach Israel verlegt, exponierte amerikanische Einheiten haben einige Stützpunkte im Nahen Osten verlassen, und Munitionsbestände werden aufgefüllt. Bomber, Kampfjets, eine Flugzeugträgerkampfgruppe und eine Marine-Expeditionseinheit werden für einen möglichen Einsatz bereitgemacht, auch wenn Trump noch keine endgültige Entscheidung getroffen hat und regionale Vermittler weiter auf eine Vereinbarung zur Wiederöffnung der Straße von Hormus drängen.

US-Kostenschätzungen für Iran-KriegMrd. $
  • Juli-Schätzung37,5
  • 16. Okt. Schätzung47,1

Die Kosten des laufenden Krieges haben nach Pentagon-Zahlen, die dem Kongress übermittelt wurden und über die die New York Times berichtete, bis zum 16. Oktober bereits 47,1 Mrd. Dollar erreicht. Das liegt mehr als 25 % über Pete Hegseths Schätzung vom Juli in Höhe von 37,5 Mrd. Dollar. Mehr als 60 % der Ausgaben entfallen auf Munition, und der Ersatz von Bomben, Raketen und anderen in dem Konflikt eingesetzten Waffen kostet mehr als 29 Mrd. Dollar.

Als Nächstes: Die US-Zwischenwahlen finden am 3. November statt.

Nach Berichten von: Libertatea, Ziare.com, Digi24, Adnkronos, de Volkskrant, TVP Info

6Wahlen

Flávio Bolsonaro verlässt Brasilien über Argentinien

Fortsetzung von heute Morgen. Neu: Argentinien bestätigte den Grenzübertritt, Trump unterstützte Visa, und Brasiliens Oberster Gerichtshof fror die Pässe des Senators ein.

Argentiniens Migrationsbehörde bestätigte, dass Flávio Bolsonaro und seine Familie am späten Dienstag über die Provinz Misiones in das Land eingereist sind. Sie überquerten um 22.50 Uhr die Tancredo-Neves-Brücke von Foz do Iguaçu nach Puerto Iguazú. Vierzig Minuten später bestiegen sie ein Privatflugzeug von Baires Fly, dessen Flugplan Guayaquil in Ecuador als Ziel auswies. Das brasilianische Medium Metrópoles berichtete hingegen, Bolsonaro sei nach Florida gelangt und habe dort seinen Bruder Eduardo Bolsonaro getroffen.

Donald Trump sagte am Mittwoch, er würde die Erteilung eines Visums für Bolsonaro billigen und habe damit kein Problem. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte Europa Press, das von Marco Rubio geführte Ministerium werde dem Senator und seiner Familie Visa ausstellen. Die Äußerungen folgten auf Lulas Sieg in der Stichwahl, nach dem Richter Alexandre de Moraes laut ANSA die Beschlagnahmung von Bolsonaros brasilianischem und italienischem Pass anordnete.

Die brasilianische Polizei hat die Pässe für ungültig erklärt, und der Oberste Gerichtshof ordnete Ermittlungen wegen mutmaßlicher ausländischer Finanzierung von Bolsonaros Wahlkampf und Manipulation von Algorithmen in sozialen Medien an. ANSA berichtete außerdem, gegen ihn werde wegen des Verdachts der Geldwäsche gemeinsam mit seinem Anwalt Willer Tomaz ermittelt. Lula nannte die Ausreise beschämend und sagte, Bolsonaro hätte in Brasilien bleiben sollen, um die Vorwürfe zu widerlegen.

Nach Berichten von: Adnkronos, ANSA.it, europa press

Was ansteht

Aus dieser Ausgabe

  • 1

    Eine offizielle Untersuchung wird das Kontrollversagen prüfen.

  • 2

    Der Präsident beginnt binnen sieben Tagen nach Veröffentlichung der Endergebnisse mit Beratungen.

  • 3

    ICIS erwartet, dass die Straße von Hormus bis März 2027 geschlossen bleibt.

  • 4

    Der Bankenzuschlag steigt ab Januar 2027 und gilt 15 Monate.

  • 5

    Die US-Zwischenwahlen finden am 3. November statt.

Alle Termine

Das war die ganze Ausgabe.

Alle Ausgaben

Alle lesen Pollar kostenlos. Mitglieder bezahlen dafür.

Die Mitglieder bezahlen die Server in Deutschland und die KI-Modelle, die Berichte europäischer Redaktionen ordnen, zusammenfassen und übersetzen.

Mitglied werden

Wie der Brief entsteht