Morgen-Brief, Donnerstag, 22. Oktober

Von KI erstellter Text und synthetische Stimme. Wie dieser Text entsteht

Eine Ausgabe aus dem Archiv. Neueste Ausgabe

Morgenausgabe

Satellitenbild: NASA

1Diplomatie

Witkoff drängt Putin, Ukraine-Gespräche neu zu starten

Fortsetzung vom gestrigen Abend. Neu: Witkoff drängte Putin, Gespräche wieder aufzunehmen, und Selenskyj unterstützte das Einfrieren der Front als Mindestforderung.

Steve Witkoff bat Wladimir Putin, die trilateralen Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den Vereinigten Staaten wieder aufzunehmen, nachdem er sich zuvor in Oslo mit Wolodymyr Selenskyj und europäischen Staats- und Regierungschefs getroffen hatte. Er brachte Dokumente mit, in denen Ideen für ein mögliches Friedensabkommen dargelegt wurden, und sagte, die Treffen in Oslo hätten für etwas Schwung gesorgt. Putin lobte Donald Trumps Aufmerksamkeit für den Krieg, und Witkoff dankte ihm dafür, Stephen Hubbard freigelassen zu haben, der nach mehr als vier Jahren in russischer Haft voraussichtlich zu seiner Familie zurückkehren wird.

Selenskyj sagte Fox News, die Ukraine könne ein Einfrieren des Konflikts entlang der aktuellen Frontlinie als Mindestangebot akzeptieren, das Russland vor einer Einigung machen müsse. Er sagte, Kiew werde dann Sicherheitsgarantien von den Vereinigten Staaten und europäischen Partnern anstreben, und fügte hinzu, dass jede Vereinbarung vom ukrainischen Parlament gebilligt werden müsse. Die Ukraine erwartet weiterhin eine neue Lieferung von NASAMS-Luftverteidigungssystemen im November 2026, während Selenskyj sagte, Einschränkungen bei den Starlink-Diensten müssten noch behoben werden.

Moskau und Kiew signalisierten beide die Bereitschaft zu Gesprächen unter US-Vermittlung, allerdings mit unterschiedlichen Zeitvorstellungen. Kreml-Berater Juri Uschakow sagte, Russland könne die Gespräche um den 10. November herum, nach den US-Zwischenwahlen, wieder aufnehmen, während Selenskyj früher ein Treffen will. Uschakow wies Vorschläge aus Kiew und europäischen Hauptstädten als dürftig zurück, wodurch die beiden Seiten weiterhin auseinanderliegen, auch wenn Trump sagt, das Ende des Krieges sei näher denn je.

Als Nächstes: Russland sagt, trilaterale Gespräche könnten um den 10. November nach den US-Zwischenwahlen wieder beginnen.

Nach Berichten von: Adnkronos, ANSA.it, AP NEWS, Diário de Notícias

2KI & Tech

PHP-Lücken legen Regierungswebsites in Europa lahm

Fortsetzung vom gestrigen Abend. Neu: Patches sind veröffentlicht, und europäische Regierungen nahmen Websites offline, um sie einzuspielen.

PHP-Maintainer haben aktualisierte Versionen veröffentlicht, nachdem Forschende zwei kritische Schwachstellen zur Remote-Code-Ausführung in der Open-Source-Programmiersprache offengelegt hatten, die laut Axios auf fast 70 % aller Websites zum Einsatz kommt. Die als CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619 erfassten Fehler erreichten jeweils 9,2 von 10 Punkten auf der CVSS-4.0-Skala. Die Maintainer warnten, dass Konfigurationsänderungen einen Server nicht vollständig schützen, sodass Betreiber aktualisieren müssen, um die Lücken zu schließen.

9,2

Punkte von zehn erreichen zwei PHP-Sicherheitslücken auf der CVSS-v4.0-Skala

Quellen: RTVE.es, Deutsche Welle, BBC

Regierungen und öffentliche Stellen nahmen Dienste offline, während sie Korrekturen einspielten. Der ITZBund trennte eine Reihe von Bundesseiten vom Netz, Websites französischer Präfekturen gingen offline, und niederländische Portale, darunter der Rotterdamer Hafen, Overheid, Krankenhäuser und Websites politischer Parteien, wurden deaktiviert. Belgiens Außenministerium nahm Online-Angebote vom Netz, während auch Dänemark und Finnland einige Regierungsseiten vom Netz nahmen. Behördenvertreter sagten, die Abschaltungen seien vorbeugend und bedeuteten nicht zwangsläufig, dass Angriffe stattgefunden hätten.

Forschende von Calif und Wiz fanden die Schwachstellen mithilfe neuer KI-Modelle, darunter Gemini und ChatGPT, und Wiz teilte mit, die Fehler seien mehr als 10 Jahre lang unbemerkt geblieben. OpenAI erklärte, eines seiner Modelle habe geholfen, eine Schwachstelle aufzudecken, und PHP-Forschende dabei unterstützt, eine Korrektur zu entwickeln. Das Weiße Haus, CISA, die NSA, Großbritanniens NCSC, Spanien und Portugal drängten allesamt auf sofortiges Einspielen der Patches, und Behörden rieten dazu, exponierte Systeme zu isolieren, die nicht sofort aktualisiert werden können.

„Alle Server, die irgendeine in den letzten 20 Jahren veröffentlichte PHP-Version verwenden, werden verwundbar sein. Dieses Problem betrifft den Großteil des Internets.“

Tiffany Farriss

Als Nächstes: Betreiber, die nicht patchen können, sollen ans Internet angebundene Systeme bis zum Upgrade isolieren.

Nach Berichten von: RTVE.es, Deutsche Welle, BBC, ANSA.it, Adnkronos, europa press

3Wirtschaft

Richter in New Mexico ordnet 25 Milliarden USD gegen Meta an

Neu

Richter Francis J. Mathew vom Bezirksgericht des Bundesstaates in Santa Fe ordnete an, dass Meta 25 Milliarden Dollar zahlen muss, nachdem eine Jury festgestellt hatte, dass Facebook Nutzer beim Datenschutz getäuscht hatte. Die Strafe, die in Gerichtsunterlagen offengelegt wurde, steht im Zusammenhang mit dem Cambridge-Analytica-Skandal und zählt zu den höchsten, die je gegen das Unternehmen verhängt wurden.

$18 Mrd.

schwerer Vergleich, dem Meta mit US-Staaten für strengeren Kinderschutz zustimmt

Quellen: Mediafax.ro, Neue Zürcher Zeitung, AP NEWS

New Mexico verklagte Meta 2021, nachdem Cambridge Analytica über eine Drittanbieter-App persönliche Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern gesammelt hatte. Der Bundesstaat warf Meta vor, Nutzer in New Mexico darüber belogen zu haben, wer auf ihre Informationen zugreifen könne, und erklärte außerdem, das Unternehmen habe Menschen über Hassrede, Falschinformationen und interne Richtlinien in die Irre geführt. Nach einem zweiwöchigen Prozess stellte die Jury mehr als 43 Millionen Verstöße gegen das Verbraucherschutzrecht des Bundesstaates fest, wobei für jeden Verstoß eine Strafe von bis zu 5.000 Dollar verhängt werden kann.

Generalstaatsanwalt Raul Torrez sagte, nach dem Recht des Bundesstaates fließe die gesamte Strafe in das Schulsystem von New Mexico. Die Entscheidung ist das zweite für Meta ungünstige Urteil in dem Bundesstaat innerhalb von sechs Monaten, nachdem Geschworene im März festgestellt hatten, dass das Unternehmen Nutzer über die Sicherheit junger Menschen auf Facebook, Instagram und WhatsApp getäuscht hatte. Meta hat bereits rund 6 Milliarden Dollar an die US-Regierung gezahlt, um Ermittlungen im Zusammenhang mit dem umfassenderen Skandal zu beenden.

Nach Berichten von: Mediafax.ro, Neue Zürcher Zeitung, AP NEWS, europa press, ANSA.it, Al Jazeera Online

4Energie & Handel

Großbritannien genehmigt Gasfeld Jackdaw in der Nordsee

Neu

Die britische Regierung hat die Förderung aus dem Gasfeld Jackdaw genehmigt und damit monatelange Unsicherheit über ein Nordseeprojekt beendet, das von Adura betrieben wird, einem Gemeinschaftsunternehmen von Shell und Equinor. Das Feld liegt etwa 241 Kilometer von Aberdeen entfernt, und Minister erklärten, bis Ende Oktober könne erstmals Gas gefördert und bis Jahresende ins nationale Netz eingespeist werden. Premierminister Andy Burnham stellte die Genehmigung als Mittel dar, Hunderte Arbeitsplätze zu schützen und Häuser mit heimischen Reserven zu heizen.

Jackdaw war erstmals 2022 genehmigt worden, geriet dann jedoch ins Stocken, nachdem Umweltgruppen und lokale Gemeinden dagegen vorgegangen waren. Das schottische Court of Session entschied 2025, dass Jackdaw und Rosebank rechtswidrig genehmigt worden waren, weil Minister die Emissionen aus der Verbrennung des Brennstoffs nicht berücksichtigt hatten. Labour hatte zugesagt, keine neuen Lizenzen zu vergeben, doch Burnham ordnete nach seinem Amtsantritt im Juli eine Überprüfung an und verwies auf die Energiekrise. Energieministerin Miatta Fahnbulleh gab Jackdaw anschließend nach einer weiteren Prüfung frei.

Die Regierung sagt, Jackdaw werde über elf Jahre rund 5% der britischen Gasproduktion liefern, während Adura den Anteil auf etwa 6% der Nordsee-Gasproduktion beziffert. Minister räumen zudem ein, dass die Energiekosten der Haushalte nicht sinken werden, weil Nordsee-Gas zu internationalen Marktpreisen verkauft wird. Fahnbulleh unterschied zwischen Jackdaw und Rosebank und sagte, das erste Projekt bediene den heimischen Markt, während das zweite vor allem Öl für den Export fördern würde.

„Hier ging es um Energiesicherheit und darum, über heimische Energie zu verfügen.“

Miatta Fahnbulleh

Als Nächstes: Ein Urteil zum Ölfeld Rosebank wird später in diesem Jahr erwartet.

Nach Berichten von: The Guardian, Courrier international, rts.ch, Bloomberg Business, Evening Standard, Deutsche Welle

5Sicherheit

Washington holt Botschaftsfamilien aus Saudi-Arabien

Neu

Die US-Botschaft in Riad hat amerikanisches Botschaftspersonal und dessen Familien angewiesen, Saudi-Arabien zu verlassen, wie eine von AFP zitierte diplomatische Quelle mitteilte. Auch Familien von Mitarbeitern an US-Vertretungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien, Katar und Bahrain wurden zur Ausreise aufgefordert. Reuters hatte zuvor über Vorbereitungen für den Schritt berichtet, wobei Beamte auf Befürchtungen vor neuen Kämpfen und Huthi-Angriffen aus dem Jemen verwiesen. Das Außenministerium hatte die Anordnung nicht öffentlich bestätigt, als die Berichte erschienen.

Saudi-Arabien ist seit Anfang Oktober nahezu täglich Raketen- und Drohnenangriffen ausgesetzt. Bei einem Angriff am 10. Oktober auf den internationalen Flughafen von Riad wurden 13 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt, und die Warnung der US-Vertretung wies auf mögliche Angriffe auf Flughäfen, Sperrungen des Luftraums und Flugausfälle hin. Washington hatte US-Regierungsangestellte in Saudi-Arabien bereits verpflichtet, vor der Nutzung eines Flughafens im Königreich eine Sondergenehmigung einzuholen.

Am selben Tag erklärte Saudi-Arabien, Trümmer einer abgefangenen Drohne seien auf das Ölfeld Shaybah im Südosten gestürzt, wobei zwei ausländische Arbeiter getötet und zwei weitere verletzt worden seien. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition teilte mit, sie habe Drohnen abgeschossen, die auf das Königreich zusteuerten, während der Huthi-Militärsprecher Yahia Sari bestritt, an diesem Tag Drohnen in Richtung Medina geschickt oder eine Operation gegen Saudi-Arabien durchgeführt zu haben. Das Ministerium meldete keine Auswirkungen auf den Betrieb des Ölfelds (33e05d7e-4eea-b4e4-3af48730784b).

Eine angeordnete Ausreise ist für die Mitarbeiter und Familienangehörigen, die sie betrifft, verpflichtend, bedeutet für sich genommen aber nicht, dass eine Botschaft geschlossen wird. Am internationalen Flughafen König Khalid in Riad bleiben viele internationale Verbindungen ausgesetzt, und mehrere Fluggesellschaften haben Flüge bis Mitte November gestrichen.

Als Nächstes: Mehrere internationale Airlines haben Saudi-Dienste bis Mitte November gestrichen.

Nach Berichten von: ANSA.it, Adnkronos, europa press, AP NEWS

Was ansteht

Aus dieser Ausgabe

  • 1

    Russland sagt, trilaterale Gespräche könnten um den 10. November nach den US-Zwischenwahlen wieder beginnen.

  • 2

    Betreiber, die nicht patchen können, sollen ans Internet angebundene Systeme bis zum Upgrade isolieren.

  • 4

    Ein Urteil zum Ölfeld Rosebank wird später in diesem Jahr erwartet.

  • 5

    Mehrere internationale Airlines haben Saudi-Dienste bis Mitte November gestrichen.

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