- 2022Die konservative Regierung genehmigt die Jackdaw-Lizenz
- 2024Das Labour-Wahlprogramm verspricht keine neuen Öl- und Gaslizenzen in der Nordsee
- 2025Der Court of Session stellt fest, dass Rosebank und Jackdaw rechtswidrig genehmigt wurden
- 21.10.Die Regierung soll ihre Jackdaw-Entscheidung bekannt geben, Rosebank weiter offen
Eine Entscheidung am Mittwoch
Die britische Regierung wird nach Angaben von Whitehall-Quellen, auf die sich die BBC beruft, am Mittwoch, 21. Oktober, die Genehmigung des Jackdaw-Gasfelds bekannt geben. Die Ankündigung soll am Vormittag aus Aberdeen kommen; als zuständige Minister nennt der Guardian Energieministerin Miatta Fahnbulleh und Schatzkanzler John Healey, wobei Fahnbulleh am Nachmittag vor den Abgeordneten sprechen soll. Das Feld liegt rund 150 Meilen östlich von Aberdeen und enthält schätzungsweise 200 Millionen Barrel Öläquivalent, die laut der New York Times in Großbritannien genutzt und in das Gasnetz eingespeist werden sollen. Betreiber sind Shell und Equinor, und Equinor will sowohl Jackdaw als auch Rosebank entwickeln. Die Betreiber erklären, das Feld könne innerhalb von Monaten an das britische Netz angeschlossen werden.
Warum die Genehmigung so lange dauerte
Das Feld wurde 2022 erstmals von der konservativen Regierung genehmigt; die damaligen Minister argumentierten, es helfe, Großbritannien vor den Turbulenzen auf dem Energiemarkt infolge des russischen Einmarschs in die Ukraine zu schützen. Das Wahlprogramm der Labour-Partei von 2024 versprach keine neuen Öl- und Gaslizenzen in der Nordsee, sagte aber zu, bestehende zu respektieren. Befürworter in der Partei argumentieren, Jackdaw sei kein neues fossiles Feld, da die Arbeiten zur Erschließung bereits vor dem Regierungsantritt von Labour liefen. Ein Urteil des Court of Session in Edinburgh stellte im vergangenen Jahr fest, dass Rosebank und Jackdaw rechtswidrig genehmigt worden waren, weil die Regierung die Klimafolgen der Verbrennung des geförderten Öls und Gases nicht abgewogen hatte. In einem Interview mit BBC Radio Scotland Mitte Oktober sagte Schottlandminister Douglas Alexander, die Minister seien bei öffentlichen Äußerungen vorsichtig, um die Fehler der Vorgängerregierung nicht zu wiederholen, die vor Gericht gelandet war.
Rosebank und der Druck aus Washington
Rosebank, beschrieben als Großbritanniens größtes unerschlossenes Ölfeld, liegt rund 80 Meilen nordwestlich von Shetland und wird noch geprüft. Fahnbulleh hat gesagt, eine Entscheidung dazu werde „etwas länger“ dauern, was nahelegt, dass sie getrennt von Jackdaw fällt. Donald Trump hat behauptet, Großbritannien „sitze auf einem Goldschatz“, und Premierminister Andy Burnham gedrängt, mehr Bohrungen im Becken zu genehmigen – wie zuvor schon bei Ex-Premierminister Sir Keir Starmer. Burnham hat gesagt, die Regierung werde von dem Thema nicht abrücken.
Umweltaktivisten und Industrie gespalten
Umweltaktivisten erklären, die Genehmigung untergrabe die grüne Glaubwürdigkeit von Labour. Tessa Khan, Geschäftsführerin der Anti-Öl-Kampagnengruppe Uplift, brachte die Größenordnung des Feldes drastisch auf den Punkt:
„Jackdaw wird rund zehn Jahre lang nur etwa 2 % unseres Gasbedarfs decken.“
Im Vollbetrieb wird Jackdaw laut Guardian 6 % der Gasförderung in der Nordsee ausmachen, womit es eines der größten noch nicht produzierenden Gasfelder ist. Khan ging in ihrer Kritik an der Klimapolitik der Regierung noch weiter:
„Labours Klimaglaubwürdigkeit steht auf dem Spiel. Keine neuen Öl- und Gasfelder sind mit sicheren Klimagrenzen vereinbar.“
Industrieverbände argumentieren, die Aufnahme der Förderung in beiden Feldern schaffe Arbeitsplätze und verbessere die Energiesicherheit, da Konflikte im Ausland die Versorgung bedrohen. Im Nordseebecken gehen Arbeitsplätze verloren, weil die Reserven schwinden und die Plattformen zunehmend automatisiert werden.
- Anteil am britischen Gasbedarf (laut Uplift)
- 2 %
- Anteil an der Gasförderung in der Nordsee im Vollbetrieb (laut Guardian)
- 6 %
Daten aus dem Artikeltext
Wie es weitergeht
Die Entscheidung zu Jackdaw wird am Mittwoch, 21. Oktober, erwartet, während Rosebank ohne Termin offen bleibt. Umweltschützer sehen das Ergebnis als entscheidenden Test für Burnhams Glaubwürdigkeit beim Klimaschutz, und Kampagnengruppen haben ihn aufgefordert, die Zustimmung für beide Felder zu verweigern.