Abend-Brief, Donnerstag, 22. Oktober

Von KI erstellter Text und synthetische Stimme. Wie dieser Text entsteht

Eine Ausgabe aus dem Archiv. Neueste Ausgabe

Abendausgabe

Satellitenbild: NASA

1Diplomatie

Putin bietet nach Witkoff-Treffen Novembergespräche an

Fortsetzung von heute Morgen. Neu: Hubbards Freilassung und republikanischer Ärger über Steve Witkoffs Lob sind seit der Morgenausgabe neu.

Wladimir Putin signalisierte Steve Witkoff nach mehr als drei Stunden Gesprächen in St. Petersburg bedingte Gesprächsbereitschaft. Kremlberater Juri Uschakow sagte, Moskau sei grundsätzlich bereit, trilaterale Verhandlungen mit Washington und Kyjiw um den 10. November wieder aufzunehmen, wobei Sicherheit im Mittelpunkt stehen solle. Dmitri Peskow sagte, Kirill Dmitrijew habe für Russland teilgenommen und Jared Kushner sei aus der Ferne zugeschaltet gewesen. Uschakow sagte außerdem, Vorschläge, die zuvor in Oslo von ukrainischen und europäischen Vertretern erörtert worden seien, enthielten wenig, was einer Einigung dienen würde, sodass der bekannte russische Widerstand in dem Angebot bereits angelegt war.

Russland ließ Stephen Hubbard am selben Tag frei. Donald Trump sagte, er habe Putin in einem Telefonat im Oktober gebeten, den 74-jährigen pensionierten Lehrer aus Michigan freizulassen, und sagte, die Vereinigten Staaten hätten im Gegenzug nichts gegeben. Hubbard war 2024 in einem nichtöffentlichen Verfahren zu fast sieben Jahren Haft verurteilt worden, nachdem ihm vorgeworfen worden war, einen Vertrag mit dem ukrainischen Militär unterzeichnet zu haben, ein Vorwurf, den sein Anwaltsteam bestreitet. Steve Witkoff dankte Putin und bezeichnete ihn als mitfühlend, was beim republikanischen Senator Thom Tillis und beim Kongressabgeordneten Don Bacon Empörung auslöste; Vizepräsident JD Vance verteidigte Witkoff mit den Worten, die Rückkehr einer amerikanischen Geisel sei wichtiger als die Worte, mit denen sie ermöglicht worden sei.

Wolodymyr Selenskyj sagte, die Ukraine befürworte ein trilaterales Treffen mit Russland und den Vereinigten Staaten so bald wie möglich. In einem Interview mit Fox News sagte er, das Einfrieren der derzeitigen Frontlinie sei aus seiner Sicht der eigentliche Weg, den Krieg zu beenden. Er sagte außerdem, US-Sicherheitsgarantien müssten Teil jeder Vereinbarung sein und jedes Abkommen solle dem Parlament vorgelegt werden.

Als Nächstes: Trilaterale Gespräche könnten um den 10. November wiederaufgenommen werden.

Nach Berichten von: Adnkronos, ANSA.it, AP NEWS, Diário de Notícias

2Digital

PHP-Lücken legen Banken und Behörden lahm

Fortsetzung von heute Morgen. Neu: Japanische Banken, Fluglinien und Bahndienste kamen zu den Abschaltungen hinzu, während viele deutsche Websites nach Updates zurückkehrten.

Zwei kritische PHP-Schwachstellen verursachten weiterhin Probleme im Betrieb öffentlicher Dienste und privater Plattformen. Die Fehler, CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619, haben einen CVSS-4.0-Schweregrad von 9,2 von 10 und könnten Angreifern ermöglichen, aus der Ferne Code auf betroffenen Servern auszuführen. WatchTowr nennt die beiden Schwachstellen PHP2shell und sagt, Angreifer könnten die Kontrolle über Websites übernehmen, sie verändern oder Daten stehlen. Spaniens Digitalministerium forderte öffentliche und private Organisationen auf, sofort Updates einzuspielen, während INCIBE eine Warnung herausgab.

Regierungen nahmen Ausfälle in Kauf, statt Risiken einzugehen. Websites der niederländischen Regierung, darunter der digitale ID-Anmeldedienst, waren nicht mehr erreichbar, und Finnland nahm öffentliche Dienste vom Netz. Das britische National Cyber Security Centre riet Organisationen, die nicht sofort aktualisieren konnten, zu prüfen, ob sie Systeme offline nehmen sollten, und einige Websites britischer Kommunen sowie NHS Scotland setzten Dienste zeitweise aus. Japan meldete nach Angaben von Kabinettschef Minoru Kihara keine Schäden, doch er rief die Bürger auf, Patches zu installieren.

Auch japanische Banken schalteten Dienste ab. Die MUFG Bank stoppte einige Online-Transaktionen, die Mizuho Bank und Daiwa Securities führten Notfallwartungen durch, und die Shizuoka Bank deaktivierte ihre Online-Banking-App, bis deren Sicherheit bestätigt war. Japan Airlines und All Nippon Airways setzten einige Website-Funktionen aus, ohne den Flugbetrieb zu beeinträchtigen, und East Japan Railway stoppte drei Dienste, darunter ihre Kreditkarten-App. Der japanische Bankenverband erklärte, das inländische Fondsabwicklungsnetz habe bislang keine Auswirkungen festgestellt.

Deutschland nahm den Ausfall als Argument für Ausgaben. Ralph Brinkhaus sagte, der Vorfall zeige, wie verwundbar Systeme seien, und Konstantin von Notz verlangte echtes politisches Handeln bei der IT-Sicherheit. RP Online berichtete, dass die meisten in Deutschland offline genommenen Websites nach der Installation von Updates wieder online waren.

Als Nächstes: INCIBE sagt, exponierte Systeme sollten isoliert werden, bis eine korrigierte PHP-Version eingespielt ist.

Nach Berichten von: ANSA.it, Adnkronos, europa press, ZDNet, SAPO, The Independent

3Makroökonomie

Französische Renditen überholen Treasuries vor Moody's-Prüfung

Neu

Frankreich hat an den Märkten eine heikle Schwelle überschritten. Die Rendite seiner 10-jährigen Staatsanleihen durchbrach am 21. Oktober die Marke von 5 %, anschließend meldete BFMTV 5,082 %, verglichen mit 5,079 % für die 10-jährige US-Staatsanleihe. Der Abstand ist winzig, doch Investoren verlangten kurzzeitig eine höhere Rendite dafür, Paris für zehn Jahre Geld zur Verfügung zu stellen, als Washington. N-tv bezifferte den Aufschlag gegenüber deutschen Bundesanleihen auf fast 162 Basispunkte, ein Rekordhoch, und verwies auf das Risiko einer Herabstufung.

Renditen zehnjähriger Anleihen in Frankreich und den USA%
  • 10-jährige OAT Frankreich5,08
  • 10-jährige US-Treasury5,08

Der Ausverkauf hat politische Gründe ebenso wie rechnerische. Frankreich war mit Protesten wegen der Lebenshaltungskosten, der Mieten, der Sparpolitik und der Lage der öffentlichen Dienste konfrontiert, und das Innenministerium meldete nach den Unruhen vom Samstag fast 2.400 Festnahmen. Die Blockade im Parlament hat Emmanuel Macrons Renten- und Ausgabenpläne ausgebremst, während Premierminister Sebastien Lecornu eine Minderheitsregierung führt. Der Guardian berichtete für 2025 von einem Defizit von 5,1 % des BIP und einer Verschuldung von 115,6 % des BIP.

Der Druck griff auch auf andere Anleihen der Eurozone über. Jim Reid von der Deutschen Bank sagte, die Aufschläge italienischer und spanischer Anleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen hätten sich ausgeweitet, und Carsten Brzeski von ING sagte, höhere Renditen verstärkten vor der Zinsentscheidung in der am 26. Oktober beginnenden Woche die restriktive Haltung der Europäischen Zentralbank. Die Aktien von Carrefour fielen nach Plünderungen um 13,8 %, und der Einzelhändler senkte seinen Jahresausblick, wobei er nun mit einer Belastung des operativen Gewinns von 80 Millionen bis 200 Millionen rechnet.

Die nächste öffentlich bekannte Wegmarke ist die Überprüfung der Bonitätsnote Frankreichs durch Moody's am Freitagabend. Lecornu will das Defizit wieder auf 5 % des BIP zurückführen, doch die Regierung kämpft weiterhin darum, den Haushalt für das nächste Jahr durchzubringen.

Als Nächstes: Moody's überprüft Frankreichs Rating am Freitagabend, 23. Oktober.

Nach Berichten von: Adnkronos, The Economist, Bloomberg Business, Axios

4Konflikte

Dammam-Angriff treibt US-Personal aus Saudi-Arabien

Fortsetzung von heute Morgen. Neu: Die Zahl der Toten in Dammam stieg auf zwei, und Washington ordnete die Ausreise nicht notwendigen Personals und von Familien an.

Die saudi-arabische Luftfahrtbehörde teilte mit, ein Angriff habe spät am 21. Oktober den King Fahd International Airport in Dammam getroffen. Die Generalbehörde für Zivilluftfahrt meldete zunächst einen Toten und acht Verletzte, erhöhte die Zahl dann aber auf zwei Tote, einen saudi-arabischen Staatsbürger und einen indischen Staatsbürger. Sie teilte mit, die Verletzten verschiedener Nationalitäten seien ins Krankenhaus gebracht worden und das Ausmaß der Schäden an den Flughafeneinrichtungen werde noch ermittelt.

In einer gesonderten Erklärung des saudi-arabischen Energieministeriums hieß es, Trümmer einer abgefangenen Drohne hätten in Shaybah, einem von Aramco betriebenen Ölfeld im Südosten des Landes, zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt. Die herabfallenden Trümmer setzten das Fahrzeug eines Auftragnehmers in Brand. Das Ministerium identifizierte die Toten als nepalesischen Staatsbürger und philippinischen Staatsbürger und teilte mit, die Verletzten seien pakistanische und indische Staatsbürger.

Das US-Außenministerium wies einige Diplomaten und Familienangehörige von Mitarbeitern der US-Regierung mit Verweis auf Huthi-Angriffe auf zivile Flughäfen und andere kritische Infrastruktur an, Saudi-Arabien zu verlassen. Die Anordnung gilt für die Botschaft in Riad und die Konsulate. Eine diplomatische Quelle sagte der AFP, dass alle Mitarbeiter der US-Botschaft in Saudi-Arabien und ihre Familien angewiesen worden seien, auszureisen, und dass auch Familien von Botschaftsmitarbeitern in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien, Katar und Bahrain evakuiert würden.

Die Huthis reklamierten zudem einen Angriff mit einer ballistischen Rakete auf saudi-arabische Militärziele am Flughafen Aden im Jemen am selben Tag für sich. Israelische und US-Vertreter sagten gegenüber Axios außerdem, dass Dutzende israelische Jets am 19. Oktober über Syrien und den Irak in Richtung der iranischen Grenze geflogen seien, bei einem Einsatz, den Israel als Abschreckungsübung bezeichnete, nachdem Israel Washington vorab informiert hatte.

Nach Berichten von: ANSA.it, Adnkronos, europa press, AP NEWS

5Gesundheit & Bildung

Nigeria bestätigt importierten Ebola-Fall in Abuja

Neu

Nigeria hat seinen ersten Ebola-Fall seit mehr als einem Jahrzehnt bestätigt, nachdem eine 42-jährige Frau aus Uganda zurückgekehrt war. Odianosen Ehiakhamen vom Nigeria Centre for Disease Control sagte, sie sei am 5. Oktober über Addis Abeba in Abuja angekommen, zwei Tage später erkrankt und am 11. Oktober mit malariaähnlichen Symptomen in ein privates Krankenhaus gegangen. Die Behörden testeten sie am 19. Oktober auf Ebola, und das positive Ergebnis lag am folgenden Tag vor.

Gesundheitsminister Muhammad Ali Pate sagte, die Frau habe vor ihrer Rückkehr nach Abuja etwa zweieinhalb Wochen in Kampala verbracht und sei seitdem in Nigeria nirgendwohin sonst gereist. Die Behörden ermittelten 44 Kontaktpersonen, von denen nach bisherigen Erkenntnissen keine in der Isolation Symptome zeigt. Luftfahrtminister Festus Keyamo ordnete an, dass 46 Personen, bei denen ein Kontakt mit ihr vermutet wird, von Flugreisen ausgeschlossen werden, und sagte, Flughäfen in ganz Nigeria würden Ankünfte und Abflüge überprüfen.

Die Behörden teilten mit, der Fall gehöre zum Bundibugyo-Stamm, demselben Stamm, der in der Demokratischen Republik Kongo zirkuliert. Fälle wurden auch in Uganda und Kenia registriert, während Uganda den Ausbruch später landesweit für beendet erklärte. Nach Angaben der Behörden tötet der Stamm etwa die Hälfte der Infizierten und es gibt keine zugelassene Behandlung oder Impfung, womit Rückverfolgung, Isolation und Wachsamkeit in Krankenhäusern die unmittelbar verfügbaren Mittel bleiben.

Der WHO-Regionaldirektor für Afrika, Mohamed Janabi, sagte, der Kontinent stehe vor einer komplexeren Ausbruchslage. Africa-CDC-Chef Jean Kaseya forderte dringende Maßnahmen und die Einbindung politischer Führungskräfte auf höchster Ebene. WHO-Nigeria-Leiter Pavel Ursu sagte, die Frau zeige in der Isolation Anzeichen einer Erholung, und das Ministerium rief die Öffentlichkeit auf, nicht in Panik zu geraten, während Krankenhäuser auf Verdachtsfälle achten.

Als Nächstes: Die Behörden verfolgen und überwachen exponierte Kontakte.

Nach Berichten von: AP NEWS, 20 Minuten, Blick.ch, The Independent, BBC, Al Jazeera Online

Was ansteht

Aus dieser Ausgabe

  • 1

    Trilaterale Gespräche könnten um den 10. November wiederaufgenommen werden.

  • 2

    INCIBE sagt, exponierte Systeme sollten isoliert werden, bis eine korrigierte PHP-Version eingespielt ist.

  • 3

    Moody's überprüft Frankreichs Rating am Freitagabend, 23. Oktober.

  • 5

    Die Behörden verfolgen und überwachen exponierte Kontakte.

Alle Termine

Das war die ganze Ausgabe.

Alle Ausgaben

Alle lesen Pollar kostenlos. Mitglieder bezahlen dafür.

Die Mitglieder bezahlen die Server in Deutschland und die KI-Modelle, die Berichte europäischer Redaktionen ordnen, zusammenfassen und übersetzen.

Mitglied werden

Wie der Brief entsteht