Abend-Brief, Freitag, 4. September

Abendausgabe, Freitag, 4. September, 18:33.

Von KI erstellter Text und synthetische Stimme. Wie dieser Text entsteht

Eine Ausgabe aus dem Archiv. Neueste Ausgabe

1Konflikte

Russland trifft Kiew, während US-Gesandte Gespräche neu starten

Neu

Eine russische Drohne traf bei Tageslicht die Zentrale des Sicherheitsdienstes der Ukraine in der Wolodymyrska-Straße, schwarzer Rauch stieg aus Fenstern gegenüber der Sophienkathedrale auf, und nahegelegene Geschäfte wurden beschädigt. Kiewer Behörden meldeten mehrere Verletzte, und Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, die Drohne habe das Büro des SBU-Chefs ins Visier genommen, der nicht anwesend gewesen sei. Der Angriff erfolgte am zehnten Tag in Folge russischer Drohnenangriffe auf die Hauptstadt, während russische Vertreter unabhängig davon erklärten, ihre Streitkräfte hätten Ziele auf See nahe Odessa getroffen.

„Die Drohne war direkt auf das Büro des Leiters des Sicherheitsdienstes in diesem Gebäude gerichtet.“

Wolodymyr Selenskyj

Der Zeitpunkt ist bedeutsam, weil Washington versucht, die seit Februar eingefrorenen Gespräche wieder in Gang zu bringen. Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner planen, am Wochenende nach Moskau und Kiew zu reisen, ihre erste Reise nach Kiew, seit Donald Trump ins Amt zurückgekehrt ist. Moskau verlangt weiterhin, dass die Ukraine vier teilweise besetzte Regionen abtritt und ihre NATO-Ambitionen aufgibt, während Kiew territoriale Zugeständnisse ablehnt. Die Diplomatie kommt wieder in Bewegung, doch das Schlachtfeld hat bereits die erste Notiz an den Rand geschrieben.

Nach Berichten von: TheJournal.ie, tagesschau.de, newsORF.at, Handelsblatt, N-tv, Il Fatto Quotidiano

2Wirtschaft

Volkswagen streicht Stellen und Modelle, um Margen zu jagen

Neu

Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat den Zukunftsplan 2030 gebilligt, eine Umstrukturierung, die 50.000 zusätzliche Stellenstreichungen vorsieht und die insgesamt geplante Reduzierung auf 100.000 Stellen erhöht, etwa 15 % der Konzernbelegschaft. Manager verwiesen auf Wettbewerb, Kosten der Elektrifizierung und eine veränderte Nachfrage, während Anleger die Ankündigung mit einem Kursplus der Aktie von 4,9 % quittierten. Das Unternehmen plant außerdem, seine Modellpalette bis 2035 zu halbieren, die Produktkomplexität um rund 75 % zu senken und die Zukunft der Produktion in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm zu überprüfen.

Volkswagens operative Margenzielmarke%
  • H1 20263,8
  • Ziel 20309

Seat wirkt besonders gefährdet. Ein interner Bericht beschrieb einen geordneten Rückzug der spanischen Marke bis 2029, auch wenn Volkswagen erklärte, Garantien, Finanzierungsverträge und Servicevereinbarungen würden fortbestehen. Der Aufstieg von Cupra erklärt einen Großteil der Überlegungen: Die höherpreisigen Autos der Marke steigerten ihre Auslieferungen 2025 um 33 %, während die Verkäufe von Fahrzeugen der Marke Seat um 17 % zurückgingen. Katalanische Politiker und Gewerkschaften versuchen nun, Martorell zu schützen, wo rund 12.000 Beschäftigte im Schatten einer deutschen Tabellenkalkulation sitzen.

„Der Zukunftsplan ist eine Notwendigkeit, um unseren Konzern erfolgreich in das nächste Jahrzehnt zu führen, ohne dass die damit verbundenen Pläne einseitig zulasten der Beschäftigten gehen.“

Daniela Cavallo

Volkswagen hat das Problem der europäischen Autoindustrie nicht gelöst; der Konzern hat es lediglich beziffert, und die Zahl ist groß genug, um jeden anderen traditionsreichen Autobauer noch einmal auf die eigenen Werkstore blicken zu lassen.

Nach Berichten von: Reuters, Norddeutscher Rundfunk, Deutsche Welle, De Morgen, Focus, Stirile ProTV

3KI & Tech

Nvidia kauft Hugging Face, während Tesla das Regelbuch testet

Fortsetzung der Ausgabe vom 3. September.

Nvidia vereinbarte, Hugging Face für 12,93 Milliarden Dollar zu kaufen, zahlt damit deutlich mehr als in früheren Bewertungsgesprächen und übernimmt die Kontrolle über einen zentralen Marktplatz für offene KI-Modelle. Hugging Face beherbergt mehr als 3 Millionen Modelle, 500.000 Datensätze und 1 Million Anwendungen und hat über 18 Millionen registrierte Entwicklerinnen, Entwickler und Forschende. Nvidia versprach, die Plattform anbieterneutral zu halten, ein Versprechen, das Entwickler beruhigen soll, die fürchten, dass der weltweit dominierende Anbieter von KI-Chips offene Infrastruktur in eine Mautstraße verwandeln könnte.

„Hugging Face wird eine offene Plattform für das gesamte KI-Ökosystem bleiben. Entwickler werden die Modelle wählen, die sie wollen, die Frameworks, die sie wollen, die Clouds und Inferenzdienstleister, die sie wollen, und die Rechenplattformen, die sie wollen. NVIDIA-Rechenleistung wird nicht erforderlich sein, um auf Hugging Face aufzubauen oder darüber bereitzustellen.“

Jensen Huang
Plattformgröße von Hugging FaceMillionen
  • KI-Modelle3
  • Datensätze0,5
  • Anwendungen1
  • Entwickler18
  • Unternehmenskunden0,2

Der andere Kampf um KI-Infrastruktur verlagerte sich auf die Straßen von Austin. Tesla setzte Dutzende Cybercab-Robotaxis ohne Lenkrad ein und sah sich nur Stunden später einer Überprüfung von rund 1.000 Fahrzeugen durch die National Highway Traffic Safety Administration gegenüber. Die Behörde wird untersuchen, wie Tesla ein Auto ohne Pedale, Spiegel oder manuelle Bedienelemente nach Vorschriften selbst zertifizierte, die noch immer weitgehend für menschliche Fahrer ausgelegt sind. Tesla betreibt mehr als 200 unüberwachte Robotaxis in sechs Städten und liegt damit weit hinter Waymos Flotte von mehr als 4.000 in 14 Städten.

Offene Modelle und fahrerlose Autos werben beide mit Tempo; Regulierer und Entwickler fragen nun, wer das Bremspedal behält, selbst wenn die Hardware keines mehr hat.

Nach Berichten von: Reuters, Gizmodo, SAPO, BBC, RFI, SudOuest.fr

4Klima

El Niño legt zu, während Brände und Fluten schwache Puffer offenlegen

Fortsetzung der Ausgabe vom 3. September.

Die Weltorganisation für Meteorologie teilte mit, El Niño habe sich fest etabliert und werde voraussichtlich bis Februar 2027 anhalten; Modelle prognostizieren für November eine Oberflächentemperaturanomalie im Pazifik von 4 °C. Die Ozeantemperaturen im Zentrum des Phänomens hatten am 31. August bereits 2,6 °C über dem 30-Jahres-Durchschnitt erreicht, nahe dem Höchstwert der Satellitenära von 3,1 °C aus dem Jahr 2015. Großbritannien riet Haushalten, mehrere Tage lang Lebensmittel und Wasser zu Hause vorzuhalten, was eine geringe Zumutung ist, solange nicht tatsächlich die Lichter ausgehen.

„El Niño hat das Potenzial, Bevölkerungen und Volkswirtschaften weltweit einen schweren Schlag zu versetzen. Wir sehen bereits die Störungen und Verwüstungen, die durch Dürren und Überschwemmungen verursacht werden, und wir erwarten, dass sich diese Auswirkungen verschlimmern, wenn El Niño stärker wird.“

Celeste Saulo
Temperaturanomalie-Marker für El Niño°C über 30-Jahres-Durchschnitt
  • El-Niño-Schwelle0,5
  • 31. Aug. 20262,6
  • Höchststand 20153,1
  • Prognose Nov. 20264

Europas sommerliche Brandsaison verlieh der Warnung eine gewisse lokale Kontur. Satellitendaten zeigten, dass zwischen dem 18. Juni und dem 2. September in der Europäischen Union bei mehr als 1.000 Bränden 5.400 Quadratkilometer verbrannten, mit einem ungewöhnlich zerstörerischen Höhepunkt im Juli. In nur einer Woche vernichteten Flammen etwa 1.900 Quadratkilometer, darunter gewaltige Brände in der spanischen Provinz Ávila und im französischen Département Gironde.

In Nepal zeigte sich die schärfere Seite desselben Anpassungsproblems. Retter bargen neun Tage, nachdem ein Gletscherabbruch Schlamm, Wasser und Fels durch das Trishuli-Tal gewälzt hatte, zwei Wasserkraftarbeiter lebend aus einem verschütteten Tunnel, doch die Behörden zählten weiterhin mehr als 1.200 Tote und Tausende Vermisste. Das Warnsystem überwachte Gletscherseen besser als plötzliches Versagen von Gletschern, eine düstere Unterscheidung, wenn die Flut erst einmal da ist.

Vorbereitung bedeutete früher bessere Prognosen; heute bedeutet sie, Institutionen, Netze und Täler für Ereignisse zu rüsten, die schneller eintreffen als die Warnung.

Nach Berichten von: The Guardian, Washington Post, rts.ch, The Telegraph, Le Parisien, BBC

Das war die ganze Ausgabe.

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