
Volkswagen-Aufsichtsrat genehmigt 50.000 Stellenstreichungen und stellt vier deutsche Werke auf den Prüfstand
Der Aufsichtsrat des Volkswagen-Konzerns hat ein Umstrukturierungsprogramm genehmigt, das bis 2030 den Abbau von 50.000 Stellen vorsieht, während die Zukunft von vier deutschen Produktionsstandorten überprüft und der Produktkatalog halbiert wird.
Zustimmung des Aufsichtsrats und Personalabbau
Der Aufsichtsrat des Volkswagen-Konzerns hat am Donnerstag, dem 3. September 2026, einstimmig dem vom Vorstand erarbeiteten Umstrukturierungspaket „Future Plan 2030“ zugestimmt. Die Maßnahmen sollen die Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen und die strukturellen Kosten senken, als Reaktion auf den zunehmenden Wettbewerb durch chinesische Automobilhersteller. Im Rahmen des genehmigten Plans wird Volkswagen bis 2030 weltweit 50.000 Arbeitsplätze abbauen. Diese Reduzierung entspricht der Hälfte der 100.000 Stellenstreichungen, die in deutschen Pressemeldungen im Juni genannt wurden. Der Autobauer räumte außerdem einen jährlichen Produktionsüberschuss von 500.000 Fahrzeugen in seinen Werken ein, ein Volumen, das in etwa der Gesamtproduktion des Stellantis-Werks in Vigo oder des Werks in Martorell entspricht.
- Aufsichtsrat genehmigt Future Plan 2030 mit Abbau von 50.000 Stellen
- Geplantes Ausstiegsfenster für die Marke Seat gemäß durchgesickerter Vorschläge
- Zieldatum für den Abschluss des Abbaus von 50.000 Stellen und der Portfoliovereinfachung
- Bewertungshorizont für die Produktionskontinuität in vier deutschen Werken
Produktionsstandorte auf dem Prüfstand und Produktvereinfachung
Volkswagen gab bekannt, dass es den Weiterbetrieb von vier deutschen Produktionsstätten zwischen 2031 und 2034 nicht garantieren könne. Die überprüften Werke befinden sich in Emden, Zwickau, Hannover und das Audi-Werk in Neckarsulm. Die Konzernführung bestätigte, dass für alle vier Standorte alternative Nutzungsmöglichkeiten geprüft werden. Um die Fertigungskosten zu senken, wird Volkswagen zudem sein Fahrzeugportfolio um 50 % reduzieren und das Gesamtangebot von etwa 150 Modellen auf 75 verringern. Darüber hinaus plant der Konzern, die Ausstattungsoptionen und Konfigurationsvarianten um rund 75 % zu reduzieren und die Ressourcen auf volumenstarke Modelle mit größeren Skaleneffekten zu konzentrieren.
- Aktuelles Portfolio
- 150 Modelle
- Zielportfolio
- 75 Modelle
Spekulationen um die Marke Seat
Die Entscheidung folgte auf einen Bericht des deutschen Wirtschaftsmagazins WirtschaftsWoche über ein vertrauliches 147-seitiges Dokument, das für die Aufsichtsratssitzung erstellt worden war. Laut der Veröffentlichung deutete der Entwurf darauf hin, dass die Marke Seat bis Ende 2029 geordnet und kostenoptimiert auslaufen würde, während künftige Investitionen auf Cupra umgelenkt würden. Der Bericht fügte hinzu, dass Volkswagen trotz der Einstellung der Marke den Kundendienst aufrechterhalten und bestehende Fahrzeugverpflichtungen erfüllen würde. Das Seat-Management wies die Berichte öffentlich zurück und erklärte, der Aufsichtsrat habe keine Entscheidung getroffen, die Marke kurz- oder mittelfristig einzustellen. Cupra verzeichnete im vergangenen Jahr einen Absatz von über 328.000 Einheiten und erreichte eine jährliche Wachstumsrate von 38 % auf den europäischen Märkten.
Gewerkschaftsreaktionen und Betrieb in Martorell
Der Vorsitzende des Seat-Betriebsrats und Mitglied des Volkswagen-Aufsichtsrats, Matías Carnero, lehnte die berichteten Pläne ab und forderte Erklärungen von der Unternehmensführung. Carnero wies darauf hin, dass Volkswagen 10 Milliarden Euro für die Elektrifizierung von Seat und Cupra mit Unterstützung öffentlicher Subventionen bereitgestellt habe, und argumentierte, dass die öffentliche Hand den Konzern in die Pflicht nehmen müsse.
Wir müssen prüfen, ob die Informationen wahr sind und ob sie dem Vorstand zur Prüfung vorgelegt wurden, aber es ist inakzeptabel, insbesondere angesichts der Tatsache, dass es keinen Plan B gibt, um die Auslastung zu sichern.
Carnero merkte an, dass aktuelle Seat-Modelle auf Verbrennungsmotoren angewiesen sind, die regulatorisch auslaufen, und forderte den Konzern auf, Martorell ein erschwingliches Elektromodell oder den elektrischen Cupra Formentor zuzuweisen. Während Volkswagen einen elektrischen Stadtwagen unter 20.000 Euro mit dem Namen ID.1 plant, ist keine Seat-Variante vorgesehen, sodass der Cupra Raval für 26.000 Euro die günstigste elektrische Option der Marke bleibt.


