Waffenruhe bricht zusammen und blockiert Iran-Gespräche
Fortsetzung vom gestrigen Abend.
Die für Freitagnachmittag angekündigte Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah überstand kaum ihre erste Stunde. US-amerikanische und katarische Vermittler hatten die Vereinbarung als Brücke zu dem umfassenderen Memorandum zwischen den USA und Iran angepriesen, das Anfang der Woche unterzeichnet worden war. Doch libanesische Sicherheitsquellen meldeten kurz nach dem geplanten Beginn der Feuerpause israelische Angriffe, während Israel erklärte, die Hisbollah habe sie zuerst verletzt, und mitteilte, es habe in der Nacht und am Freitagmorgen mehr als 150 Ziele der Hisbollah getroffen. Die Hisbollah erklärte, Israel habe Waffenruhen nie respektiert, und Iran weigerte sich, seine Delegation zu den geplanten Gesprächen in der Schweiz zu entsenden, womit die Reise von Vizepräsident JD Vance noch vor dem Abflug abgesagt wurde.
Die menschlichen Kosten verschärften das diplomatische Scheitern. Libanesische Behörden meldeten am Freitag mindestens 47 Tote und 97 Verletzte durch israelische Angriffe, während Israel vier getötete und vier verwundete Soldaten bei einem Drohnen- und Raketenangriff der Hisbollah am späten Donnerstag bestätigte. Die Ölmärkte gaben leicht nach, Brent fiel um 0,8 % auf 79,25 Dollar, doch der Schiffsverkehr durch Hormus lief weiter unter neuen iranischen Regeln und angesichts von Berichten über Minen, die die mittlere Fahrspur blockierten.
- Tote im Libanon47
- Verletzte im Libanon97
- Getötete israelische Soldaten4
- Verwundete israelische Soldaten4
Benjamin Netanjahu stellte die wiederaufgenommenen Operationen als Vergeltung dar.
„Ein verabscheuungswürdiger Angriff der Hisbollah, der einen eklatanten Verstoß gegen die Waffenruhe darstellt.“
Das Scheitern der Waffenruhe zeigt, wie schwer es ist, einen US-iranischen Handel in eine regionale Pause zu verwandeln, wenn Israel und die Hisbollah jeweils das Tischtuch vom Verhandlungstisch ziehen können.
Nach Berichten von: N-tv, SWI swissinfo.ch, ZEIT ONLINE, newsORF.at, Handelsblatt, SRF News