Konflikte · Nabatien, Bürgenstock und Teheran
Israel setzt Angriffe auf Libanon trotz Waffenruhe fort – gefährdet Trumps Iran-Abkommen
Stunden nachdem eine von den USA und Katar vermittelte Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah in Kraft trat, töteten israelische Luftangriffe im Südlibanon mindestens fünf Menschen und gefährdeten das fragile US-iranische Rahmenabkommen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von N-tv, SWI swissinfo.ch, ZEIT ONLINE und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er
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Kurz gefasst
Trotz einer am Freitag um 16 Uhr vereinbarten Waffenruhe töteten israelische Angriffe im Südlibanon fünf Menschen; die Hisbollah feuerte über 50 Geschosse auf israelische Streitkräfte ab.
US-Geheimdienstberichte besagen, dass Netanjahu das Iran-Abkommen aufgrund innenpolitischen Drucks wahrscheinlich untergraben wird; 70 % der Israelis befürworten eine härtere Gangart gegen die Hisbollah.
Die für Freitag geplanten Nachverhandlungen am Bürgenstock wurden abgesagt; bis Samstag reisten die US-Gesandten Witkoff und Kushner in die Schweiz, der iranische Außenminister könnte folgen.
Innenminister Naqvi reiste in den Iran, um die Verhandlungen mit hochrangigen iranischen Vertretern zu besprechen; Islamabad setzt seine Rolle als Hauptvermittler fort.
Teheran besteht auf der Aufhebung der Bankensanktionen und der Wiederaufnahme legaler Ölverkäufe; es könnte 24 Milliarden Dollar an Wiederaufbauhilfe akzeptieren, statt der ursprünglich geforderten 300 Milliarden.
- 17.06.USA und Iran unterzeichnen 14-Punkte-Rahmenabkommen für eine regionale Waffenruhe.
- 19.06.Israel-Hisbollah-Waffenruhe vereinbart, soll um 16 Uhr Ortszeit in Kraft treten.
- 19.06.Waffenruhe tritt in Kraft; innerhalb einer Stunde werden 12 israelische Luftangriffe gemeldet. Geplante Schweizer Gespräche abgesagt.
- 20.06.Libanesische NNA meldet 5 Tote bei nächtlichen Angriffen; Hisbollah feuert über 50 Geschosse ab. US-Gesandte Witkoff und Kushner reisen in die Schweiz; Pakistans Naqvi trifft in Teheran ein.
Waffenstillstand unter Beschuss
Am Freitag einigten sich Israel und die Hisbollah auf eine von den USA und Katar vermittelte Waffenruhe, die um 16 Uhr Ortszeit in Kraft treten sollte. Wenige Stunden später berichteten libanesische Staatsmedien von israelischen Luftangriffen und Drohnenattacken im Südlibanon, insbesondere rund um die Hisbollah-Hochburg Nabatien. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete fünf Tote in Arab Salim und anderen Dörfern; die libanesische Armee beschuldigte Israel „brutaler“ Angriffe, die die Stabilität untergrüben. Das israelische Militär konterte, die Hisbollah habe über Nacht mehr als 50 Geschosse abgefeuert, woraufhin Vergeltungsschläge auf Hisbollah-Ziele erfolgten.
„Stabilität für Israel und den Libanon kann nur erreicht werden, wenn die Hisbollah aufhört, die Waffenstillstandsabkommen zu brechen.“
Diese Verstöße gefährden direkt das umfassendere US-iranische Rahmenabkommen, das am Mittwoch unterzeichnet wurde und eine regionale Waffenruhe einschließlich des Libanons vorsah.
US-Geheimdienst warnt: Netanjahu könnte Abkommen untergraben
Die Washington Post berief sich auf US-Geheimdienstberichte, wonach der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu das Iran-Abkommen wahrscheinlich untergraben werde – getrieben von innenpolitischem Druck vor den Herbstwahlen. Eine Umfrage eines führenden israelischen Thinktanks vom Mai ergab, dass 70 % der Israelis eine Verschärfung des Kampfes gegen die Hisbollah befürworten.
„Jede Einstellung der Feindseligkeiten oder ein Rückzug aus dem Libanon würde in Israel als Niederlage für Netanjahu angesehen werden.“
US-Beamte haben Israel privat vor Aktionen gewarnt, die Präsident Trumps Abkommen gefährden könnten. Die anhaltenden Angriffe trotz der Waffenruhe deuten jedoch darauf hin, dass Netanjahu das Überleben seiner Koalition über die von den USA geführten Friedensbemühungen stellen könnte.
Diplomaten eilen zu Gesprächen in die Schweiz
Die erste Runde der Nachverhandlungen, die für Freitag im Schweizer Kurort Bürgenstock geplant war, wurde in letzter Minute nach dem Aufflammen des Israel-Hisbollah-Konflikts abgesagt. US-Vizepräsident JD Vance sagte seine Abreise ab. Bis Samstag jedoch tauchten Berichte auf, dass der US-Sonderbeauftragte Steve Witkoff und der Präsidentenberater Jared Kushner bereits in die Schweiz reisten oder dort waren, während der iranische Außenminister Abbas Araghtschi sich ihnen anschließen wollte. Pakistan, das das ursprüngliche Rahmenabkommen vermittelt hatte, setzte seine Pendeldiplomatie fort: Innenminister Mohsin Naqvi reiste nach Teheran, um mit Parlamentssprecher Mohammed Bagher Ghalibaf und Araghtschi zu sprechen und die nächsten Schritte zu erörtern.
Der Preis des Friedens
Der Iran hat eine endgültige Einigung an massive wirtschaftliche Zugeständnisse geknüpft. Das Rahmenabkommen erwähnt einen Wiederaufbaufonds in Höhe von 300 Milliarden Dollar, obwohl Beobachter meinen, Teheran könnte sich mit 24 Milliarden Dollar in zwei Raten zufriedengeben. Entscheidend ist, dass der Iran die Aufhebung der Bankensanktionen fordert, um wieder Zugang zu internationalen Finanzmärkten zu erhalten und legale Ölverkäufe – seine Haupteinnahmequelle – wieder aufnehmen zu können. Ohne dies, so Teheran, werde es kein endgültiges Abkommen geben. Das 14-Punkte-Abkommen verlängert die Waffenruhe zudem um 60 Tage und öffnet die Straße von Hormus wieder.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Benjamin Netanyahu
- Israels Ministerpräsident, unter innenpolitischem Druck, die Militäroperationen im Libanon fortzusetzen.
- Donald Trump
- US-Präsident, Architekt des Rahmenabkommens mit dem Iran.
- Mohsin Naqvi
- Pakistans Innenminister, vermittelt zwischen dem Iran und den USA; besuchte Teheran.
- Abbas Araghtschi
- Irans Außenminister, soll zu den Nachverhandlungen in die Schweiz reisen.
- Mohammed Bagher Ghalibaf
- Irans Parlamentssprecher und Mitglied des Verhandlungsteams.
- Steve Witkoff
- US-Sonderbeauftragter, reist zu Atomgesprächen mit dem Iran in die Schweiz.
- Jared Kushner
- US-Präsidentenberater und Trumps Schwiegersohn, bereits in der Schweiz für Gespräche.
- JD Vance
- US-Vizepräsident, sagte seine geplante Reise zu den Bürgenstock-Gesprächen ab.
- Marco Rubio
- US-Außenminister, besprach die Waffenruhe mit dem libanesischen Präsidenten Aoun.
- Joseph Aoun
- Libanesischer Präsident, betonte die Notwendigkeit der israelischen Einhaltung der Waffenruhe.
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