Morgen-Brief, Freitag, 6. November

Von KI erstellter Text und synthetische Stimme. Wie dieser Text entsteht

Eine Ausgabe aus dem Archiv. Neueste Ausgabe

Morgenausgabe

Satellitenbild: NASA

1Wahlen

Demokraten bauen Midterm-Gewinne im Kongress aus

Neu

Die Demokraten gewannen nach den Zwischenwahlen vom Dienstag weitere Sitze und lagen bis Donnerstag bei mehr als 250 Sitzen im Repräsentantenhaus, mit der Chance, die Marke von 257 Sitzen zu übertreffen, die sie nach Barack Obamas erstem Sieg 2008 erreicht hatten. Cait Conley, eine Armeeveteranin und frühere Mitarbeiterin der Biden-Regierung für nationale Sicherheit, besiegte den republikanischen Abgeordneten Mike Lawler in einem Vorstadtwahlkreis in New York, nachdem Probleme bei der Auszählung von Stimmzetteln im Westchester County die Entscheidung verzögert hatten. Die Demokraten gewannen außerdem Sitze in konservativen Gegenden von Virginia, Arizona und Montana hinzu.

Die Wahlbeteiligung Schwarzer Wählerinnen und Wähler gab bei mehreren Ergebnissen im Süden den Ausschlag. Shomari Figures gewann eine weitere Amtszeit in einem Wahlkreis in Alabama, den Donald Trump zwei Jahre zuvor mit zweistelligem Vorsprung gewonnen hatte, und Keisha Lance Bottoms wurde in Georgia zur ersten Schwarzen Frau in der US-Geschichte gewählt, die Gouverneurin wurde. In Mississippi baute Scott Colom seinen Vorsprung vor der republikanischen Senatorin Cindy Hyde-Smith bis Donnerstag auf mehr als 1.700 Stimmen aus, während Anwälte über vorläufige Stimmzettel stritten. LaTosha Brown, Mitgründerin von Black Voters Matter, brachte die Beteiligung mit der Rücknahme von Diversitätsrichtlinien und einem geschwächten Voting Rights Act in Verbindung.

„Unser Überleben beruhte auf unserer Fähigkeit, uns dem zu widersetzen, darauf zu reagieren und uns darum herumzunavigieren.“

LaTosha Brown

Die vorzeitige Stimmabgabe trug in wichtigen Senatsrennen maßgeblich zum Ergebnis bei. Jon Ossoffs Früh- und Briefwahlstimmen in Georgia übertrafen Mike Collins’ Gesamtzahl vom Wahltag um 60.352, und James Talarico hatte in Texas gegenüber Ken Paxton ein Polster von rund 148.000 vorab abgegebenen Stimmen. Auch Roy Cooper hatte in North Carolina früh genug Unterstützung gesammelt, um mit fast 20 Prozentpunkten Vorsprung zu gewinnen, der größte Vorsprung bei einem demokratischen Senatswechsel, der bis Donnerstagnachmittag gemeldet wurde.

Demokratische Frühwahlpolster in SenatsrennenStimmen Vorsprung vor republikanischem Gesamtwert
  • Jon Ossoff60.352
  • James Talarico148.000

Nach Berichten von: The Independent, The Guardian, Handelsblatt, Adnkronos, ANSA.it, AP NEWS

2Regierung

Paraguay stoppt Peñas Abgang nach Banken-Kollaps

Fortsetzung vom gestrigen Abend. Neu: Der Kongress verlor die Beschlussfähigkeit, statt Peñas Rücktritt anzunehmen; der Weg zur Amtsenthebung bleibt offen.

Santiago Peñas Rücktritt hat Paraguays Banken- und Politikkrise nicht beigelegt. Die Zentralbank hatte nach einer raschen Expansion, durch die der digitale Kreditgeber nach eigenen Angaben auf mehr als drei Millionen Kunden kam, wegen eines nach ihren Angaben schweren Kapitaldefizits die Kontrolle über die Ueno Bank übernommen. Dienste wurden ausgesetzt, während Verfahren zur Rückzahlung von Einlagen vorbereitet wurden, in Asunción bildeten sich Schlangen, und gegen acht Spitzenmanager wurden Haftbefehle erlassen, darunter Bankpräsident Miguel Vazquez, der sich stellte.

6,6 %

Wirtschaftswachstum in Paraguay 2025

Quellen: The New York Times, Open, Handelsblatt

Peña versuchte, die Initiative zu ergreifen. Er genehmigte Notauszahlungen, ernannte einen neuen Zentralbankchef und setzte ein Gesetz in Kraft, um Teilabhebungen aus Garantiefonds zu beschleunigen. Dann ließ ihn seine Partei fallen. Horacio Cartes entzog ihm die Unterstützung, das Unterhaus billigte ein Amtsenthebungsverfahren mit 78 Stimmen, und Peña reichte am Donnerstag seinen Rücktritt ein.

„Ich möchte mich beim Volk entschuldigen, falls ich es irgendwann enttäuscht habe. Es war nie meine Absicht, sein Vertrauen zu verraten.“

Santiago Peña

Der Kongress war daraufhin nicht mehr beschlussfähig, weil die Regierungsmehrheit eine gemeinsame Sitzung verließ, statt den Rücktritt ohne die von ihr gewünschten Stimmen weiter behandeln zu lassen. Eine Annahme hätte Vizepräsident Pedro Alliana ins Amt gebracht und Peña den Status eines Senators auf Lebenszeit verschafft, samt Immunität. Oppositionssenatoren wollen stattdessen, dass das Amtsenthebungsverfahren weitergeht, weil eine Ablehnung des Rücktritts den Fall an den Senat überweisen würde, wo für seine Absetzung eine Zweidrittelmehrheit nötig ist.

Generalstaatsanwalt Emiliano Rolón Fernández eröffnete drei strafrechtliche Ermittlungen zur Bankenaufsicht, zum Insolvenzverfahren und zur Anlage öffentlicher Gelder bei Ueno. Die Abstimmung über den Rücktritt entscheidet nun, ob Peña sich einem Verfahren im Senat stellen muss oder mit einem Schutzschild aus dem Amt scheidet, das die Staatsanwälte später womöglich noch prüfen müssen.

Als Nächstes: Lehnt der Kongress den Rücktritt ab, geht das Amtsenthebungsverfahren an den Senat.

Nach Berichten von: The New York Times, Open, Handelsblatt, ANSA.it, AP NEWS, Adnkronos

3Regierung

Frankreichs Gewerkschaften erzwingen Lohngespräche nach Massenstreik

Fortsetzung vom gestrigen Abend. Neu: Die Beteiligungsschätzungen stiegen stark, und die Regierung setzte eine Lohnkonferenz für den 9. November an.

Französische Gewerkschaften füllten am Donnerstag landesweit die Straßen bei einem Streik für höhere Löhne und mehr Kaufkraft. Das Innenministerium zählte 575.000 Demonstrierende, während andere Berichte Schätzungen von Regierung und Gewerkschaften mit 600.000 bis 1,5 Millionen angaben. Die CGT sprach von 1,6 Millionen. Studierende schlossen sich den Märschen an, Gelbwesten-Gruppen unterstützten die Aktion, und in mehr als 70 Städten gab es Kundgebungen; zu rund 250 Aktionen war aufgerufen worden.

Schätzungen zur französischen StreikbeteiligungMenschen
  • Innenministerium575.000
  • Europa, niedrige Schätzung600.000
  • CGT-Angabe1.600.000

Laurent Nuñez hatte 70.000 Polizisten und Gendarmen eingesetzt, dazu Drohnen, Hubschrauber, berittene Einheiten, gepanzerte Fahrzeuge und mobile Einheiten. Bis 18.00 Uhr zählte das Innenministerium landesweit 448 Festnahmen und 53 verletzte Sicherheitskräfte. Die Polizei setzte Tränengas gegen Schülerinnen und Schüler ein, die vor Schulen Blockaden aus Mülltonnen und Absperrgittern errichtet hatten, während aus Toulouse nach Zusammenstößen 19 Festnahmen gemeldet wurden. In Paris sperrten Beamte den Zugang zu den Statuen rund um die Place de la Nation, als die ersten Zusammenstöße begannen.

Schulen, Universitäten und öffentliche Dienste bekamen den Ausstand zu spüren. Gewerkschaften erklärten, fast 1.000 der 3.700 französischen Lyzeen seien von Blockaden betroffen gewesen, während die Regierung 81 blockierte Schulen zählte und die Beteiligung der Lehrkräfte mit 16 Prozent angab. Mehrere Regionalzüge wurden gestrichen, der Eiffelturm für Besucher geschlossen, und einige Säle des Louvre blieben zu.

Premierminister Sébastien Lecornu reagierte mit einer Sozialkonferenz am Montag, dem 9. November, in Matignon mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden. Die Studierendengewerkschaft Unef rief für den 7. November zu neuen Kundgebungen auf, und Gelbwesten-Gruppen kündigten weitere Aktionen an.

Als Nächstes: Sébastien Lecornu empfängt Gewerkschaften und Arbeitgeber am Montag, 9. November, in Matignon.

Nach Berichten von: Spiegel Online, europa press, Adnkronos, ANSA.it, Observador, stern.de

4Sicherheit

Schein-Bombendrohungen bringen Europas Flüge durcheinander

Fortsetzung vom gestrigen Abend. Neu: Ermittler führten eine Drohung auf ein Konto eines Gesundheitsnetzwerks in Bogota zurück und prüften eine antifeministische E-Mail.

Falsche Bombendrohungen haben am 5. November den europäischen Flugverkehr gestört und nach im Tagesverlauf veröffentlichten Angaben 18 Flüge betroffen. Sechs davon hatten einen Bezug zu Italien, zu den Fällen gehörten drei Flüge, die in Madrid landeten, eine LOT-Verbindung von Warschau nach Brüssel und vier Flüge, die in Prag landeten. Behörden hatten ähnliche Warnungen bereits früher in der Woche als böswillige Falschmeldungen bezeichnet, doch Fluggesellschaften und Sicherheitsdienste leiteten weiterhin Maschinen um und ließen Kampfflugzeuge aufsteigen, wenn Prüfer Drohungen als glaubwürdig einstuften.

Zwei Finnair-Flüge waren von, wie die Airline es nannte, unbegründeten Alarmen betroffen. Eine Verbindung von Helsinki nach Rom wurde über Kroatien abgefangen und anschließend von zwei italienischen Eurofightern aus Grosseto begleitet, bevor sie sicher in Rom landete. Ein weiterer Finnair-Flug von Helsinki nach Wien landete ebenfalls sicher und wartete auf eine Inspektion. Bei der Aer-Lingus-Verbindung von Dublin nach Rom wurde es komplizierter: Französische Behörden ordneten an, dass sie in der Normandie landen solle, der irische Pilot verweigerte dies offenbar, und zwei französische Kampfflugzeuge eskortierten den Airbus zum Militärstützpunkt Evreux. Es wurde keine Bombe gefunden, und die Befragung des irischen Piloten und des englischen Co-Piloten gehört zu den Ermittlungen.

Ermittler prüfen auch die Quelle der per E-Mail verschickten Drohungen. Eine Warnmail zu Flügen mit Ziel Rom stammte laut einer von AP eingesehenen Kopie von einer Gruppe, die sich als antifeministisch bezeichnet, und die Stadtverwaltung von Bogota teilte mit, eine Drohung gegen den italienischen Flughafen sei von einem Konto gekommen, das mit einem öffentlichen Gesundheitsnetzwerk in der kolumbianischen Hauptstadt verbunden sei. Estlands Außenminister Margus Tsahkna sagte, er habe keine Informationen über die Täter.

„Wenn wir ermitteln und Beweise dafür haben, wer dahintersteckt, müssen wir es öffentlich zuordnen“

Margus Tsahkna

Experten für Luftsicherheit sagten, Umleitungen könnten bis zu 250.000 Dollar kosten, auch wenn Kurzstreckenflüge diese Vorfälle weniger kostspielig machen könnten als Störungen auf internationalen Langstrecken.

Nach Berichten von: AP NEWS, ANSA.it, Adnkronos

5Diplomatie

Herzog wägt Eisenkot-Mandat nach arabischer Unterstützung ab

Neu

Isaac Herzog schloss zweitägige Konsultationen ab, bei denen 67 Knesset-Abgeordnete empfahlen, Gadi Eisenkot mit der Bildung der nächsten Regierung Israels zu beauftragen, 46 sprachen sich für Benjamin Netanjahu aus. Sieben Abgeordnete des Vereinigten Tora-Judentums enthielten sich, womit keines der Lager über die 61 Sitze verfügt, die in dem Parlament mit 120 Sitzen nötig sind. Herzog sagte, das Ergebnis sei klar, doch das Gesetz verpflichte ihn weiterhin zu prüfen, ob tatsächlich eine Regierung gebildet werden könne.

67

Knesset-Mitglieder, die Gadi Eisenkot für Israels nächste Regierungsbildung empfehlen

Quellen: SIC Notícias, Wirtschafts Woche, Handelsblatt

Arabische Parteien gaben den Ausschlag bei der Zahl der Empfehlungen. Ra'am mit acht Sitzen unterstützte zunächst Eisenkot, am Donnerstag folgte die Gemeinsame Liste mit 11 Sitzen. Die Wahlbeteiligung der arabischen Bevölkerung hat sich auf rund 80 Prozent mehr als verdoppelt, und die beiden arabischen Gruppierungen kommen zusammen auf einen Rekordwert von 19 Sitzen. Yousef Jabareen, der Vorsitzende der Gemeinsamen Liste, beschrieb den Schritt eher als Ablehnung der amtierenden Regierung denn als begeisterte Unterstützung für Eisenkot.

„Wir wählen nicht zwischen gut und besser, sondern zwischen dem, was wir als schlecht und noch schlimmer ansehen“

Yousef Jabareen

Die Entscheidung des Vereinigten Tora-Judentums, Netanjahu nicht zu empfehlen, brach mit jahrzehntelanger Loyalität. Isaac Pindrus sagte, die vordringliche Forderung der Partei an jede künftige Regierung werde der Status von Tora-Studenten sein, eine Umschreibung für Ausnahmen vom Militärdienst für religiöse Studenten. Netanjahu hatte die Ausnahme in der Praxis unterstützt, ohne sie gesetzlich zu verankern, was Israelis verärgerte, die als Reservisten in den Kriegen in Gaza, im Libanon und im Iran wiederholt Dienst geleistet haben.

Eisenkot hat Bedingungen für jede Koalition mit arabischen Parteien gestellt, darunter die Anerkennung Israels als jüdischer Staat, einen verpflichtenden zivilen oder militärischen Nationaldienst und die Verurteilung der Hamas als Terrororganisation. Netanjahu bleibt Ministerpräsident, bis eine neue Regierung ihr Amt antritt, und eine weitere gescheiterte Koalitionsrunde könnte in Israel auf die siebte Wahl seit 2019 hinauslaufen.

Als Nächstes: Isaac Herzog plant weitere Gespräche, bevor er am Sonntag, 8. November, seine Wahl benennt.

Nach Berichten von: SIC Notícias, Wirtschafts Woche, Handelsblatt, ANSA.it, newsORF.at, Aktuálně.cz - Víte, co se právě děje

6Wirtschaft

Tech-Aktien stürzen nach Demokraten-Durchmarsch ab

Neu

US-Technologiewerte gerieten am Donnerstag unter Verkaufsdruck, nachdem Anleger zu dem Schluss gekommen waren, dass eine Mehrheit der Demokraten im Kongress den Ausbau von Rechenzentren und KI-Kapazitäten bremsen könnte. Der Nasdaq fiel im Handelsverlauf um 5,6 %, belastet von Halbleiterunternehmen und Firmen mit Bezug zur KI-Infrastruktur. Tesla rutschte kurz nach Handelsbeginn um mehr als 10 % ab und lag damit im Jahresverlauf rund 23 % im Minus, während SpaceX-Aktien am selben Handelstag um 10,5 % fielen.

Die politischen Sorgen richten sich auf Elon Musks Unternehmen und auf Projekte, die billigen Strom, entgegenkommende lokale Genehmigungsbehörden und Bundesaufträge benötigen. Anleger erwarten, dass die neuen Mehrheiten der Demokraten KI-Projekte, den Ausbau von Rechenzentren, Starlinks Aktivitäten und Geschäfte mit der Trump-Regierung intensiver überprüfen werden. Donald Trump machte die Demokraten für den Schlag gegen die Altersvorsorge der Amerikaner verantwortlich.

„So traurig, das mitanzusehen!“

Donald Trump

Die asiatischen Märkte stellten sich auf eine turbulente Eröffnung am Freitag ein. Samsung Electronics und SK Hynix brachen im frühen vorbörslichen Handel am 6. November jeweils um mehr als 10 % ein, und japanische Aktienfutures deuteten auf Kursverluste hin. Dem Nikkei 225 drohte nach einem starken Rückgang seit Ende Juni, in einen technischen Bärenmarkt abzugleiten, wobei der Index knapp 20 % unter seinem Höchststand lag.

Der Ausverkauf erfasste nicht alle Anlageklassen gleichermaßen. Spaniens Ibex 35 schloss 0,59 % höher, und Öl erholte sich nach einem starken Rückgang am Vortag, wobei Brent um 2,3 % auf 96,78 Dollar je Barrel stieg und West Texas Intermediate um 2,4 % auf 90 Dollar zulegte. Die Marktreaktion ließ KI-nahe Aktien mit dem klarsten politischen Abschlag zurück.

Als Nächstes: Asiens Märkte öffnen am Freitag, 6. November, nach dem Ausverkauf an der Wall Street.

Nach Berichten von: europa press, Bloomberg Business

Was ansteht

Aus dieser Ausgabe

  • 2

    Lehnt der Kongress den Rücktritt ab, geht das Amtsenthebungsverfahren an den Senat.

  • 3

    Sébastien Lecornu empfängt Gewerkschaften und Arbeitgeber am Montag, 9. November, in Matignon.

  • 5

    Isaac Herzog plant weitere Gespräche, bevor er am Sonntag, 8. November, seine Wahl benennt.

  • 6

    Asiens Märkte öffnen am Freitag, 6. November, nach dem Ausverkauf an der Wall Street.

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