Spanien prüft Fahrdienstleiter-Befehle nach Zugcrash von Urda
Fortsetzung vom gestrigen Abend. Neu: Die Zahl liegt nun bei mindestens 68 Toten und 107 Verletzten, drei Italienerinnen gelten als vermisst.
Ein Renfe-AVE-Zug prallte am Mittwoch um 8.54 Uhr bei Kilometer 118 nahe Urda in der Provinz Toledo auf das Heck eines stehenden Iryo-Zugs. Im AVE saßen 397 Menschen, im Iryo 147, darunter ein Neugeborenes. Bis Mittwochabend zählten die spanischen Behörden mindestens 68 Tote und 107 Verletzte, 18 davon in ernstem Zustand, während Dutzende weiterhin als vermisst galten.
Verkehrsminister Oscar Puente sagte, ein Fehler an drei Netzwerkrechnern habe gegen 8.30 Uhr das automatische Sicherungssystem LZB auf rund 63 Kilometern außer Kraft gesetzt und sechs Züge zum Stehen gebracht. Nachdem das System ausgefallen war, übernahm das Kontrollzentrum von Adif in Madrid-Atocha. Von El País und TVE veröffentlichte Audioaufnahmen zeigen, dass der AVE-Lokführer um 8.36 Uhr die Freigabe erhielt, mit normaler Geschwindigkeit wieder anzufahren, obwohl der Iryo vor ihm an einem roten Signal stand und das Protokoll für den gestörten Systembetrieb eine Fahrt mit höchstens 40 km/h vorschrieb.
- Limit des Störbetriebsprotokolls40
- AVE-Geschwindigkeit vor der Kollision200
Die Ermittler konzentrieren sich nun auf die 17 Minuten zwischen der Freigabe zum Wiederanfahren und der Kollision. Italiens Außenministerium teilte mit, drei Italienerinnen würden vermisst, fünf italienische Fahrgäste seien in stabilem Zustand gerettet worden, ein sechster liege in einem Krankenhaus in Toledo. Rathäuser in ganz Spanien hielten eine Schweigeminute ab, während Málagas Bürgermeister Francisco de la Torre Maßnahmen forderte, um einen weiteren Zusammenstoß zu verhindern.
„Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, sicherzustellen, dass so etwas nie wieder geschieht.“
Nach Berichten von: Adnkronos, ANSA.it, europa press
