Französische Ermittler werten Schüsse von Trappes als rassistischen Terror
Fortsetzung von heute Morgen. Neu: Die Polizei verlängerte den Gewahrsam von Kévin T., nahm vier Angehörige fest und fand seine Wohnung mit Sprengfallen präpariert.
Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft verlängerte am Samstag nach einer ersten Anhörung den Gewahrsam von Kévin T.; zudem nahm die Polizei nach Angaben einer mit dem Fall vertrauten Quelle vier Angehörige fest, darunter seine Mutter und seinen Vater. Der 39-Jährige steht im Verdacht, am Freitag aus einem grauen Renault Clio in Trappes und La Verrière geschossen zu haben. Dabei wurde Pengo Bossio Wangi, ein 26-jähriges Nachwuchstalent im Mixed Martial Arts, getötet, fünf weitere Menschen wurden verletzt, darunter ein zwölfjähriges Mädchen, das von acht Kugeln getroffen wurde.
Ermittler fanden in dem Wagen eine Sten-Maschinenpistole und eine Tränengas-Kartusche; eine Polizeiquelle sagte, der Verdächtige habe seine Wohnung in Plaisir mit Gasflaschen und elektrischen Drähten, die mit einer Zeitschaltuhr verbunden waren, mit Sprengfallen versehen. Le Monde berichtete, er habe den Beamten gesagt, er wolle Rache für Ladenbesitzer nehmen, die von den Zusammenstößen am 17. Oktober betroffen gewesen seien, und habe Schwarze und Araber ins Visier genommen. Anderen Berichten zufolge fanden Ermittler in seiner Wohnung ein Exemplar von Mein Kampf.
Die Familie des Opfers ließ über den Anwalt Yassine Bouzrou fragen, ob die Behörden den Verdächtigen überwacht hätten; sie beschrieb ihn als polizei- und justizbekannt und als jemanden, der Kriegswaffen besessen habe. Mehrere Hundert Menschen versammelten sich am Samstag in Trappes, um Pengo Bossio Wangi zu ehren, und sein Verein in Aubervilliers plante für Samstagabend eine Schweigeminute und für Sonntagnachmittag einen weißen Marsch.
Als Nächstes: Am Sonntagnachmittag ist in Aubervilliers ein weißer Gedenkmarsch geplant.
Nach Berichten von: La Libre.be, Deutsche Welle, BFMTV, The Telegraph, rts.ch, De Standaard
