Abend-Brief, Samstag, 24. Oktober

Von KI erstellter Text und synthetische Stimme. Wie dieser Text entsteht

Eine Ausgabe aus dem Archiv. Neueste Ausgabe

Abendausgabe

Satellitenbild: NASA

1Sicherheit

Französische Ermittler werten Schüsse von Trappes als rassistischen Terror

Fortsetzung von heute Morgen. Neu: Die Polizei verlängerte den Gewahrsam von Kévin T., nahm vier Angehörige fest und fand seine Wohnung mit Sprengfallen präpariert.

Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft verlängerte am Samstag nach einer ersten Anhörung den Gewahrsam von Kévin T.; zudem nahm die Polizei nach Angaben einer mit dem Fall vertrauten Quelle vier Angehörige fest, darunter seine Mutter und seinen Vater. Der 39-Jährige steht im Verdacht, am Freitag aus einem grauen Renault Clio in Trappes und La Verrière geschossen zu haben. Dabei wurde Pengo Bossio Wangi, ein 26-jähriges Nachwuchstalent im Mixed Martial Arts, getötet, fünf weitere Menschen wurden verletzt, darunter ein zwölfjähriges Mädchen, das von acht Kugeln getroffen wurde.

Ermittler fanden in dem Wagen eine Sten-Maschinenpistole und eine Tränengas-Kartusche; eine Polizeiquelle sagte, der Verdächtige habe seine Wohnung in Plaisir mit Gasflaschen und elektrischen Drähten, die mit einer Zeitschaltuhr verbunden waren, mit Sprengfallen versehen. Le Monde berichtete, er habe den Beamten gesagt, er wolle Rache für Ladenbesitzer nehmen, die von den Zusammenstößen am 17. Oktober betroffen gewesen seien, und habe Schwarze und Araber ins Visier genommen. Anderen Berichten zufolge fanden Ermittler in seiner Wohnung ein Exemplar von Mein Kampf.

Die Familie des Opfers ließ über den Anwalt Yassine Bouzrou fragen, ob die Behörden den Verdächtigen überwacht hätten; sie beschrieb ihn als polizei- und justizbekannt und als jemanden, der Kriegswaffen besessen habe. Mehrere Hundert Menschen versammelten sich am Samstag in Trappes, um Pengo Bossio Wangi zu ehren, und sein Verein in Aubervilliers plante für Samstagabend eine Schweigeminute und für Sonntagnachmittag einen weißen Marsch.

Als Nächstes: Am Sonntagnachmittag ist in Aubervilliers ein weißer Gedenkmarsch geplant.

Nach Berichten von: La Libre.be, Deutsche Welle, BFMTV, The Telegraph, rts.ch, De Standaard

2Konflikte

Israel evakuiert Familien aus Hebron nach Angriff auf Kontrollpunkt

Fortsetzung von heute Morgen. Neu: Etwa 250 palästinensische Familien wurden über Nacht evakuiert, als sich Razzien im Westjordanland ausweiteten.

Israelische Streitkräfte evakuierten über Nacht in Hebron rund 250 palästinensische Familien, nachdem zwei bewaffnete Männer etwa zwanzig Minuten lang auf einen provisorischen israelischen Militärkontrollpunkt am Stadtausgang geschossen hatten. Bei dem Angriff wurden zwei Soldaten getötet und drei weitere verletzt. Die Truppen erschossen beide Angreifer, die Berichten zufolge 27 Jahre alt und Mitglieder derselben Familie waren.

Die israelische Armee und der Inlandsgeheimdienst Schin Bet starteten eine Operation, die das Militär als mehrtägigen Anti-Terror-Einsatz bezeichnete. Die Einsatzkräfte suchen nach Infrastruktur und Waffen, befragen Verdächtige und lassen Bewohner die betroffenen Gebiete nach Kontrollen nur über drei festgelegte Ausgänge verlassen. Der stellvertretende Bürgermeister von Hebron sagte, die Familien hätten nur das Notwendigste mitnehmen können, während die Stadtverwaltung Notunterkünfte öffnete und eine rund um die Uhr besetzte Einsatzzentrale betrieb.

Die Razzien weiteten sich auf den Norden des Westjordanlands aus, wo laut Al Jazeera israelische Einsätze in mindestens 15 Ortschaften stattfanden, darunter Nablus und Dschenin. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte eine vollständige Abriegelung des Westjordanlands an und sagte, das Viertel der Angreifer werde evakuiert und seine Infrastruktur dem Erdboden gleichgemacht, um Platz für eine Siedlung zu schaffen. Italien teilte mit, fünf im Westjordanland festgenommene Italienerinnen seien am Samstagmorgen in die Heimat zurückgebracht worden, nachdem Botschaftsmitarbeiter sie am Flughafen besucht hatten.

Als Nächstes: In Israel wird am 27. Oktober die 26. Knesset gewählt.

Nach Berichten von: ANSA.it, AP NEWS, europa press, POLITICO, Neue Zürcher Zeitung, Süddeutsche Zeitung

3Digital

Ukraine meldet wiederhergestellte Starlink-Geschwindigkeiten über 400 km/h

Neu

Das ukrainische Verteidigungsministerium teilte am Samstag mit, Starlink- und Starshield-Verbindungen seien bei mehr als 400 km/h stabil geblieben, nachdem Endgeräte mehrere Tage lang nicht mehr funktioniert oder die Verbindung verloren hatten, wenn Drohnen schneller als etwa 130 bis 161 km/h flogen. Wolodymyr Selenskyj sagte, die Beschränkungen seien ohne Vorwarnung verhängt worden und hätten sowohl Angriffs- als auch Verteidigungsoperationen mit Drohnen sowie die Gefechtsfeldkommunikation beeinträchtigt.

Donald Trump verteidigte Elon Musk am Freitag im Weißen Haus, nannte ihn einen großartigen Menschen und sagte, er werde die Beschwerden der Ukraine an den SpaceX-Chef weitergeben, falls das Problem nicht behoben worden sei. Das Wall Street Journal berichtete unter Berufung auf amerikanische Beamte, Donald Trump habe Elon Musk aufgefordert, die Beschränkungen aufzuheben, und sei über eine Obergrenze von etwa 160 km/h verärgert gewesen, während das Weiße Haus und Elon Musk jeweils bestritten, hinter den Beschränkungen zu stehen.

Kiew formuliert weiterhin vorsichtig. Das Ministerium erklärte, der Wert von 400 km/h beweise nicht, dass die Obergrenze geändert worden sei oder dass alle Beschränkungen aufgehoben worden seien, und es werde weiter höhere Geschwindigkeiten testen, um die Obergrenze zu ermitteln. In dem Streit bleibt auch offen, wer die Obergrenze festgelegt hat, nach einer Darstellung Elon Musk und Donald Trump, nach einer anderen das eigene Infrastrukturteam von SpaceX.

Als Nächstes: Kyjiw sagt, es werde weiter höhere Geschwindigkeiten testen, um die Obergrenze zu finden.

Nach Berichten von: The Guardian, Deutsche Welle, TVP Info, Adnkronos, europa press, AP NEWS

4Konflikte

Jordanien jagt Angreifer nach Schüssen in Kirche von Karak

Neu

Die jordanischen Behörden stuften die Schießerei in der griechisch-orthodoxen Kirche St. Georg in Hamoud im Gouvernement Karak als Terroranschlag ein, nachdem zwei bewaffnete Männer am Freitag während einer Trauerfeier das Feuer eröffnet hatten. Aufnahmen von Überwachungskameras zeigten, wie auf dem Kirchhof und im Inneren des Gebäudes geschossen wurde, und ein Überlebender sagte griechischen Medien, einige verletzte Gläubige hätten versucht, sich während des Gottesdienstes zu verstecken.

Die Zahl der Todesopfer stieg am Samstag auf acht, nachdem ein verletzter Mann im Militärkrankenhaus Prinz Ali starb, und Gesundheitsminister Ibrahim al-Badour sagte, 27 Menschen würden weiterhin medizinisch versorgt. Acht lagen weiter im Prinz-Ali-Krankenhaus, zwei von ihnen nach Operationen auf der Intensivstation an Beatmungsgeräten, während andere per Armeehubschrauber ausgeflogen oder in Krankenhäusern in Karak und Amman behandelt wurden.

Sicherheitskräfte unterhielten im gesamten Gouvernement Karak Kontrollpunkte und hielten das Gebiet um die Kirche abgesperrt, während der Polizeieinsatz weiterlief. Keine Gruppe bekannte sich zu der Tat, und Jordanien rief ab dem 24. Oktober eine dreitägige Staatstrauer aus. Die Botschaft der Vereinigten Staaten in Amman erhöhte die Sicherheitsvorkehrungen an Einkaufszentren, ausländischen Botschaften und anderen Orten, während König Abdullah II. die Verletzten im Krankenhaus besuchte und versprach, die Täter zu bestrafen.

Als Nächstes: Die Staatstrauer dauert ab dem 24. Oktober drei Tage.

Nach Berichten von: Al Jazeera Online, Deutsche Welle, in.gr, europa press, SAPO, HotNews.ro

5Regierung

Tschechische Koalition treibt Mediengebühren-Gesetz nachts voran

Neu

Tschechische Abgeordnete haben am Samstag um 4.36 Uhr einen Gesetzentwurf zur Abschaffung der Gebühren für öffentlich-rechtliche Medien in die Ausschüsse überwiesen, nachdem die Koalition aus ANO, SPD und Motoristen ihn am Freitag auf die Tagesordnung der Abgeordnetenkammer gesetzt hatte. Der Schritt überraschte die Oppositionsparteien, und der SPD-Fraktionschef Radim Fiala sagte, die Koalition habe den Überraschungseffekt gebraucht, weil Gegner damit gedroht hätten, die Beratungen zu blockieren.

65

registrierte Abgeordnete, die vor Ende der Mediendebatte nicht sprechen konnten

Quellen: Press.pl, ČT24 - Nejdůvěryhodnější zpravodajský web v ČR - Česká televize, Rzeczpospolita

Der Gesetzentwurf würde die Rundfunkgebühren der Haushalte abschaffen und das Tschechische Fernsehen sowie den Tschechischen Rundfunk aus dem Staatshaushalt finanzieren. Haushalte zahlen derzeit 55 Kronen im Monat für Radio und 150 Kronen für Fernsehen, der Vorschlag würde jedoch die Finanzierung beider Sender um etwa 15 Prozent kürzen und die Mittel nominal mehrere Jahre lang unverändert lassen. Andrej Babiš sagte, der Oberste Rechnungshof solle Sender beaufsichtigen, deren Budgets nahe bei 10 Milliarden Kronen im Jahr lägen.

Oppositionsabgeordnete sagten, die Abstimmung habe begonnen, während 65 angemeldete Redner noch nicht zu Wort gekommen seien, und Analysten nannten das Tempo ungewöhnlich, weil es keine breite öffentliche Debatte über den Gesetzentwurf gegeben habe. Mehrere Hundert Demonstranten harrten über Nacht vor der Abgeordnetenkammer aus, Bürgergruppen planten für Sonntag einen großen Protest in Prag, und Beschäftigte des Tschechischen Fernsehens und des Tschechischen Rundfunks kündigten für den 3. November einen eintägigen Streik an.

Als Nächstes: Bürgergruppen planen für Sonntag, den 25. Oktober, eine große Demonstration in Prag.

Nach Berichten von: Press.pl, ČT24 - Nejdůvěryhodnější zpravodajský web v ČR - Česká televize, Rzeczpospolita, Aktuálně.cz - Víte, co se právě děje, Al Jazeera Online, Deutsche Welle

6Diplomatie

Kim Jong Un überquert neue Brücke nach Dandong

Neu

Kim Jong Un stattete Dandong am Samstag überraschend einen Besuch ab und überquerte die neu eröffnete Brücke über den Yalu, was südkoreanische Regierungskreise als seine erste Reise nach China seit einem Jahr bezeichneten. In chinesischen sozialen Medien war seine Wagenkolonne auf der Brücke zu sehen, CCTV zeigte ihn beim Gang über die Brücke, während Menschen Fahnen schwenkten, und Xinhua bestätigte den Besuch später.

Wang Huning, die Nummer vier in Chinas Hierarchie, empfing Kim Jong Un in der Grenzstadt und übermittelte Grüße von Xi Jinping. Die beiden legten an einem Denkmal für im Koreakrieg getötete chinesische Soldaten einen Kranz nieder und besuchten eine Autofabrik. Wang schlug vor, die Brückenöffnung zu nutzen, um Handel und Austausch auszuweiten, konkrete Vereinbarungen wurden jedoch nicht bekanntgegeben.

Die Brücke wurde am 15. Oktober eröffnet, fast zwölf Jahre nach Abschluss der Bauarbeiten, weil Nordkorea auf seiner Seite keine Zufahrtsstraßen und Zollanlagen hatte. China finanzierte die rund drei Kilometer lange, vierspurige Verbindung zwischen Dandong und Sinuiju, und die Eröffnung dürfte den Straßenhandel über eine mehr als 1.400 Kilometer lange Grenze erleichtern. Der Besuch widerlegte zudem unbelegte Gerüchte, Kim Jong Un sei nach einer gemeldeten Hirnblutung gestorben.

Als Nächstes: China begeht am 25. Oktober den 76. Jahrestag seines Eintritts in den Koreakrieg.

Nach Berichten von: Adnkronos, europa press, vrtnws.be, G4Media.ro, Il Messaggero, The Independent

Was ansteht

Aus dieser Ausgabe

  • 1

    Am Sonntagnachmittag ist in Aubervilliers ein weißer Gedenkmarsch geplant.

  • 2

    In Israel wird am 27. Oktober die 26. Knesset gewählt.

  • 3

    Kyjiw sagt, es werde weiter höhere Geschwindigkeiten testen, um die Obergrenze zu finden.

  • 4

    Die Staatstrauer dauert ab dem 24. Oktober drei Tage.

  • 5

    Bürgergruppen planen für Sonntag, den 25. Oktober, eine große Demonstration in Prag.

  • 6

    China begeht am 25. Oktober den 76. Jahrestag seines Eintritts in den Koreakrieg.

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