Kurz gefasst

- 14.10.Ukrainische Starshield-Geräte verlieren oberhalb von 160 km/h die Satellitenverbindung
- 16.10.Trump bestreitet, die Einschränkung angeordnet zu haben, und bezweifelt, dass Musk es war
- 19.10.Trump sagt, er wisse nicht, wer die Einschränkung angeordnet hat
- 20.10.Das Wall Street Journal berichtet, Musk habe die Geschwindigkeitsgrenze persönlich angeordnet
Geschwindigkeitsgrenze für die Satellitenverbindung der Ukraine
Ukrainische Militäreinheiten meldeten am 14. Oktober erstmals Probleme mit Starlink-Verbindungen: Geräte, die über Starshield, den militärischen Zweig des Dienstes, liefen, verloren ihre Satellitenverbindung, sobald sie schneller als 160 km/h waren. Betroffen war auch Hardware für Abfangdrohnen, die russische Angriffsdrohnen – darunter düsengetriebene Modelle – abschießen sollen. Der Militäranalyst Michael Kofman von der Carnegie-Stiftung für internationalen Frieden sagte dem Wall Street Journal, die Grenze liege inzwischen unter 130 km/h und behindere weiterhin ukrainische Angriffsoperationen und die Luftverteidigung. Ukrainische Vertreter argumentieren, die Einschränkungen hätten russischen Raketen erlaubt, die Flugabwehr zu durchbrechen. Kiew wirft Washington vor, die Übertragungsgeschwindigkeit gezielt zu drosseln; die USA weisen das zurück.
Wer die Einschränkung anordnete
Das Wall Street Journal berichtet unter Berufung auf US-Regierungsvertreter und mit der Angelegenheit vertraute Personen, Musk habe die Geschwindigkeitsbegrenzung selbst vorgenommen, das Thema aber mit Trump besprochen. Laut einigen von der Zeitung zitierten Quellen sprachen die beiden in einem Telefonat, nachdem die Einschränkungen öffentlich geworden waren, andere sagen, sie hätten vor dem Inkrafttreten gesprochen. Der britische Telegraph hatte zuvor berichtet, Musk habe Trump die Idee vorgeschlagen, und eine anonyme, dort zitierte Quelle sagte, letztlich seien beide Seiten beteiligt gewesen. Laut Journal versuchten SpaceX-Mitarbeiter anschließend, mit dem Weißen Haus eine gemeinsame Linie zu vereinbaren, wonach die Drosselung von beiden abgestimmt worden sei. Quellen im Weißen Haus sagten der Zeitung, Trump habe keine solche Anweisung erteilt, es habe aber Gespräche zwischen SpaceX und Mitarbeitern der Trump-Regierung über eine Internetbeschränkung gegeben.
Dementis und die offizielle Linie
Trump bestritt am Freitag, dem 16. Oktober, die Einschränkung angeordnet zu haben, und sagte, er glaube auch nicht, dass Musk es getan habe. Am 19. Oktober sagte er vor Reportern, er wisse nicht, wer sie veranlasst habe, und wolle es herausfinden. Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte am 20. Oktober, die Regierung habe Starshield nicht eingeschränkt, die Nutzungsbedingungen von Starlink müssten aber eingehalten werden. Musk schrieb auf X, das Pentagon und letztlich der Präsident entschieden über alle Grenzen für Geschwindigkeit oder Nutzung von Starshield. Der ukrainische Geschäftsträger in Washington, Denys Sienik, sagte am Dienstag, dem 20. Oktober, Kiew warte noch auf offizielle Erklärungen des Pentagons und von SpaceX.
Offene Fragen
Das Pentagon hat die Einschränkungen laut den vorliegenden Berichten nicht öffentlich erklärt. Drohnen können weiterhin nicht schneller als 130 km/h fliegen, ohne die Verbindung zu verlieren – das Problem ist für die ukrainischen Streitkräfte also nicht gelöst. Kiew will wissen, ob die volle Konnektivität wiederhergestellt ist oder wiederhergestellt wird; diese Frage bleibt in den bisherigen Berichten unbeantwortet.