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Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

  • Die Koalition setzte das Gesetz am Freitag, 23. Oktober, auf die Tagesordnung, und es passierte die erste Lesung um 4:36 Uhr am Samstag, 24. Oktober. Die Anträge der Opposition auf Ablehnung und auf Rückgabe an das Kabinett scheiterten beide.

  • Haushalte zahlen 55 Kronen im Monat für Radio und 150 Kronen für Fernsehen. Das Gesetz ersetzt diese Gebühren durch eine Finanzierung aus dem Haushalt, und der Vorschlag würde die Mittel für beide Sender um etwa 15 Prozent kürzen.

  • Oppositionsabgeordnete sagten, die Abstimmung habe begonnen, während 65 registrierte Redner noch nicht ans Rednerpult gelangt seien. Babiš sagte, die öffentlich-rechtlichen Sender gäben jährlich knapp 10 Milliarden Kronen aus.

  • Die Beschäftigten der öffentlich-rechtlichen Medien streiken am Dienstag, 3. November, einen Tag lang. Für Sonntag, 25. Oktober, ist eine große Demonstration in Prag geplant.

PragBrno
Prag, Brno · Tschechien
Wie es dazu kam
  1. 24.10.Kammer überweist das Gesetz nach der ersten Lesung an die Ausschüsse
  2. 25.10.Bürgerinitiative plant eine große Demonstration in Prag
  3. 3.11.Beschäftigte der öffentlich-rechtlichen Medien treten in einen eintägigen Streik

Überraschungsmanöver am Freitag

Die Koalition aus ANO, SPD und Motoristen setzte das Gesetz über die öffentlich-rechtlichen Medien am Freitag, 23. Oktober, auf die Tagesordnung der Abgeordnetenkammer – ein Schritt, der die Opposition und Teile der Koalition selbst überraschte. Radim Fiala, Vorsitzender des SPD-Abgeordnetenklubs, sagte am Samstag, die Entscheidung sei am Donnerstagabend gefallen und spiegele eine Vereinbarung der Koalitionsparteien wider, nicht ein Zugeständnis von Andrej Babiš an die SPD. Er wies die Oppositionsvorwürfe zurück, die späte Ergänzung habe Absprachen für die Sitzung gebrochen. Das Überraschungsmoment sei nötig gewesen, sagte er, weil die Opposition gedroht habe, das Verfahren zu blockieren. Fiala sagte zudem, die Koalition halte damit ein Versprechen zur Abschaffung der Gebühren ein, nachdem zuletzt Maßnahmen zu Energie und Baurecht folgten.

Abstimmung in der Nacht

Die Debatte zog sich bis in die frühen Morgenstunden, und um 4:36 Uhr am Samstag, 24. Oktober, stimmten die Abgeordneten dafür, das Gesetz nach der ersten Lesung an die Ausschüsse zu überweisen. Die Opposition scheiterte sowohl mit dem Versuch, den Regierungsvorschlag abzulehnen, als auch mit dem Antrag, ihn zur Überarbeitung an das Kabinett zurückzugeben. Tomio Okamura, SPD-Vorsitzender und amtierender Präsident der Kammer, sagte, der feste Abstimmungszeitpunkt folge einem früheren Urteil des Verfassungsgerichts, und er habe neun Stunden Debatte gewollt, was das Gericht als ausreichend angesehen habe. Oppositionsabgeordnete hielten dagegen, die Abstimmung habe begonnen, während 65 registrierte Redner noch nicht ans Rednerpult gelangt seien, und nur wenige registrierte Abgeordnete hätten nach der Kürzung der Redezeit sprechen können. Fiala verteidigte die Entscheidung, von Oppositionsklubs beantragte Unterbrechungen abzulehnen, mit dem Hinweis, die Kammer habe darüber abgestimmt und die Anträge seien nicht durchgekommen. Er sagte auch, die Koalition sei beim Verfahren sorgfältig gewesen.

„Wir waren sorgfältig, weil wir wissen, dass der Senat und der Präsident es zurückschicken werden und es vor das Verfassungsgericht gehen wird.“

Radim Fiala, Vorsitzender des SPD-Abgeordnetenklubs

Was das Gesetz vorsieht

Das Gesetz würde die Rundfunkgebühren der Haushalte abschaffen und durch eine Finanzierung aus dem Staatshaushalt für das Tschechische Fernsehen und den Tschechischen Rundfunk ersetzen. Haushalte zahlen derzeit 55 Kronen im Monat für Radio und 150 Kronen für Fernsehen, insgesamt 205 Kronen (rund 9,45 Dollar). Babiš sagte, die öffentlich-rechtlichen Sender verwalteten jährlich knapp 10 Milliarden Kronen, und der Oberste Rechnungshof solle ihre Ausgaben kontrollieren. Er bezeichnete die Finanzierung als eine an die Inflation gekoppelte Pflichtausgabe, die die Unabhängigkeit der Sender garantieren solle. Der Vorschlag würde die Mittel für beide Sender um etwa 15 Prozent kürzen, während die nominale Finanzierung mehrere Jahre unverändert bliebe. Am späten Freitagabend erklärte Babiš auf Facebook, es werde keine Verstaatlichung der Medien vorbereitet. In einem nach der Abstimmung auf X geteilten Video forderte er die Opposition zudem auf, ihren Ton zu ändern.

„Ich rufe die Opposition auf, aufzuhören zu lügen, Menschen Angst zu machen, Hass zu schüren und die Gesellschaft zu spalten.“

Andrej Babiš, Tschechischer Ministerpräsident und ANO-Vorsitzender
Aktuelle monatliche Rundfunkgebühren pro HaushaltCZK
Radio55
Fernsehen150
Radio
55 CZK
Fernsehen
150 CZK

Daten aus dem Artikeltext

Kritiker und Fachleute

Von tschechischen Medien zitierte Analysten und Politikwissenschaftler nannten das Tempo der Abstimmung ungewöhnlich und erklärten, es gebe dafür keinen sachlichen Grund und keine öffentliche Debatte. Klára Smejkal von der Fakultät für Sozialwissenschaften der Masaryk-Universität und Mitautorin einer Analyse zur Finanzierung öffentlich-rechtlicher Medien in Europa sagte, das Fehlen einer öffentlichen Diskussion sei für sie schwer nachvollziehbar.

„Es fällt mir ziemlich schwer zu verstehen, dass es keine öffentliche Diskussion gibt, weder mit Fachleuten noch direkt mit den öffentlich-rechtlichen Medien.“

Klára Smejkal

Smejkal wies zudem darauf hin, dass in Norwegen und Dänemark ein ziemlich starker gesellschaftlicher Konsens über öffentlich-rechtliche Medien bestehe, während der tschechische Entwurf keine Sicherungen enthalte, die eine leichte Änderung der Summe verhindern würden. Marína Urbánková, Medienwissenschaftlerin an der Masaryk-Universität, sagte, die Koalition versuche, das Gesetz mit Gewalt durchzudrücken, auf Kosten parlamentarischer Gepflogenheiten. Der Politikwissenschaftler Aleš Michal argumentierte, die Abstimmung spiegele eine Schwäche in Babiš' politischem Urteilsvermögen wider und der politische Gewinn komme vor allem der SPD zugute. Oppositionsparteien haben die Änderungen mit Reformen unter Ungarns früherem Ministerpräsidenten Viktor Orbán verglichen.

Proteste und Streik

Mehrere hundert Demonstranten hielten sich über Nacht vor der Abgeordnetenkammer auf, nach einer Kundgebung im Zentrum Prags am Freitag. Bürgerinitiativen planen eine große Demonstration in Prag am Sonntag, 25. Oktober, und einen Protest in Brno am Samstag. Beschäftigte des Tschechischen Fernsehens und des Tschechischen Rundfunks kündigten einen eintägigen Streik für Dienstag, 3. November, an. Oppositionsparteien, Bürgerinitiativen und Medienvertreter erklärten, sie würden den Widerstand gegen die Pläne fortsetzen. Michal erwartet, dass die Proteste zunehmen werden, je näher der Jahrestag der Gründung der Tschechischen Republik und der 17. November rücken.

Weiter in der heutigen Ausgabe

Israel riegelt Westjordanland nach Anschlag am Checkpoint bei Hebron abNachdem zwei bewaffnete Männer am Freitag, 23. Oktober, an einem Checkpoint zwei Soldaten getötet hatten, starteten israelische Streitkräfte eine mehrtägige Operation rund um Hebron.Konflikte · vor 29 Min.
Heutiger Brief · 5 Min. zum AnhörenMelania Trump vermittelt Oleschky-Waffenruhe für Ukraine-EvakuierungLive · 1 ThemaUkraine-Krieg: Aktuelle Entwicklungen

Quellen und Kontext

  • Aktuálně.cz - Víte, co se právě dějevor 2 Std.Keine Verstaatlichung, sondern eine Pflichtausgabe. Erste Reaktion von Babiš auf das nächtliche Drama im AbgeordnetenhausŽádné zestátnění, ale mandatorní výdaj. První Babišova reakce na noční drama ve sněmovně · Original auf Tschechisch
  • Al Jazeera Onlinevor 2 Std.Tschechien treibt Reform der Medienfinanzierung trotz Kritik voranCzech Republic advances media funding overhaul despite criticism · Original auf Englisch
  • Deutsche Wellevor 2 Std.Umstrittene Medienregulierung im tschechischen ParlamentÇekya'da tartışmalı medya düzenlemesi Mecliste · Original auf Türkisch
  • ČT24 - Nejdůvěryhodnější zpravodajský web v ČR - Česká televizevor 2 Std.Äußerst ungewöhnlich, bewerten Analysten und Politikwissenschaftler die nächtliche Sitzung zu den GebührenKrajně neobvyklé, hodnotí analytici a politologové noční jednání o poplatcích · Original auf Tschechisch
Andrej Babiš
Tschechischer Ministerpräsident und ANO-Vorsitzender, der das Gesetz unterstützt
Tomio Okamura
SPD-Vorsitzender und amtierender Präsident der Abgeordnetenkammer, der den Abstimmungszeitpunkt festlegte
Radim Fiala
Vorsitzender des SPD-Abgeordnetenklubs, der die überraschende Änderung der Tagesordnung verteidigte
Matěj Ondřej Havel
TOP-09-Vorsitzender, der die Verstöße gegen parlamentarische Gepflogenheiten kritisierte
Oto Klempíř
Tschechischer Kulturminister, zuständig für Medien, der zugesagt hat, nicht politisch in die Berichterstattung einzugreifen

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Veröffentlicht heute um 14:09.

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Von KI aus den Berichten der genannten Medien erstellter Text, automatisch geprüft, ohne menschliche Redaktion. So entsteht Pollar

In diesem Text

  1. 1Überraschungsmanöver am FreitagÜberraschungsmanöver am Freitag
  2. 2Abstimmung in der NachtAbstimmung in der Nacht
  3. 3Was das Gesetz vorsiehtWas das Gesetz vorsieht
  4. 4Kritiker und FachleuteKritiker und Fachleute
  5. 5Proteste und StreikProteste und Streik

Auf Grundlage von Berichten von

Aktuálně.cz, Al Jazeera Online, Deutsche Welle, ČT24, newsORF.at

Liste der Quellen

Regierung · Prag und Brno

Tschechische Koalition bringt Gesetz zur Abschaffung der Rundfunkgebühren in nächtlicher Abstimmung voran

Das Gesetz ersetzt die Rundfunkgebühren der Haushalte durch eine Finanzierung aus dem Staatshaushalt für das Tschechische Fernsehen und den Tschechischen Rundfunk – nach einer Abstimmung um 4:36 Uhr am Samstag, 24. Oktober. Oppositionsparteien und Fachleute stellen sowohl das Tempo als auch das angewandte Verfahren infrage.

Prag
Brno

Fragen zu diesem Text

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Aktuálně.cz, Al Jazeera Online, Deutsche Welle und weiteren Medien. Veröffentlicht heute um 14:09.

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Um wie viel Prozent würde das Gesetz die Finanzierung von Fernsehen und Radio kürzen?
Wann soll der eintägige Streik der Mitarbeiter der öffentlich-rechtlichen Medien stattfinden?
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