Frankreichs Polizei weitet Festnahmen aus, nachdem Proteste Limoges in Brand setzen
Fortsetzung von heute Morgen. Neu: Die Zahl der Festnahmen stieg von mindestens 400 auf mehr als 1.200, und Staatsanwaltschaften erhielten Anweisungen zu Ingewahrsamnahmen.
Sébastien Lecornu sagte am späten Samstagabend, die Polizei habe mehr als 1.200 Menschen festgenommen, ein deutlicher Anstieg gegenüber den mindestens 400 Festnahmen, die zuvor an diesem Tag gemeldet worden waren. Das Innenministerium bezifferte die Teilnehmerzahl auf etwa 550.000 Menschen, darunter 110.000 in Paris, während die Organisatoren landesweit rund 800.000 zählten. Lecornu sagte, 150 Polizisten seien verletzt worden, und machte eine straff organisierte linksextreme Gruppe für Angriffe auf Menschen, Eigentum und staatliche Einrichtungen verantwortlich.
- Frühere Polizeizählung400
- Spätere Lecornu-Zählung1.200
Die schwersten Schäden gab es in Limoges, wo Demonstranten das Rathaus aus dem 19. Jahrhundert in Brand setzten. Präfekt Maurice Barate sagte, das Dach sei über den unteren Stockwerken mit Ausnahme des Westflügels eingestürzt, zwei Drittel der Fassade seien verschwunden, und der Verlust von Kulturerbe sei eine Katastrophe. Bürgermeister Guillaume Guérin sagte, der Uhrturm sei eingestürzt, und der Trausaal sowie das Standesamt seien zerstört worden. In Marseille drangen Demonstranten in das Rathaus ein, und Benoît Payan beklagte, in der Stadt gebe es nicht genügend Polizei.
Emmanuel Macron kündigte Strafverfolgung an, während Justizminister Gérald Darmanin die Staatsanwälte anwies, für Beschuldigte, denen Angriffe auf Polizisten, Feuerwehrleute oder öffentliche Gebäude vorgeworfen werden, Untersuchungshaft zu beantragen. Der Sender TF1-LCI zählte landesweit 270 Plünderungsfälle, und einem weiteren Bericht zufolge wurden am Boulevard Magenta in Paris mehr als 20 Geschäfte geplündert oder teilweise zerstört.
„In unserer Republik gibt es keinen Platz für Gewalt. Diejenigen, die Schäden verursacht, Präfekturen und Geschäfte angegriffen und sogar unsere Rathäuser geplündert haben, werden verfolgt und bestraft werden.“
Als Nächstes: Die Stadtspitzen von Paris, Marseille und Lyon baten um ein Treffen mit Sébastien Lecornu in der Woche ab dem 19. Oktober.
Nach Berichten von: La Libre.be, Spiegel Online, Deutsche Welle, BFMTV, europa press, ANSA.it
