Fluten begraben Himalaya-Korridor, Barriere-Seen bedrohen Retter
Fortsetzung vom gestrigen Abend.
Bei einem Gletscherabbruch schossen Fels, Eis, Schlamm und Trümmer durch Flusstäler entlang der Nepal-China-Grenze und zerstörten Brücken, Straßen und Kraftwerke auf einer Handelsroute zwischen Kathmandu und Lhasa. Die nepalesische Polizei bezifferte die bestätigte Zahl der Todesopfer bis Freitag auf 469, während Rettungsteams 1.545 Menschen in Sicherheit gebracht hatten und weiterhin 2.381 Menschen als vermisst führten, darunter 644 ausländische Staatsangehörige. Die Behörden setzten fast 15.000 Sicherheitskräfte, Drohnen, Spürhunde und schweres Gerät ein, doch das Gelände und die zerstörte Infrastruktur erschwerten jeden Weg in die Täler.
„Alle unsere Leute sind fort. Sie sind tot. Ich habe niemanden mehr, der auf mich wartet. Alles und alle sind fort. Das Ende.“
Die Gefahr endete nicht, als die erste Flutwelle vorüber war. Trümmer bildeten flussaufwärts natürliche Dämme, und die Behörden stoppten am Freitag Hubschrauberflüge, nachdem ein aufgestauter See begonnen hatte überzulaufen. Chinesische Wasserbehörden warnten, dass sich ein größerer See nahe der Einsturzstelle weiter füllte; über drei Tage hinweg würden etwa 3 Millionen Kubikmeter Wasser in das Becken fließen, das höchste Risiko eines Dammbruchs werde um den 1. September erwartet.
- Bestätigte Todesfälle469
- Gerettet1.545
- Vermisst2.381
- Kinder mit dringendem Hilfsbedarf17.000
- Betroffene93.000
Hilfsteams brachten Evakuierte in Militärstützpunkten unter und wandelten Schulen in Ausgabestellen um, wo Helfer Solarpaneele, Kleidung und Hygienesets verteilten. UNICEF erklärte, mindestens 17.000 Kinder benötigten dringend Hilfe, während das Rote Kreuz schätzte, dass 93.000 Menschen betroffen seien. Die Katastrophe wird zeigen, ob Regierungen im Himalaya Gletschergefahren als akute Infrastrukturrisiken behandeln können, nicht nur als abgelegene Bergtragödien.
Nach Berichten von: 20 Minuten, Franceinfo, France 24, Le Temps, Ouest France, Libération