Abend-Brief, Samstag, 15. August

Abendausgabe, Samstag, 15. August, 18:33.

Von KI erstellter Text und synthetische Stimme. Wie dieser Text entsteht

Eine Ausgabe aus dem Archiv. Neueste Ausgabe

1Konflikte

Trump schürt Hormus-Streit

Neu

Donald Trump sagte bei einer Kundgebung in Garden City, New York, dass er nach Irans Niederlage die Straße von Hormus zu amerikanischem Territorium erklären werde, und beschrieb anschließend eine Blockade, bei der Schiffe nur mit Genehmigung der USA passieren dürften. Ein Vertreter des Weißen Hauses sagte Reportern, er habe einen Scherz gemacht, doch die Äußerung folgte früheren Behauptungen in sozialen Medien, Amerika habe die vollständige Kontrolle über die Wasserstraße, weshalb Teheran sie als politische Aussage und nicht als Scherz behandelte.

Kazem Gharibabadi, Irans stellvertretender Außenminister, wies die Behauptung zurück und sagte, die Meerenge werde nur auf Irans Befehl geöffnet oder geschlossen. Iran hat die Meerenge seit Beginn des Krieges abgeriegelt, während die Vereinigten Staaten eine Seeblockade gegen iranische Häfen aufrechterhalten, wodurch beide Seiten die Möglichkeit haben, die Schifffahrt unter Druck zu setzen und zugleich der jeweils anderen Seite die Schuld für die Belastungen zu geben.

„Die Straße von Hormus lässt sich nicht mit einem Tweet erobern, nicht mit einem Flugzeugträger, nicht durch das Erteilen eines Befehls und nicht mit einer Wahlkampfrede. Iran fürchtet keine Drohungen und lässt sich von Machtdemonstrationen nicht einschüchtern.“

Kazem Gharibabadi

Der wirtschaftliche Druck erreicht nun amerikanische Haushalte. Finanzminister Scott Bessent sagte, Washington plane die wirtschaftliche Isolation Irans in einem Ausmaß, wie es die Welt noch nicht gesehen habe, während die US-Benzinpreise gegenüber dem Vorkriegsniveau um mehr als 35 % gestiegen sind und die 60-Tage-Frist des Waffenstillstands-Memorandums am Montag abläuft. Die Auseinandersetzung wird nicht nur die Versicherung von Tankern prägen, sondern auch die Frage, ob Amerikaner zu dem Schluss kommen, dass der Krieg gewonnen wird oder bloß teurer wird.

Nach Berichten von: ANSA.it, Reuters, 20 Minuten, LaVanguardia, Deutsche Welle, oko.press

2Sicherheit

Flores-Beben tötet Schlafende

Fortsetzung von heute Morgen.

Ein Erdbeben der Stärke 7,7 ereignete sich vor Tagesanbruch vor der indonesischen Insel Flores; das Epizentrum lag nordnordwestlich von Ende, die Tiefe betrug geringe 10 bis 15 km. Indonesien gab eine Tsunamiwarnung aus, forderte Küstenbewohner auf, sich ins Landesinnere oder in Gebiete in mehr als 10 Metern Höhe zu begeben, und hob die Warnung später auf, nachdem Wellen von 19 bis 30 cm gemessen worden waren. Rund 2.000 Menschen wurden evakuiert oder brachten sich selbst in Sicherheit.

„Wir fordern die Bevölkerung entlang der Nordküste von Flores und in den südlichen Zonen, auf den südlichen Inseln und in der gesamten südlichen Region eindringlich auf, sich umgehend selbst zu evakuieren.“

Abdul Muhari

Die Zahl der Todesopfer stieg auf mindestens 47, als Rettungskräfte betroffene Bezirke erreichten. Die BNPB meldete 24 Tote in Manggarai, 17 in Ost-Manggarai, drei in Sikka sowie je einen in Ngada, Ende und West-Manggarai. Behörden erklärten, einige Opfer seien im Schlaf von Trümmern getroffen worden und gestorben.

Tote des Flores-Erdbebens nach BezirkTote
  • Manggarai24
  • Ost-Manggarai17
  • Sikka3
  • Ngada1
  • Ende1
  • West-Manggarai1

Das Beben beschädigte Hunderte Gebäude, darunter ein Krankenhaus in Maumere, fünf Flughafenterminals und den Hafen Lorens Say in Sikka. Videos aus Maumere zeigten, wie Betonblöcke von einem Gehweg am Fährterminal abbrachen, während Nachbeben und ein weiteres Beben auf Sumatra die Angst bis in den Samstag hinein wachhielten. Indonesien hat viele Erdbeben überstanden; dieses zeigt erneut, wie schnell ein oberflächennaher Erdstoß vor der Küste Schlaf in Trümmer verwandeln kann.

Nach Berichten von: ANSA.it, France 24, RFI, Deutsche Welle, RTP - Rádio Televisão Portuguesa, der Standard

3Migration

Spanien und Marokko riegeln Ceuta ab

Fortsetzung von heute Morgen.

Ein befürchteter neuer Massenübertritt nach Ceuta blieb am 15. August aus, nachdem Spanien und Marokko die Grenze mit Polizei, Soldaten und Patrouillen überzogen hatten. In sozialen Medien war zwei Wochen nach dem Grenzübertritt vom 30. Juli zu einem weiteren Ansturm aufgerufen worden, doch marokkanische Sicherheitskräfte lösten Gruppen nahe Fnideq auf, nahmen 111 Menschen ohne gültige Papiere fest und setzten Verdächtige fest, denen vorgeworfen wird, zu neuen Versuchen aufgerufen zu haben.

Spanien entsandte 880 Beamte der Nationalpolizei, rund 2.000 Soldaten und mehr als 700 Beamte der Guardia Civil in die Enklave, während Marokko Straßen, Küste und Grenzzugänge mit Kontrollpunkten, Patrouillenbooten, Drohnen und Nato-Draht sicherte. Die Machtdemonstration zeigte vorerst Wirkung, auch wenn die Stadt angespannt blieb und auch Melilla die Sicherheitsvorkehrungen verschärfte, nachdem Aktivitäten nahe dem Grenzübergang festgestellt worden waren.

Der ruhige Tag kann die Katastrophe vom Juli nicht ungeschehen machen. Spanische Beamte sagten, damals seien 72.000 Menschen irregulär eingereist, während einige Schätzungen bei 80.000 lagen; die Zahl der Todesopfer liegt zwischen den von Spanien gemeldeten 80 und NGO-Schätzungen von über 100, wobei eine humanitäre Erhebung die Opfer auf beiden Seiten mit 141 angibt. Etwa 5.000 Migranten bleiben in Ceuta, und die Behörden haben 1.800 Minderjährige identifiziert, während sie die meisten bislang geprüften Asylanträge ablehnten.

Der italienische Innenminister Matteo Piantedosi nannte Ceuta eine Warnung für Europa und drängte auf ein härteres Vorgehen gegen Schleuser. Diese Rhetorik wird politisch weite Kreise ziehen, doch Ceuta ist weniger ein Grenzposten geworden als ein Stresstest für Europas Gewohnheit, Migrationskontrolle an Nachbarn auszulagern.

Nach Berichten von: El Confidencial, 20 minutos, EL MUNDO, LaSexta, RTVE.es, europa press

4Konflikte

Israelische Angriffe belasten Libanon-Rahmen

Neu

Israelische Kampfflugzeuge griffen vor Tagesanbruch den Südlibanon an, töteten dabei 11 Menschen und verletzten 19 weitere. Es war der tödlichste Gewaltausbruch, seit der Libanon und Israel am 26. Juni ein von den USA vermitteltes Rahmenabkommen bekanntgegeben hatten. Libanesische Behörden teilten mit, in Ansar seien sieben Menschen getötet worden, darunter drei Kinder und zwei Frauen, und vier weitere seien in Deir El Zahrani getötet worden. Das israelische Militär erklärte, es habe in einer Sicherheitszone Infrastruktur der Hisbollah getroffen, nachdem die Gruppe dort israelische Streitkräfte angegriffen habe.

Ministerpräsident Nawaf Salam wies Israels Beschreibung des Ziels in Ansar zurück. Präsident Joseph Aoun sagte, die Angriffe sendeten eine gegen die Verhandlungen und die US-Bemühungen gerichtete Botschaft, während Parlamentspräsident Nabih Berri Israel vorwarf, Waffenruheverpflichtungen zu missachten. Hisbollah-Chef Naim Qassem hatte den Rahmen bereits als israelischen Befehl abgetan, der mit israelischer Tinte geschrieben sei, und die Gruppe erklärte, wer den Libanon angreife, werde bekommen, was er verdiene.

„Die Märtyrer des israelischen Angriffs auf das Dorf Ansar sind keine „militärische Infrastruktur“, und die dabei getöteten Frauen und Kinder sind keine militärischen Ziele.“

Nawaf Salam

Der Rahmen sieht einen israelischen Rückzug aus dem Südlibanon im Gegenzug für die Entwaffnung der Hisbollah und die Kontrolle durch die libanesische Armee vor, doch Israel sagt, es werde sich nicht zurückziehen, bevor die Hisbollah ihre Waffen abgibt. Ein Vertreter des US-Außenministeriums sagte, eine dauerhafte israelische Militärpräsenz sei mit den Verpflichtungen aus dem Abkommen nicht vereinbar. Der Rahmen muss nun beweisen, dass er sowohl bewaffnete Gruppen als auch staatliche Streitkräfte zügeln kann, statt bloß Formulierungen auszutarieren.

Nach Berichten von: ANSA.it, Al Jazeera Online, France 24, Franceinfo, Frankfurter Allgemeine, Le Parisien

5Gesundheit & Bildung

Deutschland zählt die Toten der Hitze

Neu

Das Robert Koch-Institut schätzte, dass zwischen dem 6. April und dem 2. August etwa 12.500 Menschen durch Hitze starben, bereits mehr als in jedem früheren Gesamtjahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Schätzung lag in der Vorwoche noch bei 11.900 und könnte noch nach oben korrigiert werden. Rund 9.600 Todesfälle ereigneten sich allein in der Woche vom 22. bis 28. Juni, als die Temperaturen vielerorts über 40 °C stiegen.

Ältere Menschen in Deutschland waren am stärksten betroffen. Etwa 6.300 Opfer waren 85 Jahre oder älter, mehr als 3.100 waren 75 bis 84 Jahre alt, fast 1.900 waren 65 bis 74 Jahre alt, und etwa 1.200 waren unter 65. Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg verzeichneten bezogen auf die Bevölkerung die höchsten Sterberaten.

Hitzetote in Deutschland nach AltersgruppeTote
  • 85+6.300
  • 75-843.100
  • 65-741.900
  • Unter 651.200

Da Ärztinnen und Ärzte Hitze nur selten als Todesursache eintragen, verwendet das RKI statistische Modelle, die die Sterblichkeit in Wochen mit und ohne Hitze vergleichen und Sterbefallmeldungen mit Daten von Wetterstationen kombinieren. Bundesumweltminister Carsten Schneider erneuerte seine Forderung nach einer Grundgesetzänderung, die es Berlin erlauben würde, mehr lokalen Hitzeschutz zu finanzieren, etwa Schatten und entsiegelte Stadtflächen.

„Fast 10.000 Hitzetote nach einer einzigen Woche im Juni sind kein Warnschuss mehr. Der Notfall ist bereits angekommen.“

Nicola Buhlinger-Göpfarth

Die Zahlen verwandeln Anpassung von einem wohlklingenden Begriff der Stadtplanung in ein Kassenbuch der öffentlichen Gesundheit. Die Hitze ist von der Wetterkarte in die Sterbetabelle gewandert, und Deutschlands föderales System streitet immer noch darüber, wer den Schatten pflanzen darf.

Nach Berichten von: Berliner Zeitung, Handelsblatt, N-tv, ZEIT ONLINE, Spiegel Online, DIE WELT

Das war die ganze Ausgabe.

Alle Ausgaben

Alle lesen Pollar kostenlos. Mitglieder bezahlen dafür.

Die Mitglieder bezahlen die Server in Deutschland und die KI-Modelle, die Berichte europäischer Redaktionen ordnen, zusammenfassen und übersetzen.

Mitglied werden

Wie der Brief entsteht