Wirtschaft · Brüssel und Düsseldorf

EU genehmigt Übernahme des MediaMarktSaturn-Mutterkonzerns Ceconomy durch JD.com mit zehnjährigen Auflagen

Die Europäische Kommission hat JD.com die Mehrheitsübernahme von Ceconomy erlaubt, nachdem der chinesische Konzern Zusagen zu Subventionen, Logistikzugang und konzerninterner Finanzierung akzeptiert hat. Die Zusagen gelten zehn Jahre lang.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Handelsblatt, DIE WELT, N-tv und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Brüssel, Düsseldorf · Belgien, Deutschland
Wie es dazu kam
  1. August 2026Chinas Justizministerium droht mit Gegenmaßnahmen
  2. Ende August 2026JD.com bietet der Kommission Zugeständnisse an
  3. 3.11.Die Kommission genehmigt die Übernahme mit Auflagen

Genehmigung mit Auflagen

Die Europäische Kommission hat die Übernahme von Ceconomy, der Düsseldorfer Muttergesellschaft von MediaMarkt und Saturn, durch den chinesischen Onlinehändler JD.com freigegeben. Die Entscheidung wurde am Dienstag, 3. November 2026, bekannt gegeben und knüpft an Zusagen, die die Unternehmen selbst im Laufe der Prüfung vorgeschlagen hatten. Das Angebot von JD.com bewertet Ceconomy mit rund 2,2 Milliarden Euro. Ceconomy erklärte, JD.com habe die EU-Freigabe erhalten, damit seien alle Bedingungen des öffentlichen Übernahmeangebots erfüllt. Ceconomy beschäftigt rund 48.000 Menschen, davon etwa 17.000 in Deutschland; JD.com erhält durch den Deal Zugang zu großen Onlineshops und mehr als 1.000 Filialen.

Subventionsbedenken als Grund der Prüfung

Brüssel hatte infrage gestellt, ob JD.com den Deal mit Hilfe chinesischer staatlicher Unterstützung finanziert. Laut der Kommission erhielt der Konzern Steuervorteile und Staatskredite und finanzierte damit einen Teil seiner Logistik- und IT-Systeme. Nach der Übernahme würde auch MediaMarktSaturn von dieser Finanzierung profitieren – zum Nachteil europäischer Wettbewerber. Eine vorläufige Prüfung im Mai hatte ergeben, dass JD.com durch Vorzugsfinanzierungen, Steueranreize und Zuschüsse aus China unfaire Vorteile erlangt haben könnte. Die Kommission prüfte zudem, ob der Deal den Wettbewerb im EU-Binnenmarkt verzerrt; sie prüft inzwischen ausländische Subventionen ebenso wie solche von EU-Mitgliedstaaten.

Zusagen für zehn Jahre

JD.com muss seine Logistikdienstleistungen, Lager und Technologien anderen Marktteilnehmern zu denselben Bedingungen anbieten, die für Ceconomy gelten. Jede Finanzierung von JD.com an Ceconomy muss zu normalen Marktbedingungen erfolgen, was laut Kommission Quersubventionen verhindert. Die Unternehmen hatten diese Zugeständnisse Ende August angeboten, die Zusagen sind zehn Jahre lang bindend. Die Kommission erklärte, die Maßnahmen beseitigten die festgestellten Wettbewerbsverzerrungen vollständig. Das Bundeskartellamt hatte die Übernahme bereits im September 2025 freigegeben und keine Wettbewerbsbedenken festgestellt, da JD.com in Deutschland nur sehr gering vertreten ist. Auflagen in Deutschland sollen sicherstellen, dass die personenbezogenen Daten der Kunden geschützt bleiben.

Pekings Reaktion

Im August erklärte Chinas Justizministerium, es werde entschieden reagieren, falls die EU an ihrem Vorgehen festhalte. Peking untersagte zudem Organisationen und Einzelpersonen, die EU bei bestimmten Informationsanfragen innerhalb Chinas zu unterstützen. Das Ministerium warf Brüssel vor, übermäßige und unnötige Informationen aus China zu verlangen. Ein Sprecher der Kommission entgegnete, Ziel seien gleiche Wettbewerbsbedingungen, damit alle in der EU tätigen Unternehmen – auch chinesische – gleich behandelt würden. EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera begrüßte das konstruktive Vorgehen der beteiligten Unternehmen und erklärte, die Verbraucher profitierten von einem wettbewerbsfähigen Einzelhandels- und E-Commerce-Sektor.

Eigentumsverhältnisse und Zeitplan

Laut Berichten über die Freigabe hält JD.com 59,8 % der Aktien und Stimmrechte. Die Holdinggesellschaft der Gründerfamilie Kellerhals behält einen Anteil von 25,4 %, hat sich aber verpflichtet, mit JD.com zu stimmen, was den chinesischen Konzern de facto über 85 % bringt. Eine frühere eigene Mitteilung von Ceconomy nannte für JD.com einen Anteil von 85,2 %. Ceconomy-Chef Remko Rijnders sagte, die Freigabe erlaube die Umsetzung der Fusion, während JD.com-Chefin Sandy Xu erklärte, Ceconomy solle sein Wachstum nachhaltig beschleunigen. Beide Unternehmen erklärten, das Geschäftsmodell von MediaMarktSaturn ändere sich vorerst nicht, das Managementteam bleibe im Amt. Ceconomy hatte erklärt, der Vollzug werde in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet; Rijnders hatte im Sommer gesagt, ein Delisting könne Anfang 2027 folgen.

Anteil von JD.com an Ceconomy nach der Übernahme%
JD.com-Aktien und Stimmrechte
59.8 %
Kellerhals-Anteil (zur Stimmabgabe mit JD.com verpflichtet)
25.4 %

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Quellen und Kontext

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