EU-Behörden setzen UniCredit Frist bis 16. November für Prüfung der Commerzbank-Übernahme
Die Europäische Kommission hat den 16. November als Frist für ihre Entscheidung über die Übernahme der Commerzbank durch UniCredit gesetzt, nachdem die Annahmefrist des italienischen Instituts seinen Anteil auf 47,59 Prozent des Kapitals der deutschen Bank gehoben hat.
Kommission setzt Frist auf den 16. November
Die Europäische Kommission hat den 16. November als Frist für ihre Entscheidung über die Übernahme der Commerzbank durch UniCredit gesetzt. Das geht aus einer am Freitag, dem 9. Oktober, veröffentlichten Meldung der Kommission hervor. UniCredit hat die kartellrechtliche Genehmigung der EU beantragt, und die Kommission muss nun die wettbewerblichen Auswirkungen der Transaktion prüfen. In der vorläufigen Prüfung kann sie den Zusammenschluss mit oder ohne Auflagen freigeben oder eine eingehende Untersuchung eröffnen, falls sie erhebliche Bedenken hat. Das Handelsblatt berichtet, die Kommission wolle bis zum 16. November entscheiden, die Entscheidung stehe also noch aus.
Beteiligung und Ergebnis des Angebots
UniCredit hat die Annahmefrist für ihr freiwilliges Übernahmeangebot an die Commerzbank mit Aktien abgeschlossen, die 17,60 Prozent des Kapitals der deutschen Bank entsprechen, wodurch sich ihre Beteiligung auf 47,59 Prozent erhöht. Die italienische Bank hat erläutert, dass dieser Anteil 49,65 Prozent der Stimmrechte entspricht, da die eigenen Aktien der Commerzbank keine Stimmrechte tragen. Das Angebot wurde am 5. Mai eröffnet und bot 0,485 UniCredit-Aktien für jede Commerzbank-Aktie, mit dem Ziel, die 30-Prozent-Schwelle zu überschreiten. Reuters berichtet, dass der deutsche Staat 13,3 Prozent an der Commerzbank hält und UniCredit bereits fast die Hälfte des Aktienkapitals gesichert hat. Reuters ordnet den Deal zudem in die jüngste Konsolidierungslust italienischer Banken ein, wobei die Aufsichtsbehörden grenzüberschreitende Fusionen unterstützen, um europäische Champions zu schaffen.
- UniCredit-Anteil am Commerzbank-Kapital
- 47.59 %
- UniCredit-Anteil an den Stimmrechten
- 49.65 %
- Anteil des deutschen Staates
- 13.3 %
Deutschlands Wettbewerbsbehörde
Das Handelsblatt berichtet, das Bundeskartellamt habe im vergangenen Jahr erklärt, es werde der Übernahme nicht im Weg stehen. Sein Präsident Andreas Mundt formulierte es so:
Wir sehen dort keine Probleme (..) aus wettbewerbsrechtlicher Sicht.
Das Handelsblatt merkt zudem an, dass UniCredit die Commerzbank seit mehr als zwei Jahren verfolgt, trotz des Widerstands in Deutschland. Die beiden Banken verhandeln dem Bericht zufolge derzeit über eine mögliche Zusammenlegung. Reuters meldete im August, die Europäische Zentralbank neige dazu, die Übernahme zu genehmigen.
Terminplan für die Zahlen verschiebt sich
Il Sole 24 Ore berichtet, dass der UniCredit-Vorstand, der die Ergebnisse des dritten Quartals 2026 billigen soll, vom früheren Termin 21. Oktober auf den 8. November verschoben wurde. Die Marktpräsentation dieser Ergebnisse verschiebt sich vom 22. Oktober auf den 9. November. Dem Bericht zufolge wurde die Verschiebung durch den Weg zur Konsolidierung der Commerzbank notwendig, die ihre Quartalszahlen am 5. November veröffentlicht. Beide neuen Termine liegen vor der Frist der Kommission am 16. November. Die folgende Zeitleiste zeigt die in den Artikeln genannten Daten.
- UniCredit beginnt die Annahmefrist für ihr freiwilliges Übernahmeangebot an die Commerzbank
- Meldung der Europäischen Kommission setzt den 16. November als Frist für ihre Entscheidung
- Commerzbank veröffentlicht ihre Quartalszahlen
- UniCredit-Vorstand soll Ergebnisse des dritten Quartals billigen, verschoben vom 21. Oktober
- UniCredit präsentiert die Ergebnisse des dritten Quartals am Markt, verschoben vom 22. Oktober
- Frist für die Entscheidung der Europäischen Kommission über die Übernahme
Auswirkungen auf Bilanz und Branche
Das Handelsblatt berichtet, dass die Konsolidierung, sobald UniCredit die Commerzbank in ihre Bilanz einbeziehen muss, ihre harte Kernkapitalquote belastet. Eine Sonderregel im EU-Bankenaufsichtsrecht verschaffe der Bank fast zeitgleich Entlastung, schreibt die Zeitung. Die Schlagzeile des Berichts lautet, die Banken nutzten diese Sonderregel. Der Bericht besagt zudem, der Deal habe das Potenzial, den Wettbewerb im europäischen Finanzsektor erheblich zu verändern.


