Abend-Brief, Sonntag, 1. November

Von KI erstellter Text und synthetische Stimme. Wie dieser Text entsteht

Eine Ausgabe aus dem Archiv. Neueste Ausgabe

Abendausgabe

Satellitenbild: NASA

1Konflikte

Trump droht verbliebenen iranischen Atomstandorten

Neu

Donald Trump sagte Reportern auf seinem Anwesen in Florida, die Vereinigten Staaten hätten Irans militärische und nukleare Fähigkeiten weitgehend ausgeschaltet, müssten sich aber noch um ein oder zwei Standorte kümmern. Er nannte besonders den Pickaxe Mountain, auf Persisch als Kolang bekannt, nahe der Nuklearanlage Natans in der Provinz Isfahan, nachdem er mit Benjamin Netanjahu telefonisch über die Möglichkeit neuer Angriffe gesprochen hatte.

„Wir haben ihr Nuklearprogramm ausgeschaltet. Wir müssen uns noch um, ich würde sagen, ein oder zwei Standorte kümmern, aber das können wir in zehn Minuten erledigen.“

Donald Trump

Marco Rubio sagte in Atlanta, Donald Trump habe nicht über neue Militäraktionen entschieden und bevorzuge weiterhin Diplomatie. Der aus Washington berichtete Streit ist klar genug: JD Vance, Steve Witkoff und Jared Kushner wollen die Verhandlungen wieder aufnehmen, während Marco Rubio und der Pentagon-Chef bezweifeln, dass mit den derzeitigen Machthabern Irans eine Einigung erzielt werden kann. Katar und Pakistan vermitteln weiter im Vorfeld der Zwischenwahlen in den USA am 3. November.

Modschtaba Chamenei traf sich mit den Kommandeuren der iranischen Streitkräfte und wies sie an, Listen amerikanischer und israelischer Ziele zu aktualisieren. Mohsen Resai sagte, Teheran habe JD Vances Brief mit dem Angebot direkter Gespräche nicht beantwortet und nicht entschieden, ob es seine Nukleardoktrin ändern solle. Abbas Araghtschi sagte Al Jazeera, Iran sehe derzeit keine Notwendigkeit, sich mit Amerikanern zu treffen. Teheran sagt, zu seinen Bedingungen gehörten die Straße von Hormus und eine regionale Waffenruhe.

Als Nächstes: Die US-Zwischenwahlen finden am 3. November statt; jeder neue US-Schritt hängt von ihrem Ausgang ab.

Nach Berichten von: Adnkronos, inews.co.uk, TheJournal.ie, ANSA.it, BBC, Stirile ProTV

2Regierung

Tusk weist Nawrocki im Tribunalstreit zurecht

Fortsetzung von heute Morgen. Neu: Donald Tusk warf Karol Nawrocki vor, Richterinnen und Richter einzuschüchtern, und die Polizei verteidigte den Einsatz.

Donald Tusk nutzte eine Ansprache an die Nation, um Karol Nawrocki vorzuwerfen, eine verfassungsrechtliche Grenze überschritten zu haben, nachdem der Präsident aus Senegal zurückgekehrt war und am frühen Samstagmorgen das polnische Verfassungstribunal betreten hatte. Dem Zusammenstoß vorausgegangen war die einmonatige Suspendierung des Tribunalspräsidenten Bogdan Święczkowski und seines Stellvertreters Bartłomiej Sochański durch Richterin Anna Korwin-Piotrowska, ein Schritt, der einen Polizeieinsatz auf dem Gerichtsgelände in Warschau auslöste.

5

vom Sejm gewählte Gerichtsmitglieder, deren Vereidigung Karol Nawrocki ablehnte

Quellen: Deutsche Welle, newsORF.at, La Razón

„In einem demokratischen Staat kann kein Politiker ein Gericht betreten, um Anordnungen zu erteilen oder Richter einzuschüchtern - nicht einmal der Präsident.“

Donald Tusk

Die Polizei erklärte, Beamte hätten den Bereich gesichert, nachdem Anna Korwin-Piotrowska vor möglichen Bedrohungen für Richter und Mitarbeiter sowie vor der Gefahr von Unruhen gewarnt hatte. Demonstranten warfen draußen Gegenstände auf Beamte, und die Polizei nahm drei Personen fest, die über den Zaun gesprungen waren. Bogdan Święczkowski, ein früherer PiS-Minister, nannte seine Absetzung einen Staatsstreich, während die Europäische Kommission Karol Nawrocki drängte, acht neue vom Sejm gewählte Richter zu bestätigen.

Die politischen Reparaturversuche wirken bereits unbeholfen. Władysław Kosiniak-Kamysz forderte einen verfassungspolitischen Neustart, und Adrian Zandberg schlug vor, dass alle derzeitigen Richter zurücktreten, damit eine verfassungsändernde Mehrheit 15 neue ernennen kann. Polens Justizminister hat beantragt, die Immunität von Bogdan Święczkowski und Bartłomiej Sochański aufzuheben, gegen die voraussichtlich Verfahren eingeleitet werden. Polizeikommandant Marek Boron schrieb am Sonntag, der Einsatz habe rechtlichen und ethischen Standards entsprochen.

Nach Berichten von: Deutsche Welle, newsORF.at, La Razón, europa press, ANSA.it, Rzeczpospolita

3Verkehr

Spanien identifiziert 56 Opfer des Urda-Unglücks

Fortsetzung von heute Morgen. Neu: Behörden identifizierten 56 von 69 Toten und setzten für den 3. November Hilfsdekret und Ministerbericht an.

Spanische Forensikteams haben 56 der 69 Menschen identifiziert, die ums Leben kamen, als Hochgeschwindigkeitszüge von Iryo und Renfe nahe Urda in der Provinz Toledo kollidierten. Die Guardia Civil teilte mit, fünf Wagen seien nach dem Zusammenstoß auf der Strecke Madrid-Sevilla entgleist und auf eine Böschung gestürzt. Die übrigen 13 nicht identifizierten Toten sind ausländische Staatsangehörige, zu allen liegen weiterhin Vermisstenanzeigen vor.

538

Menschen an Bord der beiden Züge beim Zusammenstoß von Urda

Quellen: La Razón, eldiario.es, El Periódico

Die Identifizierungsarbeit ist nun teilweise auf internationale Zusammenarbeit angewiesen. Behördenvertreter sagen, 54 der identifizierten Toten seien Spanier gewesen, einer Franzose und einer Portugiese. Die Krankenhauszahlen unterscheiden sich je nach Quelle, doch Dutzende werden weiterhin stationär behandelt, und mehr als 70 wurden entlassen. Suchteams setzten über Nacht etwa 50 Beamte, Hunde und Drohnen ein, um nahe der Unglücksstelle nach menschlichen Überresten zu suchen, während Kräne die fünf entgleisten Wagen von der Böschung entfernten.

Ein Gericht in Orgaz ordnete an, dass das von ADIF Renfe beauftragte Kranunternehmen genügend Bedienpersonal und Schichten bereitstellt, nachdem die Bergung der Wagen über Nacht wegen fehlender Arbeitskräfte gestoppt worden war. Derselbe Richter untersagte das Sammeln oder Veröffentlichen von Bildern und Informationen über Opfer und Familien. Renfe hielt drei Anlaufstellen für Angehörige in Madrid, Toledo und Sevilla geöffnet und betrieb weiterhin eine 24-Stunden-Hotline.

Das Kabinett von Pedro Sánchez soll am Dienstag ein königliches Hilfsdekret billigen, und Verkehrsminister Óscar Puente wird der Regierung einen Bericht vorlegen, bevor er sich öffentlich äußert. Partido Popular und Vox erklärten beide, sie würden sich dem Gerichtsverfahren als Nebenkläger anschließen. Das Verfahren unterliegt weiterhin dem secreto de sumario.

Als Nächstes: Spaniens Ministerrat tagt am 3. November, um Hilfen zu billigen und Óscar Puentes Bericht zu hören.

Nach Berichten von: La Razón, eldiario.es, El Periódico, europa press, ANSA.it

4Wohnen

Portugal räumt Wohnungscamps nach Mietprotesten

Neu

Die portugiesische Polizei räumte vor Tagesanbruch Zeltlager in Lissabon und Porto nach Protestmärschen gegen einen Gesetzentwurf zum Mietrecht, der nach Angaben von Protestierenden Zwangsräumungen erleichtern und Obergrenzen für neue Mieten abschaffen würde. Die Beamten warnten mehrfach und rückten dann mit Hunden vor, nachdem Protestierende sich in Menschenketten eingehakt hatten. Dreizehn Menschen wurden festgenommen, sechs in Lissabon und sieben in Porto, und alle wurden bis zu ihren Gerichtsterminen am Montag freigelassen.

13

Einsatzkräfte beim Einsatz in Porto verletzt

Quellen: SAPO, Correio da Manha, Notícias ao Minuto

Sérgio Soares, ein Sprecher der PSP, sagte, die Beamten hätten gehandelt, nachdem Farbe und Feuerwerkskörper auf Polizisten geworfen worden seien und ein Banner in Lissabon das Vorrücken der Polizei blockiert habe. Alle 13 verletzten Beamten wurden in Porto verletzt, wo ein Beamter in Zivil seine Schusswaffe zog, als Protestierende sich vier Beamten näherten, die nach Angaben der PSP angegriffen wurden.

„Das zwang uns, Gewalt anzuwenden.“

Sérgio Soares

Ricardo Sá Fernandes, ein Anwalt von Protestierenden aus dem Lager in Lissabon, sagte, er werde Strafanzeigen gegen den Minister für Innere Verwaltung, Luís Neves, und den nationalen PSP-Direktor Coelho de Moura einreichen. Correio da Manhã berichtete, dass ein CMTV-Kamerareporter während des Einsatzes in Porto beim Filmen mit einem Schlagstock getroffen und in einem Krankenhaus behandelt wurde.

Präsident António José Seguro bat die Regierung und die Ombudsstelle um vollständige Angaben zu den Einsätzen, auch zum Zustand der Festgenommenen und Verletzten. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung der Räumungen ein, und das Innenministerium begann eine interne Prüfung, um mögliche Verstöße und die Verantwortung der Polizei festzustellen. Der Staatsrat tritt am Montag zum Thema sozialer Zusammenhalt zusammen.

Als Nächstes: Die 13 Festgenommenen sollen am Montag, 2. November, vor Gericht erscheinen.

Nach Berichten von: SAPO, Correio da Manha, Notícias ao Minuto, europa press, ANSA.it, RTP - Rádio Televisão Portuguesa

5Energie & Handel

Deutschland verfehlt Gasspeicherziel vor dem Winter

Neu

Deutschland ist mit zu etwa 61,17 % gefüllten Gasspeichern in den November gegangen und lag damit unter dem für den 1. November genannten durchschnittlichen Zielwert von rund 70 % und unter dem EU-Durchschnitt von etwa 75 %. Der Rückstand folgte auf einen Sommer, in dem der Iran-Krieg, Störungen im Energiehandel und hohe Preise es für Händler weniger attraktiv machten, Gas zu kaufen und für den Winter einzuspeichern.

Gasspeicherstände vor dem Winter% gefüllt
  • Deutschland Ist61,17
  • Deutsches Ziel70
  • EU-Durchschnitt75
  • Italien Ist91

Klaus Müller, der Präsident der Bundesnetzagentur, sagte, Deutschland sei weiterhin sicher versorgt, weil LNG-Terminals weiter Gas importieren könnten und Füllstände nicht mehr die allein entscheidende Messgröße seien. Die Regulierungsbehörde stuft das Risiko einer angespannten Gasversorgung als gering ein und sieht keinen Interventionsbedarf, könnte bei Bedarf jedoch gebuchte Speicherkapazitäten entziehen.

„Für eine sichere Gasversorgung ist es nicht mehr zwingend notwendig, dass die Speicherziele erreicht werden.“

Klaus Müller

Die Industrie bewertet dieselben Zahlen weniger gelassen. INES, der Verband der Speicherbetreiber, nannte den Rückstand ein Warnsignal und erklärte, Deutschland habe geringere Sicherheitsreserven, falls der Winter sehr kalt werde oder Importe ins Stocken gerieten. Italien, dessen Speicher nach Ausgaben von 300 Millionen Euro für die Sicherung von Reserven zu 91 % gefüllt sind, warf Deutschland vor, den Rest der EU zu belasten. Weil Deutschland der größte Gasverbraucher der EU ist und über die größten Speicheranlagen verfügt, könnten anhaltende Käufe auf dem Spotmarkt die Preise für die Nachbarn erhöhen.

Nach Berichten von: Berliner Zeitung, Focus, Handelsblatt, tagesschau.de, N-tv, Bloomberg Business

Was ansteht

Aus dieser Ausgabe

  • 1

    Die US-Zwischenwahlen finden am 3. November statt; jeder neue US-Schritt hängt von ihrem Ausgang ab.

  • 3

    Spaniens Ministerrat tagt am 3. November, um Hilfen zu billigen und Óscar Puentes Bericht zu hören.

  • 4

    Die 13 Festgenommenen sollen am Montag, 2. November, vor Gericht erscheinen.

Alle Termine

Das war die ganze Ausgabe.

Alle Ausgaben

Alle lesen Pollar kostenlos. Mitglieder bezahlen dafür.

Die Mitglieder bezahlen die Server in Deutschland und die KI-Modelle, die Berichte europäischer Redaktionen ordnen, zusammenfassen und übersetzen.

Mitglied werden

Wie der Brief entsteht