Wohnen · Porto und Lissabon

Protestierende in Porto stimmen für erneutes Aufschlagen der Zelte nach zwei Polizeieinsätzen

Am Mittwoch, 28. Oktober, stimmten rund 300 Menschen bei einer Versammlung in Porto dafür, auf der Praça D. João I erneut Zelte aufzuschlagen – es ist das vierte Mal, dass Protestierende sich dort seit dem 10. Oktober nach Polizeieinsätzen niederlassen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Jornal Expresso, PÚBLICO, SAPO und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Porto, Lissabon · Portugal
Wie es dazu kam
  1. 20.10.Die PSP greift in den frühen Morgenstunden ein, um die Protestierenden am Rossio zu vertreiben
  2. 25.10.Die PSP löst Proteste in Lissabon und Porto auf und meldet 33 Verletzte und 33 Festgenommene
  3. 28.10.Die Versammlung in Porto stimmt für erneutes Aufschlagen der Zelte auf der Praça D. João I

Versammlung stimmt für Rückkehr auf den Platz

Am Mittwoch, 28. Oktober, stimmte eine Volksversammlung von rund 300 Menschen auf der Praça D. João I in Porto dafür, dort erneut Zelte aufzuschlagen. Das Camp fordert seit dem 10. Oktober das Recht auf Wohnen auf dem Platz, und es ist das vierte Mal, dass Protestierende in Porto Zelte aufstellen. Nicht alle Anwesenden beteiligten sich an der Abstimmung, doch die Teilnehmenden billigten einstimmig den Verbleib und den Widerstand des Camps auf dem Platz. Laut SAPO standen mindestens 30 Zelte und Schlafsäcke für die Nacht zur Verfügung. Dieselbe Versammlung beschloss die Gründung einer Zeitung in digitaler und gedruckter Form und schlug das Teatro Municipal Rivoli oder das Coliseu do Porto als Orte für ein künftiges Treffen vor, wobei das Übernachten auf Freitage und Samstage beschränkt werden soll.

Polizeieinsätze und die Auflösung am Sonntag

Ein erster Polizeieinsatz gegen die Protestierenden am 15. Oktober verletzte 39 Menschen und führte zu keiner Festnahme. Ein zweiter Einsatz auf demselben Platz erfolgte Berichten zufolge mit Schlagstöcken, Hunden und Tasern. In den frühen Morgenstunden des Sonntags, 25. Oktober, löste die PSP Demonstrationen in Lissabon und Porto mit Schlagstöcken und Hunden auf, nach mehr als zwei Stunden Spannung, in denen die Protestierenden sich weigerten, die Aufforderung zum Verlassen des Platzes und zum Abbau ihrer Zelte zu befolgen, und sich dabei auf das verfassungsmäßige Recht auf Demonstration beriefen. Die Polizei meldete 33 Verletzte und 33 wegen Ungehorsams Festgenommene in beiden Städten, während die Camp-Organisationen von Dutzenden Verletzten sprachen. Die Inspeção-Geral da Administração Interna (IGAI) eröffnete eine Untersuchung, und der Ombudsmann forderte von der PSP dringend Informationen über den Einsatz an. Linke Parteien kritisierten das Vorgehen und verlangten vom Premierminister Aufklärung. Der Präsident rief zu Dialog in der Wohnungsfrage und niemals zu Gewalt auf und erklärte, die Bilder, die er gesehen habe, gefielen ihm nicht, während er die Ergebnisse der Untersuchungen abwarte.

Pedro Duarte verteidigt das Vorgehen der Polizei

Portos Bürgermeister Pedro Duarte (PSD/CDS-PP/IL) nahm das Wort implacável zurück, das er zuvor mit voller Selbstverständlichkeit verwendet hatte, verteidigt aber weiterhin das Vorgehen der Polizei. Auf die Frage, ob Politiker sich einschalten sollten, falls die Zelte zurückkehren und das Camp über 00:30 Uhr hinaus bleibt, lehnte er eine Stellungnahme zu Polizeieinsätzen ab.

„Bei operativen Polizeifragen denke ich wirklich, dass Politiker sich nicht einmischen sollten, das wäre ein sehr schlechtes Prinzip.“

Pedro Duarte, Bürgermeister von Porto

Nach dem ersten Einsatz am 15. Oktober hatte Duarte gesagt, es sei absolut klar, dass die Polizei gezwungen gewesen sei, so zu handeln, wie sie gehandelt habe. Am Mittwoch sagte er, der Protest sei eine gerechte Sache und Sympathie für die Menschen dort könne nicht das Kriterium für die Durchsetzung des Rechts sein.

„Heute können wir sagen, dass es eine gerechte Sache ist, wir mögen sogar Sympathie für diese Menschen dort haben, aber das kann nicht das Kriterium sein.“

Pedro Duarte, Bürgermeister von Porto

Beim Vergleich des Wohnungscamps mit einem Camp von Feuerwehrleuten aus Porto, das 2024 mehr als 40 Tage vor dem Rathaus blieb, ohne dass versucht wurde, es zu beenden, sagte Duarte, die Wohnungsprotestierenden hätten nur zwei oder drei Nächte lang Zelte gehabt, bevor die Polizei eingriff. Er betonte, die Stadt habe Toleranz, Dialog und Gesprächsbereitschaft gezeigt.

Händler und das Verfahren in Lissabon

Duarte sagte, er habe einzelne Beschwerden von Händlern rund um den Platz erhalten. Eine an ihn gerichtete Petition, die die Nachrichtenagentur Lusa einsehen konnte, stammt von Restaurants und Getränkebetrieben auf und rund um den Platz. Diese Betriebe melden Umsatzrückgänge von 30 bis 40 Prozent, bei manchen ist die Aktivität nahezu auf null gesunken, und Kunden stornieren Buchungen aus Angst, das Viertel zu besuchen. In Lissabon hat Renata Cambra, ehemalige Sprecherin des Movimento Alternativa Socialista und heute Funktionärin der Partei Trabalhadores Unidos, beim Verwaltungsgericht Lissabon eine Verwaltungsklage eingereicht. Sie beantragt die Erlaubnis, 24 Stunden lang am Rossio zu campen, bis zum Morgen des 25. November, dem Tag der abschließenden Gesamtabstimmung über den Staatshaushalt. Richterin Ana de Campos erklärte sich bereit, die Begründetheit des Falls zu prüfen. Cambra fordert das Gericht auf, das Dekretgesetz 406/74 von 1974 über Versammlungen und Demonstrationen als verfassungswidrig aufzuheben und Carlos Moedas sowie Polizeioberinspektor Luís Elias, Kommandeur des Metropolitan-Kommandos Lissabon, für jeden Tag der Nichtbefolgung mit 10 Prozent des nationalen Mindestlohns zu belegen. Sie erklärt, das Camp am Rossio habe am 17. Oktober begonnen und sei friedlich gewesen, bis die PSP in den frühen Morgenstunden des 20. Oktober eingriff.

Verfallene Gebäude und der Steuerplan für 2027

Duarte kündigte an, die Stadt werde in ihrem Gemeindehaushalt 2027 vorschlagen, die IMI-Grundsteuer auf verfallene Gebäude im historischen Zentrum zu verzehnfachen – ein noch nicht beschlossener Vorschlag. Er sagte, die Maßnahme gelte vorerst für Gebäude und könne später auch unbebaute Grundstücke erfassen, ein Fall, den er im historischen Zentrum als Restbestand bezeichnete. Eine am 1. Oktober veröffentlichte Mitteilung der Stadt zählt 6.400 Gebäude mit Anzeichen von Verfall. Das Verfahren betraf 379 Gebäude im Jahr 2022 und 531 im Jahr 2023, 2024 wurde keine Entscheidung getroffen, und 2025 kam es während der Übergangsphase der Stadtregierung zum Stillstand. Zu den Forderungen der Protestierenden gehören die Rücknahme des neuen Mietrechtsgesetzes, ein Ende von Abrissen und Räumungen ohne Ersatzwohnraum, die Eindämmung von Wohnungskäufen durch Immobilienfonds und mehr öffentlicher Wohnraum.

Von dem Verfahren erfasste verfallene Gebäude in Porto, nach JahrenGebäude
2022
379 Gebäude
2023
531 Gebäude

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