Abend-Brief, Freitag, 30. Oktober

Von KI erstellter Text und synthetische Stimme. Wie dieser Text entsteht

Eine Ausgabe aus dem Archiv. Neueste Ausgabe

Abendausgabe

Satellitenbild: NASA

1Sicherheit

Sánchez hält an Puente fest, Urda-Zugcrash tötet 69

Fortsetzung von heute Morgen. Neu: Pedro Sánchez lehnte Óscar Puentes Rücktrittsangebot ab, als die Opferzahl 69 erreichte.

Pedro Sánchez lehnte Óscar Puentes Rücktrittsangebot ab, nachdem bei der Kollision nahe Urda in der Provinz Toledo 69 Menschen ums Leben gekommen und etwa 40 verletzt worden waren. An dem Unglück beteiligt waren ein Iryo-Zug, der Madrid-Puerta de Atocha mit 147 Fahrgästen verlassen hatte, und ein Hochgeschwindigkeitszug des Typs Renfe AVE mit 397 Fahrgästen auf dem Weg nach Sevilla. Damit ist es Spaniens zweitschwerstes Zugunglück seit der Entgleisung von Angrois 2013, und Emiliano García-Page warnte, die Zahl könne bei der Identifizierung der sterblichen Überreste noch auf über 70 steigen.

Óscar Puente sagte, ein Computerproblem habe um 8.31 Uhr auf einem 63 Kilometer langen Abschnitt das Signal- und Sicherheitssystem LZB lahmgelegt, woraufhin sechs Züge automatisch gestoppt worden seien. Fünf Minuten später, so sagte er, habe die Leitstelle Atocha den Lokführer des AVE angewiesen, mit normaler Geschwindigkeit weiterzufahren, obwohl bekannt gewesen sei, dass ein anderer Zug denselben Abschnitt befuhr. Er fügte hinzu, das LZB-System sei in diesem Jahr auf der Strecke Madrid-Sevilla 170 Mal ausgefallen, davon 13 Mal auf diesem Abschnitt.

Pedro Sánchez hielt einen Rücktritt zum jetzigen Zeitpunkt für ungerecht, daher bleibt Óscar Puente im Amt und trägt politisch wie operativ die Verantwortung für die Untersuchung. Ada Colau, die Kandidatin des Frente Amplio für das Amt der Ministerpräsidentin, forderte seinen raschen Abgang.

„Wir glauben, dass es so schnell wie möglich geschehen sollte, und wir hoffen, dass es geschieht.“

Ada Colau

Vox-Sprecher José María Figaredo machte die Regierung insgesamt verantwortlich, während Antonio Maíllo sagte, der Verbleib des Ministers erschwere eine Lösung.

Nach Berichten von: europa press, newsORF.at, La Razón, Adnkronos

2Wirtschaft

Binance führt 6,3-Mrd.-Dollar-Hack auf Ingenieurslaptop zurück

Fortsetzung von heute Morgen. Neu: Binance bezifferte den Schaden auf 6,3 Mrd. Dollar und sagte, bisher seien etwa 3 Mrd. eingefroren.

Binance teilte mit, seine erste Untersuchung deute auf den kompromittierten Laptop eines DevOps-Ingenieurs hin, wodurch ein Angreifer Zugriff auf einen Dienstcontainer erlangt und unbefugte Auszahlungsanträge gestellt habe. Die Kryptobörse bezifferte den geschätzten Gesamtschaden auf etwa 6,3 Mrd. Dollar, eine Summe, die den Diebstahl von 1,5 Mrd. Dollar bei Bybit im Februar weit in den Schatten stellen würde. Binance erklärte, es habe keine Hinweise darauf gefunden, dass private Wallet-Schlüssel abgeflossen seien, und Gründer Changpeng Zhao schrieb, er erwarte, dass die Gelder der Nutzer gedeckt seien.

Der Schaden wurde teilweise eingedämmt, weil Emittenten und Ermittler schnell handelten. Binance bestätigte zunächst eingefrorene Gelder in Höhe von 2,54 Mrd. Dollar, erklärte dann, auf der Blockchain seien etwa 3 Mrd. Dollar eingefroren worden und die Zahl könne noch steigen. Tether fror Vermögenswerte im Wert von mehr als 1,5 Mrd. Dollar ein, die mit dem mutmaßlichen Hack in Verbindung stehen, während Circle in Abstimmung mit Strafverfolgungsbehörden mehr als 800 Mio. Dollar einfrieren ließ.

Finanzzahlen zum Binance-HackMrd. USD
  • Geschätzter Schaden6,3
  • Bisher eingefroren3
  • Tether-Einfrierung1,5
  • Circle-Einfrierung0,8

TRM Labs schrieb den Angriff mit hoher Sicherheit TraderTraitor zu, einer Gruppe, die das Unternehmen mit Nordkorea und dem größeren Lazarus-Netzwerk in Verbindung bringt. Die Firma verwies auf On-Chain- und Off-Chain-Belege und erklärte, der Angriff ähnele früheren Diebstählen, die nordkoreanischen Akteuren zugeschrieben wurden. Bitcoin fiel am Abend des 29. Oktober, wobei Berichte den Rückgang auf etwa 2 % bis 3,2 % bezifferten, während Händler versuchten, sowohl den Verlust als auch das Tempo der Einfrierungen einzupreisen.

Binance ließ Einzahlungen weiter zu, setzte Auszahlungen während einer Sicherheitsprüfung jedoch aus. Das Unternehmen teilte mit, es hoffe, Auszahlungen binnen 48 Stunden wieder aufnehmen zu können, ein Zeitplan, der nun für das Vertrauen ebenso wichtig ist wie für die Liquidität.

Als Nächstes: Binance hofft, Auszahlungen binnen 48 Stunden wieder aufnehmen zu können.

Nach Berichten von: europa press, ANSA.it, AP NEWS, Adnkronos

3Konflikte

Russland und Ukraine evakuieren Oleschky bei lokaler Waffenruhe

Neu

Russland und die Ukraine begannen, Zivilisten aus Oleschky zu evakuieren, einer von Russland kontrollierten Stadt am linken Ufer des Dnipro gegenüber von Cherson. Die lokale Waffenruhe begann am 27. Oktober um 03:00 Uhr und gilt bis zum 1. November um 22:59 Uhr. Das Weiße Haus gab die Vereinbarung bekannt und erklärte, Melania Trump habe sie vermittelt. Ein Konvoi aus 25 Bussen und Lastwagen brachte Lebensmittel, Medikamente, Hygieneartikel und Treibstoff zur Stadt.

25

Busse im Hilfskonvoi zur Evakuierung von Zivilisten aus Oleschky

Quellen: La Libre.be, Deutsche Welle, watson.ch/

Der ukrainische Abgeordnete Dawyd Arachamija sagte, die ukrainische Delegation sei mit Evakuierten aus Oleschky nach Anapa im Süden Russlands aufgebrochen. Von dort sollen die Evakuierten nach Belarus fliegen und anschließend mit dem Bus zurück in die Ukraine reisen. Ministerpräsident Serhij Korezkyj sagte, 527 Einwohner würden auf von der Ukraine kontrolliertes Gebiet zurückkehren, während die Schätzungen zur verbliebenen Bevölkerung zwischen etwa 1.000 und 2.000 liegen, weit unter der Vorkriegszahl von rund 24.000.

Kyrylo Budanow veröffentlichte Fotos der Operation und rief beide Seiten auf, sie fortzusetzen.

„Dies ist eine wichtige Operation, und sie muss fortgesetzt werden. Das Leben jedes Bürgers ist der Ukraine wichtig.“

Kyrylo Budanow
Pioniere räumten Minen entlang der Strecke, und Jana Lantratowa, Russlands Menschenrechtsbeauftragte, sagte, ein Sprengstoffexperte sei bei der Arbeit ums Leben gekommen, ebenso eine weitere Person. Beide Seiten erklärten, die Waffenruhe sei nicht verletzt worden.

Die Evakuierten sollen in Tschernihiw und in der Region Kyjiw medizinisch untersucht werden sowie Kleidung und Hygieneartikel erhalten, bevor sie in mehreren ukrainischen Regionen untergebracht werden.

Als Nächstes: Die Waffenruhe in Oleschky läuft am 1. November um 22:59 Uhr aus.

Nach Berichten von: La Libre.be, Deutsche Welle, watson.ch/, ANSA.it, SWI swissinfo.ch, Süddeutsche Zeitung

4Regierung

China schließt 33 Funktionäre bei Xi Jinpings Plenum aus

Neu

Chinas Kommunistische Partei bestätigte zum Abschluss ihres fünften Plenums in Peking den Ausschluss von 33 hochrangigen Funktionären und Offizieren. Sechzehn gehörten dem Militär an, darunter Zhang Youxia, einst erster stellvertretender Vorsitzender der Zentralen Militärkommission und Mitglied des Politbüros. Das Kommuniqué verwies auf schwere Verstöße gegen Disziplin und Gesetz, veröffentlichte aber keine detaillierten Vorwürfe gegen die einzelnen Personen.

Nur 279 der 376 im Jahr 2022 gewählten Vollmitglieder und Ersatzmitglieder des Zentralkomitees nahmen an der Sitzung teil, womit mehr als ein Viertel des ursprünglichen Gremiums fehlte. Die Teilnehmerzahl ist von 364 beim dritten Plenum im Juli 2024 auf 315 beim vierten im Oktober 2025 und nun auf 279 in dieser Woche gesunken. Neil Thomas von der Asia Society brachte die leeren Sitze mit der Disziplinarkampagne in Verbindung.

„Mehr leere Sitze unterstreichen den Fokus des Plenums auf Xis Vision strenger innerer Disziplin.“

Neil Thomas
Teilnahme am Plenum des chinesischen Zentralkomiteesteilnehmende Mitglieder
  • Juli 2024364
  • Okt. 2025315
  • Okt. 2026279

Die Säuberung hat die oberste Führung der Volksbefreiungsarmee schwer getroffen. Von den sieben 2022 ernannten Mitgliedern der Zentralen Militärkommission wurden seitdem fünf abgesetzt, übrig blieben Xi Jinping und Zhang Shengmin, der militärische Anti-Korruptionschef. Das Plenum beförderte Zhang Shengmin ins Politbüro, machte ihn damit zu dessen einzigem Militärmitglied und gab dem Disziplinaraufseher der Armee eine sichtbarere politische Position.

Xi Jinping hat die Korruptionsbekämpfung seit 2012 ins Zentrum seiner Herrschaft gestellt. Nach staatlichen Angaben der Disziplinarbehörden, die in der Berichterstattung zitiert wurden, wurden im vergangenen Jahr 983.000 Menschen bestraft, während seit 2012 mehr als zwei Millionen wegen Formalismus, Bürokratie, Hedonismus und eines extravaganten Lebensstils mit Disziplinarmaßnahmen belegt wurden.

Als Nächstes: Der 21. Parteitag ist für die zweite Hälfte 2027 angesetzt.

Nach Berichten von: Ziare.com, Deutsche Welle, RTVE.es, TVP Info, Berliner Zeitung, BBC

5Konflikte

Washington erwägt Iran-Schläge, nachdem Vance Gespräche anbietet

Neu

Die Vereinigten Staaten bereiten sich entweder auf erneute Angriffe auf Iran oder auf eine Pause in dem achtmonatigen Krieg vor. Admiral Brad Cooper, der Chef des US-Zentralkommandos, informierte Donald Trump am 29. Oktober über Optionen für neue Angriffe und darüber, ob die Seeblockade der Straße von Hormus funktioniert. Die New York Times berichtete, die Vereinigten Staaten und Israel hätten Pläne für Angriffe nach den Zwischenwahlen am 3. November.

Die Diplomatie läuft über Katar. Ein Schreiben von Vizepräsident JD Vance erreichte am 25. Oktober Mohsen Resai, den Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Irans; darin schlug er direkte Verhandlungen vor, bei denen Irans Atomprogramm von Beginn an auf dem Tisch liegen soll. Reuters berichtete, dass katarische Vermittler am 30. Oktober zu mit Washington abgestimmten Gesprächen nach Teheran zurückkehrten.

Tom Barrack, der US-Botschafter in der Türkei, sagte, die Seiten stünden kurz vor einer Pause.

„Ich denke, wir sind sehr nah daran, endlich an einen Punkt zu gelangen, an dem wir sagen können: „Machen wir einfach eine Auszeit.““

Tom Barrack

Iranische Regierungsvertreter wollen, dass Washington die Blockade aufhebt, eingefrorene iranische Gelder freigibt und Ölverkäufe erlaubt, bevor die Atomgespräche wieder aufgenommen werden. La Repubblica berichtete, die US-Botschaft könne die Straße von Hormus binnen sieben Tagen wieder öffnen, im Gegenzug für Sanktionserleichterungen und nukleare Zusagen.

Die militärischen Signale deuten in eine andere Richtung. Berichte registrierten amerikanische Militärfrachtflugzeuge, die in Israel landeten, während Washington die Luftabwehr in der Region verstärkt, Munition aufstockt und einige Truppen von Stützpunkten abgezogen hat, die iranischer Vergeltung ausgesetzt sind.

Als Nächstes: Die US-Zwischenwahlen finden am 3. November statt.

6Diplomatie

Washington streicht G20-Foto wegen Lawrow-Streit

Neu

Die Vereinigten Staaten haben beim G20-Außenministertreffen in Atlanta das traditionelle Gruppenfoto abgesagt, nachdem mehrere europäische Vertreter erklärt hatten, sie wollten nicht neben dem russischen Außenminister Sergej Lawrow stehen. Marco Rubio befand, der Streit könne von dem zweitägigen Treffen ablenken, deshalb strich das US-Außenministerium das Foto und schickte die Minister direkt in die Plenarsitzung.

Der Kompromiss scheiterte erst spät. Bis zum Morgen zuvor hatten Diplomaten zwei Fotos erwartet, eines mit Sergej Lawrow und eines ohne ihn. Keine Lösung stellte alle zufrieden, und einige europäische Delegationen drohten Berichten zufolge, den Saal zu verlassen, sollten sie aufgefordert werden, neben ihm zu posieren. Bundesaußenminister Johann Wadephul sagte, er werde einem Foto nicht ausweichen, weil Dialog Teil seiner Arbeit sei, fügte aber hinzu, die Beziehungen zu Russland könnten nicht zur Normalität zurückkehren, solange der Krieg in der Ukraine andauere.

Die Ukraine, die während des Krieges an einigen früheren G20-Treffen teilgenommen hatte, wurde nicht eingeladen, weil Washington die Teilnahme auf offizielle Mitglieder beschränkte. Spanien wurde ebenfalls ausgeschlossen, weil es als eingeladener Beobachter teilnimmt, während Italien statt eines Außenministers die Vizeministerin Maria Tripodi entsandte. Ian Kelly, ein früherer US-Botschafter in Georgien, sagte, die Einladung an Sergej Lawrow sei ein politischer Fehler gewesen.

„Es wirkt politisch ausgesprochen töricht, ihn einzuladen.“

Ian Kelly

Donald Trump hat Wladimir Putin zum G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 14.–15. Dezember in Florida eingeladen, doch Wladimir Putin hat seine Teilnahme nicht bestätigt. Am Rande des Treffens in Atlanta wird ein persönliches Gespräch zwischen Sergej Lawrow und Marco Rubio erwartet.

Als Nächstes: G20-Außenminister tagen bis Samstag; die Spitzen treffen sich am 14.–15. Dezember in Florida.

Nach Berichten von: LaVanguardia, ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL, The Independent, Bloomberg Business, lastampa.it

Was ansteht

Aus dieser Ausgabe

  • 2

    Binance hofft, Auszahlungen binnen 48 Stunden wieder aufnehmen zu können.

  • 3

    Die Waffenruhe in Oleschky läuft am 1. November um 22:59 Uhr aus.

  • 4

    Der 21. Parteitag ist für die zweite Hälfte 2027 angesetzt.

  • 5

    Die US-Zwischenwahlen finden am 3. November statt.

  • 6

    G20-Außenminister tagen bis Samstag; die Spitzen treffen sich am 14.–15. Dezember in Florida.

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