Spanien eröffnet ernste Untersuchung zu Zugcrash bei Toledo
Fortsetzung vom gestrigen Abend. Neu: AITAT eröffnete die ernste Untersuchung, ließ alle Ursachen offen, und die offizielle Opferzahl wurde wieder auf 69 korrigiert.
Spaniens Unfallbehörde AITAT leitete am 29. Oktober eine Untersuchung zum Unglück von Urda ein und stufte es als schwer ein. Ein AVE-Zug von Renfe fuhr am 28. Oktober um 08.53 Uhr am Einfahrsignal des Bahnhofs Urda auf das Heck eines stehenden Iryo-Zugs auf, auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Madrid und Sevilla. Der AVE prallte Schätzungen zufolge mit 160 bis 200 km/h auf, die genaue Geschwindigkeit muss noch aus dem Bord-Ereignisspeicher ermittelt werden. Die Regierung von Castilla-La Mancha nennt eine vorläufige Bilanz von 69 Toten und 107 Verletzten, 18 von ihnen in kritischem Zustand.
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Quelle: EL PAÍS
Die Kommission führte online kurzzeitig 74 Tote auf, korrigierte die Zahl dann aber wieder auf 69. Die Behörden brachten 52 Leichen nach Toledo, wo die städtische Leichenhalle nicht alle aufnehmen konnte, und die Armee stellte Zelte und Kühlcontainer auf. Zwanzig Gerichtsmediziner identifizieren die Opfer, während Rettungskräfte mit Spürhunden und Wärmebilddrohnen die Trümmer durchsuchen. Italien teilte mit, eine der drei vermissten Italienerinnen sei lebend gefunden worden, während zwei weitere weiterhin vermisst würden.
Die Ermittler sagen, es kämen weiterhin alle Ursachen infrage. Lokführer und Verkehrsleiter wurden noch nicht befragt, weil sie nicht vernehmungsfähig waren. ANSA berichtet, erste Erkenntnisse der Regierung deuteten auf Fehler im automatischen Zugbeeinflussungssystem LZB hin, die letztlich auf menschliches Versagen im Adif-Kontrollzentrum in Madrid hinausliefen, während Vox-Chef Santiago Abascal Rücktritte forderte und diese Erklärung zurückwies.
„Es ist kein menschliches Versagen und auch kein technisches Versagen, es ist ein Verbrechen gegen die Interessen Spaniens.“
SPICA, die Gewerkschaft der Fluglotsen, verurteilte die Veröffentlichung von Aufzeichnungen der Kommunikation zwischen Lokführer und Leitstelle und nannte sie lückenhaft und aus dem Zusammenhang gerissen. Blutspender standen am Krankenhaus von Toledo und im Zentrum San Ildefonso Schlange, nachdem die Behörden zu Spenden aufgerufen hatten.
Als Nächstes: Spanien hält seine Parlamentswahl am 29. November ab.
Nach Berichten von: EL PAÍS, europa press
