Abend-Brief, Donnerstag, 29. Oktober

Von KI erstellter Text und synthetische Stimme. Wie dieser Text entsteht

Eine Ausgabe aus dem Archiv. Neueste Ausgabe

Abendausgabe

Satellitenbild: NASA

1Verkehr

Spanien zählt 69 Tote nach Hochgeschwindigkeitscrash nahe Toledo

Fortsetzung von heute Morgen. Neu: Die bestätigte Zahl der Toten stieg auf 69, Fátima Báñez wurde unter den Toten genannt.

Spanische Behörden und Rettungskräfte setzten die Identifizierung der Toten fort, nachdem ein von Renfe betriebener AVE-Zug am Mittwoch nahe Urda in der Provinz Toledo in einen Iryo-Zug geprallt war. Beide Züge waren von Madrid nach Sevilla aufgebrochen. Bis Donnerstag war in Berichten von 69 bislang gezählten Toten die Rede, während rund 100 von dem Unglück betroffene Menschen in der Casa de Ejercicios El buen pastor in Toledo blieben, wo Psychologen mit Freiwilligen arbeiteten und Angehörige auf Nachrichten warteten.

250

militärische UME-Kräfte beim Zugunglück im Einsatz

Quellen: ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL, vrtnws.be, EL PAÍS

Fátima Báñez, ehemalige Ministerin für Arbeit und soziale Sicherheit unter Mariano Rajoy und Präsidentin der CEOE-Stiftung, saß in dem Iryo-Zug. Sie reiste zu einer von andalusischen Arbeitgebern organisierten Veranstaltung nach Sevilla. Ihr Tod verschärfte den politischen Schock einer nationalen Katastrophe, weil sie die spanische Arbeitsmarktreform von 2012 mitverantwortet hatte und in Wirtschaftskreisen weiterhin eine bekannte Persönlichkeit war.

„Leider ist ihr Tod bestätigt worden. In den vergangenen acht Jahren habe ich gelernt, sie zu kennen, sie zu respektieren, sie zu bewundern und sie zu lieben.“

Miguel Garrido

Außenminister Antonio Tajani sagte, er habe mit dem einzigen verletzten Italiener gesprochen, einem Mann, der in Toledo im Krankenhaus liegt. Die Schwester des Mannes wird vermisst, und Antonio Tajani sagte, zwei Italienerinnen würden noch vermisst, eine italienisch-argentinische und eine italienisch-venezolanische Frau. María Chivite, die Präsidentin der Regierung Navarras, nahm in der spanischen Botschaft in Buenos Aires an einer Schweigeminute teil und sagte, die spanische Regierung müsse aufklären, was geschehen sei.

Nach Berichten von: ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL, vrtnws.be, EL PAÍS, europa press, ANSA.it

2Makroökonomie

Christine Lagarde verlässt die EZB vor Ende ihrer Amtszeit 2027

Neu

Christine Lagarde teilte ihren Kollegen mit, dass sie am 7. Februar 2027 als Präsidentin der Europäischen Zentralbank zurücktreten werde, rund acht Monate vor dem vorgesehenen Ende ihrer Amtszeit. Die EZB erklärte, sie habe zunächst den EZB-Rat und den Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, informiert, und der Rat habe ihr mit lang anhaltendem Applaus im Stehen gedankt. Sie führt die Zentralbank seit November 2019.

Die Nachfolgefrage gelangt nun gemäß Artikel 283 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union in die Maschinerie des Europäischen Rates. António Costa sagte, das Verfahren zur Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger beginne am 29. Oktober. Der Zeitpunkt verschafft Emmanuel Macron und Friedrich Merz ein Zeitfenster, um die Besetzung vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich im April 2027 zu regeln, falls das Lager von Marine Le Pen die Besetzung der EZB-Spitze erschweren könnte.

Lagardes Ankündigung fiel auf den Tag einer EZB-Zinsentscheidung: Die geldpolitische Erklärung war für 14:15 Uhr Mitteleuropäischer Zeit angesetzt, die Pressekonferenz für 14:45 Uhr. Die Inflation hat wieder angezogen, da der Iran-Krieg die Energiepreise nach oben getrieben hat, und die EZB hob die Zinsen im Juni und im September an. An den Märkten wurde die Wahrscheinlichkeit unveränderter Zinsen bei dieser Sitzung mit 97 Prozent eingepreist, die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung um 25 Basispunkte im Dezember 2026 mit 82 Prozent.

Die Anleihemärkte bewegten sich zunächst kaum. Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen gab leicht auf 3,36 Prozent nach, während der Abstand zwischen französischen und deutschen zehnjährigen Staatsanleihen bei 154 Basispunkten verharrte, nachdem er den höchsten Stand seit 2011 erreicht hatte. Analysten erwarten, dass die Geldpolitik kurzfristig unverändert bleibt.

Als Nächstes: Das Nachfolgeverfahren beginnt am 29. Oktober, bevor Lagarde am 7. Februar 2027 geht.

Nach Berichten von: NRC, Telegraaf, El Periódico, europa press, ANSA.it, Adnkronos

3Konflikte

Washington mahnt Verbündete, sich auf mögliche Iran-Schläge vorzubereiten

Neu

US-Regierungsvertreter haben mehrere Länder im Nahen Osten und regionale Verbündete aufgefordert, sich auf mögliche erneute Militäraktionen gegen den Iran nach den Zwischenwahlen am 3. November vorzubereiten, wie mit dem Vorgang vertraute Diplomaten sagten. In den Warnungen heißt es, der Iran könnte an diesen Ländern Vergeltung üben, auch mit Angriffen auf Energieanlagen und andere kritische Infrastruktur. Donald Trump hat noch keine endgültige Entscheidung getroffen, doch Verbündete wurden aufgefordert, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.

JD Vance hat zudem an Mohsen Resai, den Vorsitzenden des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Iran, geschrieben, um Verhandlungen wieder in Gang zu bringen. Katarische Vermittler übergaben den Brief am 25. Oktober, und Berichten zufolge forderte er direkte Gespräche, bei denen Irans Atomprogramm von Anfang an zur Sprache kommen solle. Der Iran hat sich öffentlich nicht geäußert, doch Gespräche könnten bereits nächste Woche in Katar oder der Türkei beginnen, falls Teheran zustimmt.

Das Pentagon teilte dem Kongress mit, der Krieg habe die amerikanischen Steuerzahler bis zum 16. Oktober mindestens 47,1 Milliarden Dollar gekostet, 3,5 Milliarden Dollar mehr als Anfang September. Rund 29 Milliarden Dollar entfallen auf den Ersatz von Munition, wobei die Bestände an Abfangraketen zur Verteidigung zu den am stärksten erschöpften gehören. Die Schätzung enthält weder Reparaturen an beschädigten Stützpunkten noch Treibstoffkosten.

„Trump und sein Ego haben uns in diesen Krieg geführt, ohne Plan, ohne Befugnis und ohne Ausstiegsstrategie.“

Chuck Schumer

Washington will Berichten zufolge Zugeständnisse bei Irans Vorrat an angereichertem Uran, während Teheran verlangt, dass die USA zunächst ihre Seeblockade aufheben und eingefrorene Gelder freigeben. Seit Anfang September hat keine Seite größere Angriffe auf Ziele an Land geführt, und der Konflikt hat sich größtenteils auf See rund um iranische Häfen und die Straße von Hormus abgespielt.

Als Nächstes: Irans offizielle Antwort auf JD Vances Brief wird am 29. Oktober erwartet.

Nach Berichten von: AP NEWS, ANSA.it, Al Jazeera Online, Berliner Zeitung, Mediafax.ro, Digi24

4Wahlen

Israels Polizei weist Likuds Wahlbetrugsvorwurf zurück

Neu

Die israelische Polizei wies die Behauptung des Likud zurück, arabische Parteien hätten die Wahl vom 27. Oktober gestohlen. Eine Polizeiquelle sagte hebräischsprachigen Medien, am Wahltag habe es nur sehr wenige Unregelmäßigkeiten gegeben, die die Integrität der Abstimmung beeinträchtigt hätten, selbst im Vergleich zu früheren Wahlen, und weder Ermittlungsergebnisse noch Geheimdienstinformationen stützten die Vorwürfe. Ein Vertreter der Zentralen Wahlkommission hatte Betrugsbeschwerden bereits einen Tag zuvor zurückgewiesen.

Nach Auszählung von 92,7 % der Stimmen kam Benjamin Netanjahus Koalition auf 53 Sitze, Gadi Eisenkots Block des Wandels auf 48 und arabische Parteien auf 19. Für eine Regierungsmehrheit sind mindestens 61 Sitze nötig, sodass die Mehrheitsverhältnisse den arabischen Parteien ungewöhnliches Gewicht verleihen, auch wenn sich führende Vertreter in beiden größeren Blöcken dagegen sperren, sich auf sie zu stützen. Die Zentrale Wahlkommission erwartet die offizielle Bestätigung bis zum 4. November.

Prognostizierte Sitze in der israelischen KnessetSitze
  • Netanjahu-Block53
  • Wechselblock48
  • Arabische Parteien19

Der Streit über Wahlbetrug ist nicht beigelegt. Der Vorsitzende der Kommission, Noam Sohlberg, bat Schin-Bet-Chef David Zini, mutmaßliche ausländische Einflussnahme zu untersuchen, nachdem geheimdienstliche Erkenntnisse als außergewöhnlich schwerwiegend bezeichnet worden waren. Channel 12 berichtete, der Verdacht betreffe große Summen, die von Akteuren aus dem arabischen Lager transferiert worden seien, um die Wahlbeteiligung in der arabischen Gemeinschaft mit illegalen Mitteln zu erhöhen. Die Polizei teilte mit, vier Männer seien in Südisrael wegen des Verdachts auf Wahlkorruption festgenommen worden, drei weitere wurden am Wahlmorgen festgenommen.

Benjamin Netanjahu schrieb, er werde keine Regierung mit den arabischen Parteien zulassen. Itamar Ben-Gvir forderte die Festnahme der Vorsitzenden arabischer Parteien und behauptete, sie hätten Geld aus Katar erhalten. Katar bestritt, sich in die Abstimmung eingemischt zu haben, und Sprecher Majed Al Ansari sagte, Doha werde nach der Wahl in Israels interne Streitigkeiten hineingezogen.

Als Nächstes: Der Zentrale Wahlausschuss erwartet die Bestätigung des Ergebnisses bis 4. November.

Nach Berichten von: Deutsche Welle, DIE WELT, La Libre.be, europa press, ANSA.it

5Konflikte

Russische Drohne trifft Bahnsteig in Dnipro

Neu

Nach Angaben ukrainischer Behörden hat am 29. Oktober eine russische Drohne einen Bahnsteig in Dnipro getroffen. Wolodymyr Selenskyj sagte, die Drohne habe auf ein Gleis gezielt, an dem ein Pendlerzug und ein Personenzug standen, und die ukrainische Bahn teilte mit, eine Drohne mit Strahlantrieb habe den Bahnsteig getroffen, an dem der Zug von Dnipro nach Saporischschja stand. Vertreter der örtlichen Behörden sagten, dort hätten Menschen trotz einer Warnung vor großer Gefahr gewartet.

Die gemeldete Opferzahl stieg im Laufe des Tages. Erste Berichte nannten 13 Tote, spätere Meldungen beriefen sich auf den lokalen Behördenvertreter Serhij Hanscha und sprachen von mindestens 14 Toten und mindestens 14 Verletzten. Selenskyj veröffentlichte Fotos und Videos, auf denen zu sehen war, wie Rettungskräfte Verletzte vom Bahnsteig trugen, daneben lagen abgedeckte Leichen. Bürgermeister Borys Filatow nannte es eine Tragödie und sagte, ein ziviler Zug sei getroffen worden.

Selenskyj forderte die Vereinigten Staaten, die Europäische Union und die G7 auf, neue und strengere Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Er stellte den Angriff in Zusammenhang mit der Lockerung von Sanktionen gegen einige russische Oligarchen und Teile des Energiesektors und argumentierte, der Druck dürfe nicht nachlassen, solange der Krieg andauere. In einem gesonderten Bericht hieß es, die Trump-Regierung und der Kreml berieten über eine mögliche Aufhebung von US-Sanktionen gegen den Russischen Direktinvestitionsfonds, doch die vorliegenden Angaben enthielten nur wenige Details.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, seine Luftabwehr habe über Nacht 1.214 ukrainische Drohnen über russischen Regionen abgeschossen. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin sagte, zwischen dem Abend des 28. Oktober und dem Morgen des 29. Oktober seien Hunderte in der Hauptstadtregion abgefangen worden. Die Ukraine erklärte, Russland habe über Nacht zudem Drohnen auf Ziele im ganzen Land abgefeuert.

Nach Berichten von: Deutsche Welle, Berliner Zeitung, il Giornale.it, ANSA.it, Adnkronos, europa press

6Wahlen

Flávio Bolsonaro erreicht Miami nach Niederlage in Brasiliens Stichwahl

Fortsetzung von heute Morgen. Neu: Bolsonaro erreichte Miami, redigierte seinen Betrugsbrief und sagte eine geplante Pressekonferenz ab.

Flávio Bolsonaro verließ Brasilien, nachdem er die Stichwahl um das Präsidentenamt am Sonntag gegen Luiz Inácio Lula da Silva verloren hatte. Argentiniens Migrationsbehörde registrierte den Senator aus Rio de Janeiro, als er am 27. Oktober um 22.50 Uhr mit drei Familienmitgliedern in die Provinz Misiones einreiste, anschließend bestieg die Gruppe einen Privatjet, für den ein Flugplan nach Guayaquil eingereicht worden war. Das Flugzeug landete am 28. Oktober in Miami, wo Bolsonaro sich bei seiner Familie aufhält.

Bolsonaro veröffentlichte am Mittwoch einen Brief, in dem er sich als Opfer politischer und juristischer Verfolgung darstellte. In der ersten Fassung bezeichnete er sich als den rechtmäßig gewählten Präsidenten und behauptete ohne Belege Betrug, rund 20 Minuten später änderte er diese Formulierung in Anführer Brasiliens. Er verwies auf eine zweistündige Verlängerung der Stimmabgabe, die kurz vor Schließung der Wahllokale gewährt worden war, und sagte, sie habe es Lula ermöglicht, mehr als 10 Millionen zusätzliche Stimmen zu gewinnen. Brasiliens Wahlgericht erklärte, etwa 35.000 Menschen hätten in dem verlängerten Zeitfenster gewählt und dies habe das Ergebnis nicht verändert.

Mehr als 128 Millionen Menschen stimmten in der Stichwahl ab, und Lula, der 81 Jahre alt ist, wird am 5. Januar sein Amt antreten. Das Carter Center und die Organisation Amerikanischer Staaten entsandten Beobachter und meldeten keine Unregelmäßigkeiten. Bolsonaros eigene Liberale Partei akzeptierte das Ergebnis am 26. Oktober, und Bolsonaro reichte die Anfechtungsklage, die er vor seiner Ausreise angedroht hatte, nicht ein.

„Ich werde sagen, was ihr nicht sagen könnt, und ich werde die Risiken auf mich nehmen, die ihr nicht eingehen könnt.“

Flávio Bolsonaro

Richter Alexandre de Moraes hatte angeordnet, dass Bolsonaro im Rahmen einer Geldwäscheermittlung, deren Vorwürfe der Senator bestreitet, seine Pässe abgeben muss. Auch der Oberste Gerichtshof sah bei ihm wegen laufender Korruptionsermittlungen Fluchtgefahr, und der Privatjet, den er nutzte, ist selbst Gegenstand einer Geldwäscheuntersuchung.

Als Nächstes: Lula tritt sein Amt am 5. Januar an.

Nach Berichten von: Adnkronos, AP NEWS, ANSA.it, Deutsche Welle, Rzeczpospolita, SIC Notícias

Was ansteht

Aus dieser Ausgabe

  • 2

    Das Nachfolgeverfahren beginnt am 29. Oktober, bevor Lagarde am 7. Februar 2027 geht.

  • 3

    Irans offizielle Antwort auf JD Vances Brief wird am 29. Oktober erwartet.

  • 4

    Der Zentrale Wahlausschuss erwartet die Bestätigung des Ergebnisses bis 4. November.

  • 6

    Lula tritt sein Amt am 5. Januar an.

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