Huthis greifen Riad an und weiten Rotmeerkrieg aus
Fortsetzung vom gestrigen Abend.
Saudi-Arabien wurde von Handy-Warnmeldungen, Explosionen und einem brennenden Aramco-Treibstofftank nahe dem Internationalen Flughafen König Khalid aufgeschreckt, nachdem Huthi-Kräfte Raketen und Drohnen auf Riad und Yanbu abgefeuert hatten. Feuerwehrleute brachten den Brand am Treibstofftank des Flughafens unter Kontrolle, während Flugtracker schwere Störungen verzeichneten, bevor sich der Verkehr später am Samstag wieder allmählich normalisierte. Die Huthi erklärten, die Operation sei eine Antwort auf saudische Angriffe auf Sanaa; die saudischen Behörden sprachen von einer feindlichen Bedrohung aus der Luft und meldeten zunächst weder Opfer noch eine genaue Ursache für das Feuer. Der Angriff war der erste direkte Schlag gegen Riad seit dem Zusammenbruch der saudisch-huthischen Waffenruhe im Juli, und er brachte den Krieg aus den Grenzprovinzen zurück vor die Haustür der saudischen Hauptstadt.
Jahja Saree stellte den Beschuss als Vergeltung für saudische Operationen im Jemen dar.
„Als Reaktion auf die verbrecherischen Versuche des saudischen Feindes, die Hauptstadt Sanaa ins Visier zu nehmen, führten die jemenitischen Streitkräfte zwei erfolgreiche Militäroperationen durch und setzten dabei eine große Zahl ballistischer Raketen, Marschflugkörper und Drohnen ein.“
Die Konfrontation erfasst nun Flugplätze, Häfen und Schifffahrtsrouten. Huthi-Vertreter räumten zudem einen früheren Angriff ein, bei dem ein in Taif abgestellter italienischer Eurofighter beschädigt wurde, während Roms Verteidigungsminister Darstellungen zurückwies, Italien sei heimlich in den Konflikt eingetreten. Im Jemen meldeten Militärquellen 48 Tote binnen 24 Stunden bei Bodenkämpfen zwischen von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen und Huthi-Einheiten. An den Ölmärkten ist bereits eine Risikoprämie für das Rote Meer eingepreist, und Rohölpreise von über 100 Dollar je Barrel machen die Kosten dieser regionalen Auseinandersetzung weltweit spürbar. Ein Krieg, der einst als jemenitisch-saudischer Wettstreit in eine Schublade gesteckt wurde, stellt nun Flughäfen, Bündnisse und die Tankerrouten auf die Probe, die die Weltwirtschaft speisen.
Nach Berichten von: Ouest France, Le Figaro.fr, rts.ch, Mediapart, 20minutes, RFI