Regierung · Madrid

Gericht lehnt Ermittlungen gegen Zapatero wegen Veruntreuung im saudischen Schmuckfall ab

Der Richter der Audiencia Nacional, José Luis Calama, hat einen Antrag der Staatsanwaltschaft abgelehnt, gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten zu ermitteln, und zugleich Steuerprüfungen der Steuerbehörde bei seiner Familie und seinem Umfeld gestoppt.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von El Confidencial, europa press, La Razón und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Madrid · Spanien
Wie es dazu kam
  1. 18.02.Der Ministerrat billigt den Verhaltenskodex für gute Regierungsführung
  2. 2007Zapatero zufolge schenkte ihm der König von Saudi-Arabien den Schmuck während eines offiziellen Besuchs in Spanien
  3. 2013Das Gesetz 19/2013 beschränkt ausdrücklich die von hohen Amtsträgern angenommenen Geschenke
  4. 6.11.Der Richter lehnt die Veruntreuungsermittlungen ab und stoppt die Prüfungen der Steuerbehörde

Richter lehnt Eröffnung eines Veruntreuungsverfahrens ab

Am 6. November wies der Richter der Audiencia Nacional, José Luis Calama, einen Antrag der Antikorruptionsstaatsanwaltschaft zurück, gegen den ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder zu ermitteln. Die Staatsanwaltschaft hatte den Antrag gestellt, nachdem bekannt geworden war, dass Zapatero Schmuckstücke, die in seinem Büro beschlagnahmt worden waren, nicht an das Staatliche Vermögensamt (Patrimonio del Estado) übergeben hatte. Der Fall ist Teil des Plus-Ultra-Verfahrens, das Calama führt.

Die Einheit für Wirtschafts- und Steuerkriminalität (UDEF) der Nationalpolizei hatte den Schmuck in einem Safe in Zapateros Büro gefunden. Zapatero hat erklärt, es handele sich um ein persönliches Geschenk des Königs von Saudi-Arabien während eines offiziellen Besuchs in Spanien im Jahr 2007. Die Auffassung der Staatsanwaltschaft war, dass das Behalten der Stücke, sollte diese Darstellung zutreffen, durch Zueignung eine Veruntreuung öffentlicher Gelder darstellen könne.

Calama sah das anders. In seiner Verfügung vertrat er die Auffassung, dass Schmuck, den jemand wegen eines Amtes erhält, allein aus diesem Grund nicht als öffentliches Vermögen behandelt werden könne, und bezeichnete die Lesart der Staatsanwaltschaft als eine im Nachhinein konstruierte Auslegung. Seine Begründung stützt sich auf die Rechtslage zum Zeitpunkt der Ereignisse, als keine Rechtsvorschrift vorschrieb, dass von hohen Amtsträgern angenommene Geschenke in das öffentliche Vermögen überführt werden müssen.

Warum der Richter keine Straftat erkannte

Der Richter wies darauf hin, dass zum damaligen Zeitpunkt keine geltende Rechtsvorschrift verlangte, dass solche Geschenke automatisch in das öffentliche Vermögen übergehen. Er verortete die Änderung im Gesetz 19/2013 über Transparenz, Zugang zu öffentlichen Informationen und gute Regierungsführung, das erstmals ausdrücklich untersagte, dass hohe Amtsträger Geschenke annehmen, die über gesellschaftliche oder Höflichkeitsbräuche hinausgehen. Dieses Gesetz verlangte zudem, dass Geschenke von institutioneller Bedeutung in das öffentliche Vermögen der jeweiligen Verwaltung übergehen. Calama erklärte, der durch eine Vereinbarung des Ministerrats vom 18. Februar 2005 gebilligte Verhaltenskodex für gute Regierungsführung habe ethischen Charakter gehabt und sei eine Form institutioneller Selbstregulierung gewesen, ihm habe jedoch das nötige normative Gewicht gefehlt, um eine öffentliche Eigentümerschaft an Vermögenswerten zu begründen.

„habe einen offensichtlich ethischen Charakter und institutionelle Selbstregulierung besessen, aber keinen ausreichenden normativen Wert gehabt, um eine öffentliche Eigentümerschaft an Vermögenswerten zu bestimmen“

José Luis Calama

Der Richter ging noch weiter und argumentierte, dass die Behandlung von Verhaltenskodizes als Quellen strafrechtlicher Haftung mit dem Legalitätsprinzip kollidieren würde. Er schrieb, die gegenteilige Auffassung würde solche Kodizes zur Grundlage einer Strafverfolgung machen.

„Die Annahme des Gegenteils würde Verhaltenskodizes oder Grundsätze guter Regierungsführung zu echten Quellen strafrechtlicher Haftung machen.“

José Luis Calama

Schlüsseldaten des Falls

Die Daten, die den Streit rahmen, reichen vom Kodex von 2005 über den Besuch von 2007 und das Transparenzgesetz von 2013 bis zu den Verfügungen vom 6. November. Die Staatsanwaltschaft hatte argumentiert, dass Güter, die eine Behörde erhält und die für das öffentliche Vermögen bestimmt sind, auch ohne tatsächlichen Geldzufluss der strafrechtlichen Lehre unterfielen. Calama verwarf diese Lesart für die Ereignisse von 2007 und knüpfte das Ergebnis an den damals bestehenden Rechtsrahmen. Die folgende Grafik zeigt die Abfolge, auf die sich der Richter stützte.

Steuerprüfungen gestoppt

In einer zweiten Verfügung stoppte Calama Prüfungsverfahren der Steuerbehörde (Agencia Tributaria) gegen Zapatero, seine Frau, seine beiden Töchter, seinen Partner Julio Martínez Martínez und mehrere mit ihnen verbundene Unternehmen. Martínez Martínez wird in den Berichten als Partner und als ein Freund Zapateros beschrieben. Die Antikorruptionsstaatsanwaltschaft hatte gefordert, die Veruntreuungsermittlungen auszuweiten; der Richter lehnte dies im selben Verfügungsbündel ab.

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