Energie & Handel · Luxemburg und Teheran

Europäisches Gas überschreitet erstmals seit 2022 die Marke von 100 €/MWh, Brent erreicht wegen Iran-Spannungen 112 US-Dollar

Die Sorge vor neuen US-Angriffen auf den Iran und schrumpfende Gasspeicher trieben den europäischen Gaspreis am 30. Oktober 2026 über 100 €/MWh, den höchsten Stand seit Ende 2022. Auch Brent-Rohöl kletterte über 112 US-Dollar je Barrel.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von NewsIT, in.gr, NEWS 24/7 und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Teheran · Luxemburg, Iran
Wie es dazu kam
  1. Anfang Januar 2026TTF-Referenzpreis wird bei rund 28 Euro pro MWh gehandelt
  2. 26.10.TTF bei rund 96 Euro pro MWh, etwa 234 % höher als zu Jahresbeginn
  3. 28.10.TTF erreicht kurzzeitig 100 Euro pro MWh, erstmals seit Dezember 2022
  4. 30.10.Europäisches Gas wird in der Freitagssitzung über 100 Euro pro MWh gehandelt

Gas- und Ölpreise steigen

Europäisches Erdgas wurde am Freitag, 30. Oktober 2026, über 100 Euro pro Megawattstunde gehandelt, der höchste Stand seit Ende 2022. Der Referenzpreis hatte am Mittwoch, 28. Oktober, erstmals seit Dezember 2022 kurzzeitig die Marke von 100 Euro erreicht, nachdem er Anfang Januar noch bei rund 28 Euro gelegen hatte. Brent-Rohöl stieg in derselben Sitzung über 112 US-Dollar je Barrel und näherte sich damit Vierjahreshöchstständen. Der Ölindex hat im Oktober mehr als 10 % zugelegt, während europäisches Gas auf einen Monatsanstieg von mehr als 30 % zusteuert.

Iran-Spannungen und Versorgung aus dem Golf

Die Märkte reagierten auf Berichte, wonach ein hochrangiger US-Kommandeur Präsident Donald Trump über mögliche militärische Optionen gegen den Iran informiert hat. Trump hat wiederholt gewarnt, dass Luftangriffe auf Teheran nach den US-Zwischenwahlen Anfang November wieder aufgenommen werden könnten. Iranische Vertreter bestätigten, dass Vizepräsident JD Vance einen Brief geschickt habe, der auf eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche zielt. Die Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus dauern an, und die Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und den vom Iran unterstützten Huthi-Kräften haben sich verschärft. Die regionalen Rohölexporte haben sich dennoch nahezu auf das Vorkriegsniveau erholt, da die Produzenten ihre Ladungen durch die Wasserstraße leiten. Die LNG-Lieferungen aus dem Persischen Golf sind reduziert, und QatarEnergy soll die Force majeure für mehrere Abnehmer bis zum Jahresende verlängert haben. Zusätzliche Produktionsausfälle in Norwegen erhöhen den Druck weiter.

Speicherstände und Winternachfrage

Die Gasspeicher der EU waren zuletzt zu 74,89 % gefüllt, unter dem historischen Durchschnitt und verglichen mit 83 % im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Prognosen für unterdurchschnittliche Temperaturen in Nordwesteuropa ab Anfang November würden die Heiznachfrage erhöhen und könnten Gas gleichmäßiger aus den Speichern abziehen, sagte Warren Patterson von der ING. Stromerzeuger sehen sich bereits mit Preisen konfrontiert, die den Wechsel von Gas zu Kohle wirtschaftlich attraktiv machen, und die Industrienachfrage zeigt Anzeichen einer Abschwächung. Yara hat die Ammoniakproduktion in Europa wegen der hohen Energiekosten gedrosselt.

Füllstand der EU-Gasspeicher%
Um den 30. Oktober 2026
74.89 %
Gleicher Zeitraum im Vorjahr
83 %

Daten aus dem Artikeltext

Inflation und die EZB

Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank, sprach am Donnerstag, 29. Oktober, auf einer Pressekonferenz, nachdem der Rat seine drei Leitzinsen unverändert gelassen hatte. Sie warnte, dass die vollen Auswirkungen des Energieschocks noch nicht in der Euro-Wirtschaft sichtbar seien und dass Intensität und Dauer des Energiedrucks das Ausmaß der Folgen bestimmen würden. Die Inflation im Euroraum beschleunigte sich im September auf 3,8 % von 3,2 % im August, während die Energieinflation von 14,3 % auf 18,9 % stieg. Ohne Energie stieg die Inflation leicht auf 2,3 % von 2,1 %, wobei Dienstleistungen bei 3,2 % und Waren bei 1,1 % lagen. Lagarde sagte, die Energiepreise hätten die Annahmen der EZB-Projektionen vom September übertroffen, sodass die Gesamtinflation in den kommenden Quartalen voraussichtlich deutlich über dem Ziel von 2 % bleiben werde. Der zugrunde liegende Preisdruck bleibe relativ stabil, und die Lohnreaktionen seien bislang begrenzt.

Inflation im Euroraum, August und September 2026%
2026-08
3.2 %
2026-09
3.8 %

Daten aus dem Artikeltext

Reaktion der EU und strategische Reserven

Die Energieminister der EU trafen sich am Donnerstag, 29. Oktober, in Luxemburg. Energikommissar Dan Jørgensen sagte, die Mitgliedstaaten hätten ihre Pläne bekräftigt, die Freigabe von 42,6 Millionen Barrel Öl aus den strategischen Reserven der EU in den kommenden Monaten zu beschleunigen, etwa die Hälfte davon Diesel. Die Versorgungssicherheit werde voraussichtlich kein Problem darstellen, doch helfe dies Haushalten nicht, die Schwierigkeiten hätten, ihre Rechnungen zu bezahlen. Die Mitgliedstaaten dürfen fossile Brennstoffe subventionieren, wenn sie dies für notwendig halten, doch Jørgensen sagte, solche Maßnahmen müssten gezielt und befristet sein. Er nannte zudem Elektrifizierung, Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge als Maßnahmen mit kurzfristigem Nutzen und sagte, die Senkung der Stromsteuern sei der beste Weg, die Kosten für Verbraucher zu senken. Er fügte hinzu, die Ukraine stehe einem weiteren sehr harten Winter gegenüber, da Russland weiterhin ihre Energieinfrastruktur angreife.

Ölprognosen und Frachtkosten

UBS hob seine Brent-Prognose für Ende 2026 von 100 auf 110 US-Dollar je Barrel an und erhöhte auch seine Prognosen für 2027. Die Bank erwartet Brent nun bei 95 US-Dollar im März 2027 (zuvor 90), bei 90 US-Dollar im Juni 2027 (zuvor 85) und bei 85 US-Dollar im September 2027 (zuvor 80). UBS erklärte, die Unsicherheit um ihre Prognosen bleibe hoch. Auch die Frachtkosten seien gestiegen, so die Bank, mit einer Rekordzahl gemeldeter Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus im Oktober. Die Frachtraten für sehr große Rohöltanker auf der Route vom Nahen Osten nach China seien von 1 bis 3 US-Dollar im vorangegangenen Jahrzehnt auf 30 bis 40 US-Dollar je Barrel gesprungen. UBS erklärte, diese Kosten stützten weiterhin die Brent-Preise.

Brent-Preisprognosen von UBS$/bbl
Ende 2026
110 $/bbl
März 2027
95 $/bbl
Juni 2027
90 $/bbl
September 2027
85 $/bbl

Daten aus dem Artikeltext

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Quellen und Kontext

Organisationen
Reuters

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