Brent-Rohöl stieg am Dienstag, dem 20. Oktober, auf bis zu 112 Dollar je Barrel, den höchsten Stand seit fünf Monaten. Le Soir bezifferte den Referenzwert auf 111,27 Dollar, ein Plus von 2 % und der höchste Stand seit Mai. Der Kontrakt hatte am Montag bereits bei rund 109 Dollar geschlossen. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden die Gewinne wieder abgegeben, die Preise fielen um mehr als 2 % auf 106 Dollar – immer noch rund 25 % über dem Stand von Ende August, als Brent auf 85 Dollar gefallen war. Auch die Gaspreise erreichten ihren Höhepunkt: Der TTF-Kontrakt an der Amsterdamer Börse wurde über 90 Euro je Megawattstunde gehandelt, so hoch wie zuletzt Ende 2022.
Daten aus dem Artikeltext
Kpler, ein Anbieter von Schifffahrtsdaten, meldete mindestens 18 Schiffe, die innerhalb von zwei Wochen im Persischen Golf und in der Straße von Hormus angegriffen wurden. Die Zahlen des Unternehmens zeigen zudem, dass die wöchentlichen Ölexporte aus der Meerenge in der vergangenen Woche auf 8,5 Millionen Barrel pro Tag fielen, nach mehr als 20 Millionen in der Woche zuvor. Irans erster Vizepräsident Mohammad Reza Aref sagte am Montag in Tadschikistan gegenüber dem russischen Ministerpräsidenten Michail Mischustin, Iran habe keine andere Wahl, als seine Souveränität über die Wasserstraße auszuüben, um seine Sicherheit zu garantieren.
Aref wandte sich bei demselben Treffen auch direkt an Washington:
„Die USA sind jetzt die Ursache der aktuellen Lage und müssen den Preis dafür zahlen.“
Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen erklärten, sie hätten mehrere Angriffe auf saudische Energieanlagen, Flughäfen und militärische Ziele ausgeführt, darunter eine Aramco-Anlage in Yanbu, das Ölfeld Shaybah, den internationalen Flughafen König Khalid in Riad und den Flughafen Abha. Die saudischen Behörden hatten diese Angaben nicht bestätigt, und die Berichte konnten nicht unabhängig überprüft werden. Unabhängig davon tötete ein Huthi-Angriff auf ein Ausbildungslager der staatlichen Sicherheitskräfte in der jemenitischen Provinz Schabwa 58 Menschen und verletzte mehr als 200.
Der Rohstoffökonom Hamad Hussain von Capital Economics brachte die Aussichten auf den Punkt:
„Die Risiken für die Ölpreise liegen eindeutig auf der Oberseite.“
Er warnte, eine weitere Eskalation der Angriffe auf Schiffe könnte das Ölangebot verringern und die Preise weiter steigen lassen.
US-Energieminister Chris Wright sagte gegenüber Fox News, die Rohölströme aus dem Golf hätten sich auf etwa 80 % des Vorkriegsniveaus erholt, allerdings blieben die Lieferungen raffinierter Produkte eingeschränkt. Iraks Ölminister erklärte, die Exporte hätten in diesem Monat bislang 3,4 Millionen Barrel pro Tag überschritten, nachdem die Lieferungen nach tiefen Abschlägen auf regionale Referenzpreise nun nahezu das Vorkriegsniveau erreicht hätten. Auch die Frachtkosten erhöhen den Druck. Yannik Mosbach vom Bankhaus Metzler nannte Spotpreise für Tankerreisen vom Persischen Golf nach China von knapp unter einer Million Dollar pro Tag. Bei einem großen Tanker auf einer rund 20-tägigen Reise könnten die Kosten, so sagte er, schnell etwa 10 % des Ladungswerts erreichen, während Berechnungen des Handelsblatts den Anteil vor dem Iran-Krieg auf unter 1 % bezifferten.
Wright sagte zudem, die Regierung Trump genehmige den Verkauf sanktionierter Öltanker, damit diese legal Rohöl transportieren können – ein Versuch, Kapazität zu schaffen, während der Krieg das Angebot belastet. Er schätzte, dass die globale Schattenflotte etwa 1.600 Schiffe umfasst.
Analysten von ING schrieben am Dienstag, der Markt preise eine beträchtliche Risikoprämie ein, und fügten eine Einschränkung hinzu:
„Wenn die Lieferströme trotz des geopolitischen Umfelds weiter ungehindert fließen, sollte die Risikoprämie allmählich schrumpfen.“
Anzeichen für eine solche Erholung der Lieferströme waren zu diesem Zeitpunkt nicht erkennbar. Mehrere Länder haben einen Teil ihrer Ölreserven freigegeben, um den Angebotsschock abzufedern, und die weltweiten Reserven sinken.
Hohe Energiepreise nähren die Sorge, dass die Inflation erhöht bleibt, was die Zentralbanken zu stärkeren Zinserhöhungen zwingen könnte als erwartet. Höhere Zinsen würden die Kosten jener Technologieunternehmen erhöhen, die sich stark verschulden, um im KI-Wettlauf mitzuhalten. Die Märkte hoffen weiterhin, dass sich die Vereinigten Staaten und der Iran vor den Zwischenwahlen am 3. November annähern könnten, doch frühere Enttäuschungen geben dieser Hoffnung wenig Gewicht. Analysten der Deutschen Bank erklärten, eine Einigung zwischen Washington und Teheran vor der Wahl erscheine zunehmend schwierig. Jedes glaubwürdige Signal in diese Richtung würde die Ölpreise deutlich nach unten treiben.
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Brent-Rohöl stieg am Dienstag, dem 20. Oktober, auf bis zu 112 Dollar je Barrel, während Erdgas an der Amsterdamer Börse die Marke von 90 Euro je Megawattstunde überschritt – der höchste Stand seit Ende 2022.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Handelsblatt, Bloomberg Business, Le Soir und weiteren Medien. Veröffentlicht .