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Kurz gefasst

  • Brent erreichte am Dienstag, dem 20. Oktober, bis zu 112 Dollar je Barrel, den höchsten Stand seit fünf Monaten, bevor die Gewinne am Nachmittag auf 106 Dollar abgegeben wurden.

  • Der TTF-Kontrakt an der Amsterdamer Börse wurde über 90 Euro je Megawattstunde gehandelt, so hoch wie zuletzt Ende 2022.

  • Kpler meldete mindestens 18 angegriffene Schiffe innerhalb von zwei Wochen, während die Huthi-Rebellen Angriffe auf eine Aramco-Anlage in Yanbu und auf den internationalen Flughafen König Khalid in Riad für sich reklamierten.

  • Die Spotraten für Tanker vom Persischen Golf nach China lagen laut Yannik Mosbach vom Bankhaus Metzler knapp unter einer Million Dollar pro Tag.

RiadYanbu
Riad, Yanbu, Amsterdam · Saudi-Arabien, Niederlande
Wie es dazu kam
  1. Ende August 2026Brent fällt auf 85 Dollar je Barrel
  2. 20.10.Brent steigt auf bis zu 112 Dollar je Barrel
  3. 3.11.Zwischenwahlen in den USA

Preise steigen auf Fünfmonatshoch

Brent-Rohöl stieg am Dienstag, dem 20. Oktober, auf bis zu 112 Dollar je Barrel, den höchsten Stand seit fünf Monaten. Le Soir bezifferte den Referenzwert auf 111,27 Dollar, ein Plus von 2 % und der höchste Stand seit Mai. Der Kontrakt hatte am Montag bereits bei rund 109 Dollar geschlossen. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden die Gewinne wieder abgegeben, die Preise fielen um mehr als 2 % auf 106 Dollar – immer noch rund 25 % über dem Stand von Ende August, als Brent auf 85 Dollar gefallen war. Auch die Gaspreise erreichten ihren Höhepunkt: Der TTF-Kontrakt an der Amsterdamer Börse wurde über 90 Euro je Megawattstunde gehandelt, so hoch wie zuletzt Ende 2022.

Brent-Rohölpreisstände, Ende August bis 20. Oktober 2026$/bbl
Ende August 202685
20. Oktober 2026, Dienstagnachmittag106
20. Oktober 2026, Dienstagsspitze112
Ende August 2026
85 $/bbl
20. Oktober 2026, Dienstagnachmittag
106 $/bbl
20. Oktober 2026, Dienstagsspitze
112 $/bbl

Daten aus dem Artikeltext

Schiffsangriffe und Angriffe auf saudische Ziele

Kpler, ein Anbieter von Schifffahrtsdaten, meldete mindestens 18 Schiffe, die innerhalb von zwei Wochen im Persischen Golf und in der Straße von Hormus angegriffen wurden. Die Zahlen des Unternehmens zeigen zudem, dass die wöchentlichen Ölexporte aus der Meerenge in der vergangenen Woche auf 8,5 Millionen Barrel pro Tag fielen, nach mehr als 20 Millionen in der Woche zuvor. Irans erster Vizepräsident Mohammad Reza Aref sagte am Montag in Tadschikistan gegenüber dem russischen Ministerpräsidenten Michail Mischustin, Iran habe keine andere Wahl, als seine Souveränität über die Wasserstraße auszuüben, um seine Sicherheit zu garantieren.

Aref wandte sich bei demselben Treffen auch direkt an Washington:

„Die USA sind jetzt die Ursache der aktuellen Lage und müssen den Preis dafür zahlen.“

Mohammad Reza Aref, Irans erster Vizepräsident

Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen erklärten, sie hätten mehrere Angriffe auf saudische Energieanlagen, Flughäfen und militärische Ziele ausgeführt, darunter eine Aramco-Anlage in Yanbu, das Ölfeld Shaybah, den internationalen Flughafen König Khalid in Riad und den Flughafen Abha. Die saudischen Behörden hatten diese Angaben nicht bestätigt, und die Berichte konnten nicht unabhängig überprüft werden. Unabhängig davon tötete ein Huthi-Angriff auf ein Ausbildungslager der staatlichen Sicherheitskräfte in der jemenitischen Provinz Schabwa 58 Menschen und verletzte mehr als 200.

Der Rohstoffökonom Hamad Hussain von Capital Economics brachte die Aussichten auf den Punkt:

„Die Risiken für die Ölpreise liegen eindeutig auf der Oberseite.“

Hamad Hussain

Er warnte, eine weitere Eskalation der Angriffe auf Schiffe könnte das Ölangebot verringern und die Preise weiter steigen lassen.

Angebotserholung, Frachtkosten und sanktionierte Tanker

US-Energieminister Chris Wright sagte gegenüber Fox News, die Rohölströme aus dem Golf hätten sich auf etwa 80 % des Vorkriegsniveaus erholt, allerdings blieben die Lieferungen raffinierter Produkte eingeschränkt. Iraks Ölminister erklärte, die Exporte hätten in diesem Monat bislang 3,4 Millionen Barrel pro Tag überschritten, nachdem die Lieferungen nach tiefen Abschlägen auf regionale Referenzpreise nun nahezu das Vorkriegsniveau erreicht hätten. Auch die Frachtkosten erhöhen den Druck. Yannik Mosbach vom Bankhaus Metzler nannte Spotpreise für Tankerreisen vom Persischen Golf nach China von knapp unter einer Million Dollar pro Tag. Bei einem großen Tanker auf einer rund 20-tägigen Reise könnten die Kosten, so sagte er, schnell etwa 10 % des Ladungswerts erreichen, während Berechnungen des Handelsblatts den Anteil vor dem Iran-Krieg auf unter 1 % bezifferten.

Wright sagte zudem, die Regierung Trump genehmige den Verkauf sanktionierter Öltanker, damit diese legal Rohöl transportieren können – ein Versuch, Kapazität zu schaffen, während der Krieg das Angebot belastet. Er schätzte, dass die globale Schattenflotte etwa 1.600 Schiffe umfasst.

Analysten von ING schrieben am Dienstag, der Markt preise eine beträchtliche Risikoprämie ein, und fügten eine Einschränkung hinzu:

„Wenn die Lieferströme trotz des geopolitischen Umfelds weiter ungehindert fließen, sollte die Risikoprämie allmählich schrumpfen.“

ING

Anzeichen für eine solche Erholung der Lieferströme waren zu diesem Zeitpunkt nicht erkennbar. Mehrere Länder haben einen Teil ihrer Ölreserven freigegeben, um den Angebotsschock abzufedern, und die weltweiten Reserven sinken.

Inflationssorgen und die Zwischenwahlen am 3. November

Hohe Energiepreise nähren die Sorge, dass die Inflation erhöht bleibt, was die Zentralbanken zu stärkeren Zinserhöhungen zwingen könnte als erwartet. Höhere Zinsen würden die Kosten jener Technologieunternehmen erhöhen, die sich stark verschulden, um im KI-Wettlauf mitzuhalten. Die Märkte hoffen weiterhin, dass sich die Vereinigten Staaten und der Iran vor den Zwischenwahlen am 3. November annähern könnten, doch frühere Enttäuschungen geben dieser Hoffnung wenig Gewicht. Analysten der Deutschen Bank erklärten, eine Einigung zwischen Washington und Teheran vor der Wahl erscheine zunehmend schwierig. Jedes glaubwürdige Signal in diese Richtung würde die Ölpreise deutlich nach unten treiben.

Dieser Artikel gehört zu einem Strang

Der Nahe Osten nach Gaza

Was sich seit diesem Eintrag geändert hat:

  1. 20.10Brent erreichte 112 Dollar, und Amsterdamer Gas überschritt am 20. Oktober 90 Euro/MWh
  2. 20.10Ägyptens Parlament verschob seine Abstimmung über eine militärische Beteiligung an der saudischen Verteidigung auf den 26. Oktober
  3. 20.10Araghtschi sagt, Riad und die Huthis hätten nicht auf Irans Vermittlungsangebot geantwortet
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Weiter in der heutigen Ausgabe

Lecornu verspricht massiven Polizeieinsatz für die Proteste am 24. OktoberParis verhängte für die Nacht des 20. Oktober eine Ausgangssperre für Minderjährige rund um République und Les Halles, während Lyon in einem Teil des Zentrums eine eigene nächtliche Ausgangssperre verhängte.Sicherheit · vor 3 Std.
Heutiger Brief · 5 Min. zum AnhörenDrohnenangriff tötet 153 Menschen auf Markt in Abyei

Quellen und Kontext

  • Handelsblattvor 10 Std.Energiepreise: Öl fällt, doch Gas ist so teuer wie zuletzt Ende 2022
  • Handelsblattvor 13 Std.Öl-Preis: Brent steigt auf den höchsten Stand seit fünf Monaten
  • Bloomberg Businessvor 14 Std.Iran greift weitere Schiffsmotorenräume bei verstärkten Angriffen in Hormus anIran Strikes More Ship Engine Rooms in Ramp-Up of Hormuz Attacks · Original auf Englisch
  • Le Soirvor 14 Std.Der Ölpreis auf dem höchsten Stand seit fünf MonatenLe prix du pétrole à son plus haut niveau depuis cinq mois · Original auf Französisch
Mohammad Reza Aref
Irans erster Vizepräsident, der sagte, Iran habe keine andere Wahl, als die Kontrolle über die Straße von Hormus auszuüben.
Mikhail Mishustin
Russischer Ministerpräsident, der Aref in Tadschikistan traf.

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Veröffentlicht heute um 00:49.

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In diesem Text

  1. 1Preise steigen auf FünfmonatshochPreise steigen auf Fünfmonatshoch
  2. 2Schiffsangriffe und Angriffe auf saudische ZieleSchiffsangriffe und Angriffe auf saudische Ziele
  3. 3Angebotserholung, Frachtkosten und sanktionierte TankerAngebotserholung, Frachtkosten und sanktionierte Tanker
  4. 4Inflationssorgen und die Zwischenwahlen am 3. NovemberInflationssorgen und die Zwischenwahlen am 3. November

Auf Grundlage von Berichten von

Handelsblatt, Bloomberg Business, Le Soir, tagesschau.de, N-tv, The Irish Times

Liste der Quellen
StrangDer Nahe Osten nach Gaza

Sicherheit · Riad, Yanbu und Amsterdam

Brent überschreitet 111 Dollar: Angriffe auf Schiffe in Hormus und Huthi-Angriffe treiben Öl auf Fünfmonatshoch

Brent-Rohöl stieg am Dienstag, dem 20. Oktober, auf bis zu 112 Dollar je Barrel, während Erdgas an der Amsterdamer Börse die Marke von 90 Euro je Megawattstunde überschritt – der höchste Stand seit Ende 2022.

Riad
Yanbu

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