Klima · Flensburg

EU-Parlamentsausschuss unterstützt 87,5-Prozent-CO2-Ziel für Autos bis 2035 und lockert Verbrennerverbot

Der Umweltausschuss stimmte mit 48 zu 30 Stimmen bei zwei Enthaltungen dafür, die CO2-Reduktion für Autos bis 2035 auf 87,5 Prozent zu senken; über Stahlgutschriften sind bis zu 95 Prozent erreichbar. Auch die Ziele für Transporter, die Kraftstoffdefinitionen und die Regeln für Firmenflotten sind betroffen. Das Plenum stimmt Mitte Dezember ab.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von La Repubblica.it, Il Sole 24 ORE, SWI swissinfo.ch und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Flensburg · Deutschland
Wie es dazu kam
  1. Dezember 2025Die Kommission schlägt ein Ziel von 90 Prozent für Autos bis 2035 vor
  2. 20.10.Die politischen Fraktionen des Parlaments handeln den Kompromiss aus
  3. 4.11.Der Umweltausschuss nimmt seine Position mit 48 zu 30 Stimmen bei zwei Enthaltungen an
  4. Dezember 2026Plenarabstimmung des gesamten Parlaments Mitte Dezember erwartet

Abstimmung im Ausschuss über die Ziele für Autos und Transporter

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments verabschiedete am 4. November seine Verhandlungsposition mit 48 Ja-Stimmen, 30 Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Der Text schreibt die CO2-Emissionsziele für neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge neu und ergänzt Anreize für emissionsarme Fahrzeuge, die in der EU gebaut werden. Der Kompromiss war am 20. Oktober zwischen der Europäischen Volkspartei, den Sozialdemokraten und der liberalen Renew-Fraktion ausgehandelt worden. Das Plenum soll Mitte Dezember abstimmen, während die 27 Mitgliedstaaten parallel an ihrer eigenen gemeinsamen Position arbeiten.

Autos: von der vollständigen Reduktion auf 87,5 Prozent bis 2035

Die geltenden Vorschriften verlangen bis 2035 eine Reduktion der durchschnittlichen CO2-Emissionen neuer Pkw um 100 Prozent gegenüber dem Niveau von 2021; nach diesem Plan dürften ab 2035 nur noch emissionsfreie Autos zugelassen werden. Die Abgeordneten schlagen vor, die Reduktion bis 2035 auf 87,5 Prozent zu senken. Die verbleibenden 7,5 Prozentpunkte könnten die Hersteller durch in der EU produzierten kohlenstoffarmen Stahl abdecken, was das Gesamtziel auf 95 Prozent hebt. Ein Anteil von 5 Prozent bliebe damit bedingungslos, sodass Verbrenner weiterhin ohne Ausgleichsverpflichtungen zugelassen werden könnten. Stahlgutschriften könnten bis Ende 2034 bis zu 3 Prozent der Ziele für Autos und Transporter abdecken.

Transporter und der Meilenstein 2030

Für leichte Nutzfahrzeuge schlagen die Abgeordneten eine Reduktion um 35 Prozent bis 2030 vor – weniger als die 40 Prozent im Kommissionsentwurf und die 50 Prozent im geltenden Recht. Das Ziel für 2035 würde von 100 auf 80 Prozent sinken, wobei ebenfalls Stahlgutschriften von bis zu 7,5 Prozent möglich wären. Stellantis und Renault hatten eine Revision der Parameter gefordert und auf die Schwierigkeiten bei der Verbreitung elektrischer Transporter verwiesen, berichtet Il Fatto Quotidiano.

Kraftstoffe, Definition emissionsfrei und Firmenflotten

Der Text definiert Fahrzeuge, die ausschließlich mit zulässigen Kraftstoffen fahren (sogenannte Veef), als Pkw und Transporter, die nur erneuerbare oder kohlenstoffarme Kraftstoffe nach festgelegten Kriterien nutzen. Diese Fahrzeuge würden in der Definition emissionsfreier Fahrzeuge neben Fahrzeugen ohne Emissionen am Auspuff gezählt. Der Ausschuss schafft zudem Super-Credits für in Europa produzierte Elektrofahrzeuge, darunter kleine E-Autos mit bis zu 4,2 Metern Länge. Der Verkehrs- und der Umweltausschuss sprachen sich beide dafür aus, die von der Kommission vorgeschlagene Pflicht zum Ersatz von Firmenflotten durch elektrische oder emissionsarme Autos zu streichen.

Reaktionen aus Industrie und Mitgliedstaaten

Confindustria und der deutsche BDI erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, der Kompromiss sei ein Schritt nach vorn, forderten aber mehr Ehrgeiz.

„Der Kompromiss ist ein Schritt nach vorn, doch es braucht mehr Ehrgeiz und Flexibilität, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Autoindustrie zu sichern.“

Confindustria und BDI

Die beiden Wirtschaftsverbände wollen die Reduktion bis 2035 auf 90 Prozent ohne Bedingungen anheben, eine Überprüfung der Kraftstoffbeschränkungen, damit Veef zu gleichen Bedingungen konkurrieren, und keine Pflichtquoten für Firmenflotten, sondern indikative nationale Ziele. Auch Deutschland und Frankreich haben abgeschwächte Positionen vorgelegt. Die KO-Abgeordnete Elżbieta Łukacijewska, Mitglied des Umweltausschusses, sagte gegenüber RMF FM, sie freue sich, dass die Vernunft gesiegt habe; die Änderungen gäben den Unternehmen mehr Flexibilität und senkten die Kosten.

Neuzulassungen in Deutschland im Oktober

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mit Sitz in Flensburg meldete für Oktober 2026 rund 94.000 neu zugelassene batterieelektrische Autos – etwa 80 Prozent mehr als im Oktober 2025. Rein elektrische Autos machten 37 Prozent der Neuzulassungen aus. Benziner und Diesel zusammen erreichten rund 62.400, wobei beide Antriebsarten deutlich unter dem Vorjahr lagen. Die Neuzulassungen von Pkw insgesamt betrugen 254.500, 1,7 Prozent mehr als im Oktober 2025. Der Spiegel führt die starke Nachfrage auf die staatliche E-Auto-Prämie und hohe Kraftstoffpreise zurück.

Pkw-Neuzulassungen in Deutschland, Oktober 2026Fahrzeuge
Batterieelektrisch (etwa)
94000 Fahrzeuge
Benziner und Diesel zusammen (etwa)
62400 Fahrzeuge
Alle neuen Pkw
254500 Fahrzeuge

Daten aus dem Artikeltext

Wie es weitergeht

Die Kommission hatte im Dezember 2025 ein Ziel von 90 Prozent vorgeschlagen; die Schritte seither sind unten aufgeführt. Das Plenum soll Mitte Dezember abstimmen. Parlament und Rat müssen sich dann auf eine gemeinsame Position einigen, bevor eine Änderung der Regeln in Kraft treten kann.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Organisationen
Europäische Union

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