Krakauer Polizei prüft rechtsextremes Motiv nach Marktschüssen
Fortsetzung vom gestrigen Abend. Neu: Beamte brachten den Verdächtigen mit möglicher rechtsextremer Ideologie in Verbindung, fanden drei Leichen in seinem Zuhause und begannen zwei Tage Staatstrauer.
Polen ist nach dem ersten Schock über die Schüsse in Krakau in die Phase der Ermittlungen und der Trauer eingetreten. Nach Angaben der Polizei eröffnete ein 24-jähriger Pole aus einem Auto heraus auf dem Hauptmarkt das Feuer, tötete sechs Menschen, vier Frauen und zwei Männer, und verletzte etwa 15 weitere. Beamte verfolgten das Fahrzeug, schossen auf den Verdächtigen und brachten ihn in ein Krankenhaus, wo er zweimal operiert wurde. Im Wagen fand die Polizei weitere Waffen und eine große Menge Munition, frühe Berichte über einen zweiten Verdächtigen wies sie zurück.
Innenminister Marcin Kierwiński sagte, der Verdächtige sei offenbar von rechtsextremer Ideologie beeinflusst gewesen, ein Motiv hätten die Ermittler jedoch nicht festgestellt. Anschließend fanden Ermittler drei Leichen im Haus des Verdächtigen. Donald Tusk sagte, es handle sich um zwei Frauen und einen Mann, vermutlich Verwandte, während Medien sie als seine Eltern und seine Schwester identifizierten. Die Beamten räumten das Haus, während sie nach weiteren Waffen oder Sprengstoff suchten.
Polen begann zwei Tage nationaler Trauer, mit Flaggen auf halbmast, abgesagten Unterhaltungsveranstaltungen und geändertem Programm bei den Sendern. Polizeichef Marek Boron sagte, unter den Toten seien drei Polinnen, ein britischer Staatsbürger und zwei Menschen, die noch identifiziert würden. Zwei Polizisten wurden verletzt, Donald Tusk nannte sie als Jakub Kulik und Artur Morański. Schüler eines Liceo in Albano Laziale in Italien wurden vom Platz in Sicherheit gebracht. Spaniens Ministerpräsident sprach öffentlich sein Beileid aus.
„Heute steht Spanien an der Seite Polens und der Opfer. Ich wünsche den Verletzten eine schnelle Genesung.“
Als Nächstes: Staatstrauer läuft bis Montag, 9. November.
Nach Berichten von: BBC, 20 Minuten, Der Tagesspiegel, ANSA.it, Adnkronos, europa press
