Morgen-Brief, Sonntag, 8. November

Von KI erstellter Text und synthetische Stimme. Wie dieser Text entsteht

Eine Ausgabe aus dem Archiv. Neueste Ausgabe

Morgenausgabe

Satellitenbild: NASA

1Sicherheit

Krakauer Polizei prüft rechtsextremes Motiv nach Marktschüssen

Fortsetzung vom gestrigen Abend. Neu: Beamte brachten den Verdächtigen mit möglicher rechtsextremer Ideologie in Verbindung, fanden drei Leichen in seinem Zuhause und begannen zwei Tage Staatstrauer.

Polen ist nach dem ersten Schock über die Schüsse in Krakau in die Phase der Ermittlungen und der Trauer eingetreten. Nach Angaben der Polizei eröffnete ein 24-jähriger Pole aus einem Auto heraus auf dem Hauptmarkt das Feuer, tötete sechs Menschen, vier Frauen und zwei Männer, und verletzte etwa 15 weitere. Beamte verfolgten das Fahrzeug, schossen auf den Verdächtigen und brachten ihn in ein Krankenhaus, wo er zweimal operiert wurde. Im Wagen fand die Polizei weitere Waffen und eine große Menge Munition, frühe Berichte über einen zweiten Verdächtigen wies sie zurück.

Innenminister Marcin Kierwiński sagte, der Verdächtige sei offenbar von rechtsextremer Ideologie beeinflusst gewesen, ein Motiv hätten die Ermittler jedoch nicht festgestellt. Anschließend fanden Ermittler drei Leichen im Haus des Verdächtigen. Donald Tusk sagte, es handle sich um zwei Frauen und einen Mann, vermutlich Verwandte, während Medien sie als seine Eltern und seine Schwester identifizierten. Die Beamten räumten das Haus, während sie nach weiteren Waffen oder Sprengstoff suchten.

Polen begann zwei Tage nationaler Trauer, mit Flaggen auf halbmast, abgesagten Unterhaltungsveranstaltungen und geändertem Programm bei den Sendern. Polizeichef Marek Boron sagte, unter den Toten seien drei Polinnen, ein britischer Staatsbürger und zwei Menschen, die noch identifiziert würden. Zwei Polizisten wurden verletzt, Donald Tusk nannte sie als Jakub Kulik und Artur Morański. Schüler eines Liceo in Albano Laziale in Italien wurden vom Platz in Sicherheit gebracht. Spaniens Ministerpräsident sprach öffentlich sein Beileid aus.

„Heute steht Spanien an der Seite Polens und der Opfer. Ich wünsche den Verletzten eine schnelle Genesung.“

Pedro Sánchez

Als Nächstes: Staatstrauer läuft bis Montag, 9. November.

Nach Berichten von: BBC, 20 Minuten, Der Tagesspiegel, ANSA.it, Adnkronos, europa press

2Regierung

Isaac Herzog gibt Gadi Eisenkot erste Chance auf Regierung

Neu

Isaac Herzog wird Gadi Eisenkot nach Konsultationen mit den Fraktionen der 120 Sitze zählenden Knesset damit beauftragen, Israels nächste Regierung zu bilden. Eisenkot, ein früherer Generalstabschef des Militärs und Vorsitzender der zentristischen Partei Yashar, wird am Sonntag um 17.00 Uhr zu einer formellen Zeremonie in der Residenz des Präsidenten in Jerusalem erwartet. Seine Partei wurde bei der Wahl vom 27. Oktober zweitstärkste Kraft, hinter Benjamin Netanjahus Likud, doch mehr Abgeordnete empfahlen Eisenkot als Netanjahu.

Knesset-Empfehlungen für das Amt des MinisterpräsidentenParlamentsabgeordnete
  • Gadi Eisenkot67
  • Benjamin Netanjahu46
  • Keine Empfehlung7

Die Zahlen erklären den Schritt des Präsidenten und die Schwierigkeit der Aufgabe. 67 Parlamentsmitglieder empfahlen Eisenkot, 46 unterstützten Netanjahu, und sieben Abgeordnete des Vereinigten Tora-Judentums empfahlen niemanden, Berichten zufolge aus Unzufriedenheit darüber, dass es keine Befreiung von der Wehrpflicht für Schüler religiöser Schulen gab. Nach Israels Grundgesetz hat Eisenkot 28 Tage Zeit, um eine Regierung zu bilden, mit einer möglichen Verlängerung um 14 Tage. Scheitert er, kann ein anderer Kandidat 28 Tage Zeit bekommen, und anschließend kann eine letzte Frist von 21 Tagen beginnen, in der 61 Abgeordnete einen Kandidaten vorschlagen können.

Benjamin Netanjahu rief zu einer Regierung der nationalen Einheit auf, der Parteien des nationalen Lagers und zionistische Parteien angehören würden. Eisenkot erwiderte, der Likud könne nur beitreten, wenn er öffentlich sein Bündnis mit Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich beende, seine Grundsätze akzeptiere und zustimme, in einer von ihm als Ministerpräsident geführten Regierung mitzuwirken. Von Arabern geführte Parteien haben Eisenkot unterstützt, auch wenn Teile seines Blocks es ablehnen, sich auf sie zu stützen, und auch ultraorthodoxe Parteien könnten ihm einen Weg zu einer Regierungsmehrheit eröffnen.

Als Nächstes: Isaac Herzog hält die Zeremonie am Sonntag, 8. November, um 17:00 Uhr in Jerusalem ab.

Nach Berichten von: Mediafax.ro, N-tv, Handelsblatt, Adnkronos, ANSA.it, europa press

3Konflikte

Russische Raketen beschädigen Kiewer Netz vor Abu-Dhabi-Gesprächen

Fortsetzung vom gestrigen Abend. Neu: Russische Angriffe beschädigten auch die Nordbrücke, und Deutschland sagte, es könne derzeit keine weiteren Patriot-Systeme schicken.

Russland griff Kyjiw und andere ukrainische Regionen in der Nacht mit ballistischen Raketen und Drohnen an, Stunden nachdem Wolodymyr Selenskyj gewarnt hatte, Moskau bereite einen weiteren großen Angriff auf die Infrastruktur vor. Ukrainische Behörden erklärten, Wohnhäuser, ein Kindergarten und andere Gebäude im Kyjiwer Bezirk Solomjanskyj seien durch Explosionen und Brände beschädigt worden. Wolodymyr Selenskyj sagte, 36 ballistische Raketen hätten Kyjiw und die umliegende Region zum Ziel gehabt, zudem seien 172 Drohnen gegen Kyjiw und zwölf weitere Regionen gestartet worden.

Gemeldete russische Waffen beim nächtlichen Angriff auf die UkraineWaffen
  • Ballistische Raketen auf die Region Kiew36
  • In der ganzen Ukraine gestartete Drohnen172

Der Angriff traf das Stromsystem an einer empfindlichen Stelle. Wolodymyr Selenskyj sagte, ein Umspannwerk, das die Atomkraftwerke Riwne und Chmelnyzkyj mit Kyjiw und der Zentralukraine verbindet, sei getroffen worden, weitere Umspannwerke seien in Winnyzja, Schytomyr, Riwne, Charkiw und Dnipropetrowsk beschädigt worden. Vitali Klitschko sagte, Energieanlagen in den Regionen Kyjiw und Schytomyr seien getroffen worden, wodurch die Hauptstadt mit schweren Versorgungsproblemen bei Strom, Heizung und Wasser zu kämpfen habe. Kyjiws Nordbrücke über den Dnipro wurde nach Beschädigungen gesperrt. Russlands Verteidigungsministerium erklärte, es habe die Brücke getroffen, und behauptete, sie sei für den Transport ukrainischer Waffen und militärischer Ausrüstung genutzt worden.

Der Mangel der Ukraine an Patriot-Systemen setzt ihrer Luftverteidigung nun harte Grenzen. Boris Pistorius sagte, Deutschland könne vorerst keine weiteren Patriot-Systeme schicken, weil dadurch Lücken beim Schutz Deutschlands entstünden, und forderte andere Partner auf, mehr beizutragen. Russland, die Ukraine und die Vereinigten Staaten sollen am Dienstag in Abu Dhabi zusammentreffen, während Donald Trump sagte, für Montag und Dienstag seien Gespräche und Telefonate geplant. Pistorius sagte, jede Einigung, die Washington und Moskau auf Kosten der Ukraine erzielten, wäre inakzeptabel.

Als Nächstes: Russland, die Ukraine und US-Unterhändler treffen sich am Dienstag, 10. November, in Abu Dhabi.

Nach Berichten von: Der Tagesspiegel, stern.de, Mediafax.ro, ANSA.it, Adnkronos, AP NEWS

4Regierung

Paraguay klagt Santiago Peña wegen Ueno-Bank-Kollaps an

Fortsetzung vom gestrigen Abend. Neu: Ermittler klagten Santiago Peña an, verlegten ihn auf eine Militärbasis und froren in dem Bankfall Vermögenswerte ein.

Paraguays Staatsanwaltschaft hat den früheren Präsidenten Santiago Peña angeklagt, nachdem der Senat ihn wegen des Zusammenbruchs der Ueno Bank abgesetzt hatte. Der Senat stimmte mit 44 gegen 1 Stimme für seine Absetzung, obwohl er bereits angeboten hatte, zurückzutreten, weil Oppositionsabgeordnete ihm die Immunität entziehen wollten. Vizepräsident Pedro Alliana wurde noch am selben Abend vereidigt und wird bis zum Ende der Amtszeit 2028 amtieren. Die Staatsanwaltschaft warf Santiago Peña Untreue als Anstifter und Misswirtschaft zum persönlichen Vorteil als Haupttäter vor.

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Personen, die Paraguays Staatsanwaltschaft wegen des Kollapses der Ueno Bank anklagt

Quellen: Notícias ao Minuto, Digi24, BBC

Der Bankenzusammenbruch hat aus einem politischen Skandal eine Krise für die Haushalte gemacht. Die Aufsichtsbehörden nahmen die Ueno Bank drei Tage vor der Abstimmung im Senat unter ihre Kontrolle, und Berichten zufolge verloren fast 3 Mio. Kunden den Zugang zu ihren Ersparnissen. Die Digitalbank meldete rund 3 Mio. Kunden in einem Land mit etwa 6,5 Mio. Einwohnern sowie rund 850 Mio. Dollar an verwalteten öffentlichen Mitteln. Die Staatsanwaltschaft sagt, öffentliche Einrichtungen und Pensionskassen hätten im September etwa 3,6 Bio. Guaraní, also fast 505 Mio. Euro, an Einlagen und Anlagen mit Ueno-Bezug gehalten. Die Zentralbank teilte mit, 1,2 Mio. Kunden hätten bis Samstag eine teilweise oder vollständige Erstattung versicherter Einlagen erhalten.

Santiago Peña wurde zunächst unter Hausarrest gestellt und dann auf einen Militärstützpunkt verlegt, während die Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft und das Einfrieren von Vermögenswerten beantragte. Carlos Carvallo, der frühere Chef der Zentralbank, stellte sich den Behörden; gegen ihn wurde ebenfalls Anklage erhoben. Hunderte Demonstranten versammelten sich vor Santiago Peñas Haus in Asunción und forderten Gefängnis statt Hausarrest, und die Polizei setzte Tränengas ein, nachdem es vor dem Anwesen zu Ausschreitungen gekommen war. Die Oppositionssenatorin Yolanda Paredes formulierte die Forderung unverblümt.

„Er muss gehen, aber nicht nach Hause. Er muss in ein Hochsicherheitsgefängnis.“

Yolanda Paredes

Nach Berichten von: Notícias ao Minuto, Digi24, BBC, ANSA.it, europa press, AP NEWS

5Konflikte

Europa untersucht falsche Bombendrohungen gegen Flüge und Redaktionen

Fortsetzung vom gestrigen Abend. Neu: Die Welle erfasste auch Redaktionen, und Europol sowie EU-Experten für Verkehrssicherheit setzten Treffen für nächste Woche an.

Europäische Polizeibehörden untersuchen eine Welle falscher Bombendrohungen, die über mehrere Tage hinweg Flüge, Flughäfen und Redaktionen betraf. Dutzende Flugzeuge wurden umgeleitet, geräumt oder durchsucht, Sprengstoff wurde nicht gefunden. Die Warnungen betrafen Flüge mit Bezug zu Frankreich, Tschechien, Bulgarien, Italien und Portugal, darunter ein Aer-Lingus-Flug von Dublin nach Rom, der von Kampfjets eskortiert auf einen französischen Militärstützpunkt umgeleitet wurde. Der Flughafen Prag meldete am Donnerstag Drohungen gegen vier Flüge und am Freitag gegen neun.

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Flüge mit Bombendrohungen am 3., 5. und 6. November laut Eurocontrol

Quellen: Il Messaggero, lastampa.it, G4Media.ro

Auch Redaktionen erhielten falsche Drohungen. Irlands RTÉ evakuierte nach einer Warnung seine Zentrale und setzte die Ausstrahlung aus, Bulgariens Nova TV erhielt eine ähnliche E-Mail, und Sky meldete einen Sicherheitsalarm. In einigen Fällen hatten E-Mails den Betreff „Botschaft an den Westen“ und stammten von einem Absender, der sich als Michail Andropow ausgab. Eine Drohung an den römischen Flughafen Fiumicino war von Male State, einer russischen Extremistengruppe, unterzeichnet, obwohl deren Gründer die Verantwortung bestritt und sagte, die Gruppe existiere nicht mehr.

Ermittler halten aufgrund von Motiv, Methoden und Präzedenzfällen eine russische Urheberschaft für die naheliegendste Hypothese, haben eine staatliche Steuerung aber nicht bewiesen. Die Behörden prüfen auch kremlnahe Aktivisten und Hackergruppen, und einige E-Mails kamen von anonymen Konten in mehreren Ländern. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen zu möglichen Verbindungen zu ausländischen Mächten ein, Europol berief für nächste Woche ein Treffen von Polizeibehörden ein, und auch EU-Experten für Verkehrssicherheit sollen zusammenkommen. Der Verkehrsökonom Andrea Giuricin sagte, die unmittelbaren Kosten seien moderat, doch Angst könne teuer werden.

„Die direkten Kosten für die Flüge liegen in der Größenordnung von einigen Millionen Euro.“

Andrea Giuricin

Als Nächstes: Europol und EU-Experten für Verkehrssicherheit treffen sich nächste Woche.

Nach Berichten von: Il Messaggero, lastampa.it, G4Media.ro, ANSA.it, Adnkronos, Al Jazeera Online

Was ansteht

Aus dieser Ausgabe

  • 1

    Staatstrauer läuft bis Montag, 9. November.

  • 2

    Isaac Herzog hält die Zeremonie am Sonntag, 8. November, um 17:00 Uhr in Jerusalem ab.

  • 3

    Russland, die Ukraine und US-Unterhändler treffen sich am Dienstag, 10. November, in Abu Dhabi.

  • 5

    Europol und EU-Experten für Verkehrssicherheit treffen sich nächste Woche.

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