Konflikte · Berlin, Kiew und Abu Dhabi

Deutschland kann der Ukraine vorerst keine weiteren Patriot-Systeme liefern, sagt Pistorius

Verteidigungsminister Boris Pistorius sagte der Berliner Morgenpost, Deutschland könne der Ukraine vorerst keine weiteren Patriot-Luftabwehrsysteme liefern. Die Ankündigung fiel mit einem russischen Angriff mit 36 ballistischen Raketen auf Kiew in der Nacht zusammen, wie Präsident Volodymyr Zelensky mitteilte.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Adnkronos, Deutsche Welle, Berliner Zeitung und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: MSC/Görlich, CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt). Archivbild, 2023
Wie es dazu kam
  1. 7.11.Pistorius sagt, Deutschland könne der Ukraine vorerst keine weiteren Patriot-Systeme liefern
  2. 10.11.Dreiseitige Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den Vereinigten Staaten am 10. und 11. November in Abu Dhabi angesetzt
  3. Mitte November 2026Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe, bei dem die Patriot-Lieferungen erörtert werden

Berlin: vorerst keine weiteren Patriot-Systeme

Deutschland kann der Ukraine vorerst keine weiteren Patriot-Luftabwehrsysteme liefern, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius in einem am Samstag, 7. November 2026, veröffentlichten Interview mit der Berliner Morgenpost. Deutschland hat bereits mehrere Patriot-Systeme und eine große Zahl gelenkter Raketen übergeben. Pistorius argumentierte, jede weitere Weitergabe würde Lücken in der deutschen Verteidigung hinterlassen, die sich das Land nicht leisten könne, weil Ersatz für jetzt abgegebenes Gerät erst mit zeitlicher Verzögerung eintreffen würde. Er fasste die Haltung in wenigen Worten zusammen.

„Mehr ist im Moment einfach nicht möglich.“

Boris Pistorius, Deutscher Verteidigungsminister

Pistorius sagte zudem, andere Länder hätten deutlich weniger getan als Deutschland, und Berlin erwarte, dass seine Partner mehr beitragen. Das Thema müsse beim nächsten Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe Mitte November mit großer Ernsthaftigkeit behandelt werden.

Russische Angriffe auf Kiew in der Nacht

In der Nacht zum Samstag griff Russland Kiew und die umliegenden Regionen mit mehreren Wellen von Raketen und Drohnen an. Nach Angaben der ukrainischen Behörden wurden wichtige Energieanlagen und eine Brücke über den Dnipro beschädigt. Zelensky sagte, die Hauptstadt stehe vor ernsten Problemen bei Strom, Wasser und Heizung, bei am Samstag nahezu frostigen Temperaturen. Russland habe bei den Angriffen 36 ballistische Raketen eingesetzt, und die ukrainische Luftabwehr habe nur vier davon abfangen können. Auch Energieanlagen in anderen Regionen wurden getroffen, und Russland erklärte, es habe Ziele der ukrainischen Rüstungsindustrie sowie Energie- und Verkehrsinfrastruktur angegriffen.

Ballistische Raketen beim russischen Angriff auf Kiew laut ZelenskyRaketen
Gestartet
36 Raketen
Abgefangen
4 Raketen

Daten aus dem Artikeltext

Patriot-Knappheit und der US-Verkauf

Die Vereinigten Staaten haben in der vergangenen Woche den Verkauf von 500 Patriot-Abfangraketen an die Ukraine genehmigt, mit einem geschätzten Wert von 2,1 Milliarden Dollar. Zelensky hat schnellere Verfahren gefordert und gewarnt, die Lieferungen könnten mehrere Jahre dauern. Reuters erwartet nach Angaben der Berliner Zeitung, dass die Abfangraketen erst Anfang der 2030er Jahre eintreffen. Sowohl die Patriot-Startgeräte als auch die Abfangraketen sind knapp, und das System ist eine der wenigen verfügbaren Waffen, die ballistische Raketen wirksam abwehren können.

Gespräche, Skepsis und Sicherheitsgarantien

Dreiseitige Verhandlungen zwischen der Ukraine, Russland und den Vereinigten Staaten sollen am Dienstag, 10. November, in Abu Dhabi beginnen, die Gespräche sind für den 10. und 11. November angesetzt. Zelensky sagte, es sei kein Zufall, dass Vladimir Putin beschlossen habe, die Angriffe gerade jetzt zu verstärken. Pistorius zeigte sich skeptisch und sagte, die Entwicklung der vergangenen Monate lasse wenig Hoffnung, dass die Regierung von Donald Trump schnell zu einem Waffenstillstand oder Frieden führen werde. Er warnte, ein Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland, das auf Kosten der Ukraine und ohne deren Beteiligung zustande komme, wäre für die Ukraine und für andere europäische Länder unannehmbar. Er fragte, wer die Sicherheit der Ukraine und die Einhaltung eines etwaigen Friedensabkommens garantieren solle.

„Niemand kann von den Europäern erwarten, dass sie das übernehmen, wenn sie nicht einmal Teil des Prozesses selbst sind.“

Boris Pistorius, Deutscher Verteidigungsminister

Pistorius fügte hinzu, auch Trump verstehe das.

Verluste, Hilfe und Wehrpflicht

Pistorius sagte, die russischen Streitkräfte machten am Boden keine Fortschritte und erlitten enorme Verluste, die er mit 30.000 bis 40.000 Soldaten pro Monat bezifferte. Von Agenturen gemeldete und von Il Fatto Quotidiano zitierte Zahlen beziffern die deutsche Hilfe für die Ukraine seit dem 24. Februar 2022 auf etwa 43,3 Milliarden Euro humanitäre Hilfe und 57,6 Milliarden Euro Militärhilfe. Die Bundeswehr hat inzwischen rund 190.000 Soldaten, der höchste Stand seit 13 Jahren, und Pistorius sagte, sie könne genug Menschen rekrutieren, ohne die Wehrpflicht wieder einzuführen. Er sagte, er verstehe die jungen Menschen, die zuletzt gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht protestiert hätten. Er warnte zudem, ein Stopp der Hilfe für die Ukraine, wie ihn die AfD wolle, würde Millionen Ukrainer nach Deutschland treiben.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Berlin, Kiew, Abu Dhabi · Deutschland, Ukraine, Vereinigte Arabische Emirate

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