Abend-Brief, Mittwoch, 27. Mai

Abendausgabe, Mittwoch, 27. Mai, 18:34.

Von KI erstellter Text. Wie dieser Text entsteht

Eine Ausgabe aus dem Archiv. Neueste Ausgabe

1Konflikte

Israel eliminiert neuen Hamas-Militärchef und setzt Muster gezielter Tötungen fort

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Israelische Streitkräfte töteten Mohammed Odeh, den neu ernannten Chef des militärischen Flügels der Hamas, bei einem Luftangriff auf Gaza-Stadt am Dienstag. Der Angriff zielte auf mehrere Gebäude im Viertel Rimal, die als sein Versteck dienten, nach monatelanger Geheimdienstüberwachung. Gesundheitsbeamte in Gaza berichteten, dass bei dem Angriff sechs Menschen getötet und mehr als 20 verletzt wurden. Ein Verwandter bestätigte, dass Odeh zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn starb.

Odeh hatte die Geheimdienstabteilung der Ezzedine al-Qassam-Brigaden zum Zeitpunkt des grenzüberschreitenden Angriffs am 7. Oktober 2023 geleitet und wurde vor etwa einer Woche ernannt, um Izz al-Din al-Haddad zu ersetzen, den Israel am 15. Mai getötet hatte. Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte, dass Odeh während der Planung des Angriffs die Geheimdienstabteilung der Hamas leitete.

„Odeh war einer der Hauptarchitekten des Massakers vom 7. Oktober.“

Benjamin Netanjahu

Odeh ist der vierte Anführer des militärischen Flügels der Hamas, der seit dem 7. Oktober 2023 getötet wurde. Zu seinen Vorgängern gehören Yahya Sinwar, Mohamed Sinwar und Izz al-Din al-Haddad. Von den 16 ranghohen Hamas-Militärkommandeuren, die von Israel als verantwortlich für die Infiltration am 7. Oktober identifiziert wurden, soll nur einer noch am Leben sein. Verteidigungsminister Israel Katz feierte die Operation und erklärte, dass Hamas keine zivile oder militärische Kontrolle mehr über Gaza ausüben werde.

Trotz eines seit Oktober 2025 bestehenden Waffenstillstandsabkommens kommt es fast täglich zu Gewalt. Das Gesundheitsministerium von Gaza berichtete, dass seit Inkrafttreten der Waffenruhe mindestens 906 Menschen getötet und 2.747 bei israelischen Angriffen verletzt wurden. Die Gesamtzahl der Todesopfer durch die israelische Offensive übersteigt nun 72.800 Palästinenser, mit über 172.800 Verletzten. Der Angriff vom 7. Oktober tötete auf israelischer Seite 1.221 Menschen, meist Zivilisten.

Stunden vor dem Angriff gab Israel bekannt, dass es seine Bodenoperationen im Libanon ausgeweitet habe, wo es gegen Hisbollah-Kämpfer kämpft. Israelische Streitkräfte bombardierten am Dienstag den Süden und Osten des Libanon mit mehr als 120 Luftangriffen und töteten dabei mindestens 31 Menschen. Ein israelischer Militärbeamter bestätigte, dass Truppen begonnen hätten, jenseits der sogenannten Gelben Linie zu operieren, einer vorgeschlagenen Pufferzone, die sich 5 bis 10 Kilometer in den Südlibanon erstreckt.

Nach Berichten von: Reuters, europa press, RFI, The Wall Street Journal, 20 minutos, Franceinfo

2Wahlen

Trump-gestützter Ken Paxton zermalmt John Cornyn in republikanischer Senats-Stichwahl in Texas

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Der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton gewann am Dienstag die Stichwahl der Republikaner um einen Sitz im US-Senat und besiegte den vier Amtszeiten lang amtierenden Senator John Cornyn mit einem Vorsprung von fast zwei zu eins. Das Rennen wurde mit 100 Millionen Dollar zur teuersten Vorwahl in der Geschichte des Senats. Präsident Donald Trump unterstützte Paxton gegenüber dem skandalgeplagten Generalstaatsanwalt – eine Entscheidung, die den Ausgang faktisch besiegelte.

Paxtons Sieg zwingt das republikanische Parteiestablishment, das ihn monatelang angegriffen hatte, widerwillig in die Reihe zu treten. Das NRSC, das Cornyn unterstützt hatte, entfernte seine Anti-Paxton-Beiträge aus den sozialen Medien und von der Website. Senator Tim Scott, der das Komitee leitet, griff den demokratischen Kandidaten James Talarico an, erwähnte Paxton jedoch bemerkenswerterweise nicht namentlich.

„Der Staat wird James Talarico nicht wählen.“

Tim Scott

Cornyn widmete seine verlorene Kampagne der Darstellung seiner selbst als treuer Diener des Präsidenten. Er twitterte ein Foto von sich, wie er „The Art of the Deal“ las, und brachte einen Gesetzesentwurf ein, um eine Autobahn in „Trump Interstate“ umzubenennen. Doch er hatte 2016 davor gewarnt, dass Trumps Nominierung der Partei schaden könnte, stimmte für die Bestätigung von Joe Bidens Wahlsieg 2020 und riet Trump privat davon ab, 2024 zu kandidieren. Diese schwachen Anzeichen von Untreue erwiesen sich als fatal.

Paxtons Belastungen umfassen eine lange Liste ethischer und rechtlicher Verstöße. Er wurde 2023 vom Repräsentantenhaus von Texas angeklagt, nachdem ihm Korruption vorgeworfen worden war, obwohl er später in einem Verfahren im Senat von Texas freigesprochen wurde. Außerdem wurde er wegen schweren Wertpapierbetrugs angeklagt. Doch aus Trumps Sicht stellt Paxtons Bilanz einen Vorteil dar. Der Präsident verlässt sich auf Verbündete, die seine Vorliebe für die Verletzung von Normen teilen.

James Talarico, ein demokratischer Abgeordneter auf Staatsebene und presbyterianischer Seminarist, steht nun vor einer texasgroßen Herausforderung in einem Staat, den Trump vor nur zwei Jahren mit 14 Punkten Vorsprung gewann. Talarico sammelte im ersten Quartal 2026 27 Millionen Dollar und hatte 10 Millionen Dollar Bargeld zur Verfügung.

„Ich habe eine gesetzgeberische Bilanz, die ich für sehr vielversprechend für Unterstützer von Senator Cornyn halte. Ken Paxton hat eine kriminelle Vergangenheit. Ich habe eine gesetzgeberische Bilanz.“

James Talarico

Nach Berichten von: Reuters, The Wall Street Journal, The Atlantic, The Independent, Bloomberg Business, Rolling Stone

3Regierung

Spanische Polizei durchsucht sozialistische Parteizentrale wegen ausweitender Korruptionsermittlung

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Beamte der Wirtschaftskriminalitätseinheit der Guardia Civil trafen am Mittwoch im Morgengrauen am Hauptsitz der regierenden spanischen Sozialistischen Partei in der Calle Ferraz in Madrid ein. Die Operation wurde vom Audiencia Nacional-Gericht im Rahmen einer von der richterlichen Geheimhaltung abgedeckten Untersuchung angeordnet. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf einen angeblichen Plan, die gerichtlichen Verfahren gegen die Partei oder die Regierung zu destabilisieren.

Sowohl das Gericht als auch Premierminister Pedro Sánchez betonten, dass es sich bei der Aktion um eine gerichtliche Anforderung bestimmter Dokumente und elektronischer Dateien handele, nicht um eine vollständige Polizeidurchsuchung. Sánchez betonte, die Partei kooperiere vollumfänglich.

„Die gestrige Anforderung von Dokumenten stellte keine Polizeidurchsuchung dar. Die Partei kooperiert vollumfänglich mit den Gerichten und hat absoluten Respekt vor der Justiz.“

Pedro Sánchez

Der Ermittlungsrichter Santiago Pedraz leitet die Untersuchung, die sich auf den ehemaligen Organisationssekretär der PSOE, Santos Cerdán, sowie andere Parteifunktionäre, Anwälte, einen Geschäftsmann und einen Polizeibeamten konzentriert. Die Anordnung des Richters umfasste auch Durchsuchungen der Wohnungen von Cerdán in Navarra, des ehemaligen andalusischen sozialistischen Führers Gaspar Zarrías in Madrid und des Geschäftsmanns Javier Pérez Dolset. Der Richter ermittelt wegen des Verdachts auf Straftaten wie kriminelle Organisation, Bestechung, Geheimnisverrat, Verleitung zur Falschaussage und Einflusshandel.

Die Ermittlungen konzentrieren sich auf ein mutmaßliches System, bei dem Zahlungen aus der Führung der PSOE, getarnt durch gefälschte Rechnungen, an Leire Díez und ihr Umfeld im Austausch für Informationen über Fälle, die Sánchez' Umfeld seit 2024 betreffen, geleistet wurden. Der Fall betrifft auch einen ehemaligen UCO-Agenten, der zuvor in der Geldwäschegruppe tätig war.

Die PSOE wird von einer Reihe von Korruptionsskandalen geplagt. Letzte Woche gab das Oberste Gericht bekannt, dass es den ehemaligen sozialistischen Premierminister José Luis Rodríguez Zapatero wegen des Verdachts untersucht, ein Netzwerk zum Einflusshandel und zur Geldwäsche zu leiten. Die Opposition hat die Skandale aufgegriffen, wobei der konservative Führer Alberto Núñez Feijóo sagte, Sánchez' Regierung „stinke“ nach Korruption, und seine Forderung nach vorgezogenen Neuwahlen erneuerte.

Nach Berichten von: ANSA.it, Reuters, The Irish Times, RFI, stern.de, France 24

4Sicherheit

Fünf von sieben verschütteten Goldgräbern in Laos nach einwöchigem Höhlen-Ordeal lebend gefunden

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Fünf der sieben Goldgräber, die in einer überfluteten Höhle in Laos eingeschlossen waren, wurden lebend gefunden, was bei den erschöpften Rettungskräften Jubelszenen auslöste. Die Männer wurden am Mittwochnachmittag in einem abgelegenen Höhlensystem im Distrikt Longchaeng der Provinz Xaisomboun, etwa 130 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Vientiane, lokalisiert.

„Um 16:30 Uhr haben wir unser Ziel erreicht. Wir haben fünf Personen gefunden. Wir suchen noch nach den anderen beiden.“

Kengkaj Bangkaowong

In sozialen Medien geteilte Videos zeigten, wie Retter sich umarmten und vor Erleichterung weinten, als sie die Überlebenden fanden. Die Männer wurden sitzend auf einem Felsen entdeckt, umgeben von Wasser und mit Stirnlampen. Der finnische Höhlentaucher Mikko Paasi, der an der Operation teilnahm, beschrieb den Moment als unglaubliches Gefühl und stellte fest, dass die Männer gesund und guter Laune schienen.

Die Gruppe von zehn Dorfbewohnern war am 19. Mai in die Höhle eingestiegen, um nach Gold zu suchen, als heftige Regenfälle eine plötzliche Sturzflut und einen teilweisen Höhleneinsturz auslösten und ihren Ausgang blockierten. Drei Mitglieder der Gruppe konnten entkommen, bevor das Wasser anstieg, und alarmierten die Behörden. Die verbliebenen sieben waren seitdem eingeschlossen, ohne direkten Kontakt bis zum Durchbruch am Mittwoch.

Rund 100 Einsatzkräfte, darunter Soldaten, Taucher, Sanitäter und zivile Freiwillige aus Laos und Thailand, waren an dem rund um die Uhr laufenden Einsatz beteiligt. Teams pumpten ununterbrochen Wasser ab, um den Wasserstand zu senken und sicherere Zugangsbedingungen zu schaffen. Bis Dienstag waren die Wasserstände deutlich gesunken, sodass die Teams bis auf 20 bis 30 Meter an die vermutete Stelle vorrücken konnten.

Während die fünf aufgefundenen Männer als sicher gemeldet werden, bleiben sie in der sogenannten Endkammer der Höhle eingeschlossen. Den Rettern ist es gelungen, sie mit Nahrung und Wasser zu versorgen, aber die eigentliche Bergung wird als äußerst schwierig eingeschätzt. Die Suche nach den beiden verbliebenen vermissten Dorfbewohnern geht weiter. Die dramatische Rettungsaktion wird mit der Rettung aus der Höhle Tham Luang in Thailand im Jahr 2018 verglichen.

Nach Berichten von: Reuters, ANSA.it, The Independent, Rai news, LaSexta, Franceinfo

5Sicherheit

Deutsches Gericht verurteilt Ex-RAF-Militante Daniela Klette zu 13 Jahren Haft für bewaffnete Raubüberfälle

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Das Landgericht Verden verurteilte am Mittwoch die ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette zu 13 Jahren Haft wegen einer Serie bewaffneter Raubüberfälle. Die 67-Jährige wurde wegen sechs Fällen schweren Raubes sowie erpresserischen Menschenraubs und Waffendelikten für schuldig befunden. Die zwischen 1999 und 2016 verübten Raubüberfälle fanden nach der Auflösung der RAF statt und dienten der Finanzierung des Lebens im Untergrund von Klette und ihren Komplizen.

Klette entging über 30 Jahre lang der Festnahme, indem sie unter falschen Identitäten im Berliner Bezirk Kreuzberg lebte. Sie wurde im Februar 2024 festgenommen, nachdem ein investigativer Journalist sie mithilfe von Gesichtserkennungssoftware aufgespürt hatte. Die Polizei fand ein Waffenlager, eine Panzerfaust-Attrappe, gefälschte Dokumente, Perücken, Goldbarren und Zehntausende Euro Bargeld in ihrer Wohnung.

Gemeinsam mit Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub überfiel sie Geldtransportfahrzeuge und Supermärkte in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Das Trio erbeutete Berichten zufolge über zwei Millionen Euro. Garweg und Staub sind weiterhin flüchtig. Die Staatsanwaltschaft hatte eine 15-jährige Haftstrafe gefordert, während die Verteidigung auf Freispruch oder Bewährungsstrafe plädierte.

Der 14-monatige Prozess fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in einer umgebauten Reithalle in Eitze statt und kostete 3,6 Millionen Euro. Als das Urteil verlesen wurde, brandeten Buhrufe und Rufe wie „Freiheit für Daniela“ aus dem Zuschauerraum auf, und viele reckten geballte Fäuste in die Höhe. Klette wirkte ruhig, lächelte jedoch und erhob ebenfalls die Faust. Ihr Verteidiger kündigte umgehend Revision beim Bundesgerichtshof an.

„Unserer Ansicht nach waren die Bedingungen für ein faires, rechtsstaatliches Verfahren nicht durchgehend erfüllt.“

Lukas Theune

Die Rote Armee Fraktion, auch bekannt als Baader-Meinhof-Gruppe, tötete zwischen 1970 und 1991 34 Menschen bei Bombenanschlägen, Entführungen und Morden, bevor sie sich 1998 offiziell auflöste. Die deutschen Behörden bestehen darauf, dass ungeklärte Fälle aus der RAF-Ära weiter verfolgt werden müssen, und das Urteil gegen Klette wird als Schritt in Richtung vollständiger Aufarbeitung angesehen.

Nach Berichten von: Reuters, Frankfurter Allgemeine, stern.de, Deutsche Welle, Süddeutsche Zeitung, Der Tagesspiegel

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