BerichtZugkollision in Spanien

Verkehr · Urda und Madrid

Zugunglück bei Urda in Toledo fordert 69 Todesopfer; Spaniens Verkehrsminister schließt Rücktritt aus

Ein Renfe AVE und ein Iryo sind am Mittwoch, 28. Oktober, bei Urda zusammengestoßen; nach Angaben der Regierung von Kastilien-La Mancha kamen dabei 69 Menschen ums Leben. Die vorläufige Rekonstruktion deutet auf einen Ausfall der Signaltechnik und eine Anweisung aus der Leitstelle hin.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von europa press und Adnkronos. Geändert . So entsteht er

Pollar Films · aufgenommen am 30. Okt.

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

ErklärtSynthetische Stimme (KI)

Wie viele Menschen starben beim Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge in der Provinz Toledo?

Kurz gefasst

Urda, Madrid · Spanien
Wie es dazu kam
  1. 28.10.Iryo 6076 verlässt Madrid-Puerta de Atocha mit 147 Fahrgästen
  2. 28.10.AVE 2080 verlässt denselben Bahnhof mit 397 Fahrgästen in Richtung Sevilla-Santa Justa
  3. 28.10.Ein IT-Problem legt die LZB-Signaltechnik auf einem 63 Kilometer langen Abschnitt lahm, sechs Züge halten an
  4. 28.10.Die Leitstelle Atocha weist den Fahrer des AVE 2080 an, die Fahrt mit normaler Geschwindigkeit fortzusetzen

Was am 28. Oktober geschah

Der Unfall ereignete sich am Mittwoch, 28. Oktober, in Urda in der Provinz Toledo und betraf zwei Hochgeschwindigkeitszüge, einen Renfe AVE und einen Iryo. Der Iryo 6076 verließ Madrid-Puerta de Atocha um 7.54 Uhr mit 147 Fahrgästen, darunter ein Baby. Der AVE 2080 verließ denselben Bahnhof um 8.00 Uhr mit 397 Fahrgästen in Richtung Sevilla-Santa Justa, wo er um 10.39 Uhr ankommen sollte. Die Regierung von Kastilien-La Mancha gab 69 Tote und etwa 40 Verletzte an; auch am Freitagnachmittag, dem 30. Oktober, lag die Zahl der Todesopfer weiterhin bei 69.

Ein Ausfall der Signaltechnik und eine Anweisung der Leitstelle

Um 8.31 Uhr brachte ein IT-Problem das Signal- und Sicherungssystem LZB auf einem 63 Kilometer langen Abschnitt zum Ausfallen, woraufhin sechs Züge in diesem Bereich automatisch anhielten. Verkehrsminister Óscar Puente sagte, die LZB sei in diesem Jahr auf dieser Strecke 170 Mal und auf genau diesem Abschnitt 13 Mal ausgefallen. Sowohl der AVE als auch der Iryo kamen innerhalb desselben Abschnitts zum Stehen, in dem bei einem Ausfall der LZB ein bakengestütztes Ersatzsystem übernimmt. In diesem eingeschränkten Betrieb liegt die Verkehrssteuerung bei der Leitstelle, wenngleich automatisierte Funktionen weiterhin unterstützen. Fünf Minuten nach dem Ausfall, um 8.36 Uhr, wies die Leitstelle Atocha den Fahrer des AVE 2080 an, die Fahrt mit normaler Geschwindigkeit fortzusetzen, obwohl der Fahrer die Fahrdienstleiter bereits gewarnt hatte, dass sich ein weiterer Zug im selben Abschnitt befand. Die Rekonstruktion stützt sich auf den vorläufigen Bericht der Eisenbahnunfall-Untersuchungskommission (AITAT) und auf Informationen von Puente.

Minister schließt Rücktritt aus

Óscar Puente schloss bei einer Pressekonferenz im Verkehrsministerium einen Rücktritt aus und sagte, verantwortungsvoll zu handeln bedeute, sich der Situation zu stellen. Die Forderung nach seinem Rücktritt müsse an den Fakten gemessen werden und nicht am intensiven Druck des Augenblicks. Er sagte, die Untersuchung laufe noch, und sein Vertrauen in Adif, die öffentliche Gesellschaft, die Spaniens Schienennetz betreibt, und in deren Mitarbeiter sei uneingeschränkt, auch wenn niemand unfehlbar sei. Puente bezeichnete den Unfall als Tragödie, der man sich stellen müsse, und sagte, Aufgabe des Ministeriums sei es, Probleme zu lösen und Erklärungen zu liefern.

„Tragödien geschehen, und wir müssen uns ihnen stellen.“

Óscar Puente, Spanischer Verkehrsminister

Zur Verantwortung legte Puente dar, wie mit etwaigen Erkenntnissen nach Abschluss der Untersuchung umgegangen würde.

„Wenn es Mängel bei Kontrollen oder in der Organisation gegeben hat und wenn es individuelle Verantwortlichkeiten gegeben hat, werden diese über die entsprechenden Wege verfolgt.“

Óscar Puente, Spanischer Verkehrsminister

Die Opfer und ihre Angehörigen

Unter den Toten ist eine in Figueres geborene Katalanin, die nach Angaben der Stadtverwaltung von Figueres zwölf Jahre lang für das Modeunternehmen Mango gearbeitet hatte. Der katalanische Regierungschef Salvador Illa drückte öffentlich seiner Familie und seinen Freunden sein Beileid aus. Ein 51-jähriger Geschäftsmann aus Granada, der in Madrid lebte, saß auf Platz 13 C in Wagen 7 des AVE; seine Angehörigen hatten in sozialen Netzwerken Aufrufe geteilt, um ihn zu finden, bevor der Familie mitgeteilt wurde, dass er gestorben war. Die Familie eines Stierkampfmanagers, des Apoderado des Toreros Pablo Aguado, bestätigte am Freitag, dass er unter den Toten ist, nachdem sie nach eigenen Worten zwei sehr harte Tage der Ungewissheit durchlebt hatte.

Vergleich mit früheren Unglücken

Das Unglück von Urda ist nun der zweit schwerste Eisenbahnunfall seit 2013, hinter der Entgleisung des Alvia in Angrois bei Santiago de Compostela, bei der 80 Menschen starben und 145 verletzt wurden. Es übersteigt auch das Unglück von Adamuz (Córdoba) vom 18. Januar, bei dem 46 Menschen starben und 152 verletzt wurden. Die AITAT bleibt die Untersuchungsbehörde für das Unglück von Urda.

Todesopfer bei schweren spanischen Eisenbahnunfällen seit 2013Tote
Unglück von Angrois (2013)
80 Tote
Unglück von Urda (28. Oktober)
69 Tote
Unglück von Adamuz (18. Januar)
46 Tote

Daten aus dem Artikeltext

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Quellen und Kontext

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