Kurz gefasst
- 16.10.Die Werbeoffensive von Atresmedia für den Puente-Auftritt beginnt
- 20.10.Die AVDA verurteilt den Werbespot als Verhöhnung
- 21.10.Das Puente-Interview soll bei Cara al Show ausgestrahlt werden
Der Werbe-Sketch
„Cara al Show", die Satiresendung, die Marc Giró auf La Sexta moderiert, hat einen Werbeclip für ihr Interview mit Verkehrsminister Óscar Puente veröffentlicht, das für Mittwoch, 21. Oktober, angesetzt ist. In der rund einminütigen Szene steigt Puente in den fiktiven Aufzug der Sendung, der anschließend stecken bleibt. Er greift zum Handy, um einen Tweet abzusetzen, und scherzt, man habe mit Renfe ja noch nicht genug Ärger gehabt. Nachdem eine Off-Stimme einen Spannungsabfall verantwortlich macht und der Aufzug wieder anläuft, beginnen alle in der Kabine zu tanzen, der Minister eingeschlossen. Puente teilte den Clip später über sein eigenes X-Konto mit dem Satz „Wenn ich das überlebe...".
Opferverband verurteilt den Sketch
Die Vereinigung der Opfer des Zugunglücks von Adamuz (AVDA) verurteilte den Clip und nannte ihn in einem an die Medien verschickten Video eine „Verhöhnung". Ihr Präsident Mario Samper sagte, der Verband empfinde Trauer, Bestürzung und Empörung über das, was er als Fernsehsketch beschrieb, der sich über die Lage von Renfe lustig mache. Der Scherz sei geschmacklos, wenn man bedenke, dass bei dem Unglück von Adamuz in der Provinz Córdoba am 18. Januar 2025 46 Menschen starben und viele Familien und Verletzte noch immer unter den Folgen leiden.
„Er zeigt erneut seine absolute Gefühllosigkeit und seine absolute Unfähigkeit, ein Ministerium zu führen.“
Samper fand es zudem unfassbar, dass Puente weiterhin das Ministeramt innehat, während er öffentlich sagt, es sei möglich, dass er den Regierungschef beerben könnte. Die Mitteilung des Verbands endete mit der Verurteilung solcher Äußerungen.
„Alles erscheint uns unfassbar, und wir verurteilen diese Art von Äußerungen aufs Schärfste.“
Politische und öffentliche Reaktionen
Auch der Vox-Vorsitzende Santiago Abascal kritisierte den Clip in einem Beitrag auf X, wie ABC berichtet; demnach warf er Puente vor, über den Zustand der Gleise zu lachen. Im Netz gingen die Reaktionen auseinander. Viele Nutzer hielten den Verweis auf Renfe so kurz nach dem Unglück für unangebracht, andere argumentierten, es handle sich schlicht um einen Fernsehsketch ohne direkten Bezug zu dem Unfall. Das Social-Media-Konto der Sendung wurde mit Beleidigungen und Ablehnung überschwemmt, die sich sowohl gegen Puente als auch gegen den Moderator richteten. La Razón berichtet, der Clip habe binnen Stunden nach seiner Veröffentlichung Tausende Aufrufe erreicht.
Ausstrahlung und Hintergrund
Laut El Mundo soll das Interview am Mittwoch, 21. Oktober, um 23:00 Uhr auf La Sexta laufen. Zu den für diese Ausgabe angekündigten Gästen zählen der Sänger Fito Páez und die Moderatorin María Patiño. eldiario.es berichtet, die Werbeoffensive von Atresmedia für den Auftritt laufe seit Freitag, 16. Oktober, also wenige Wochen vor den Wahlen am 29N. Das Zugunglück vom 18. Januar 2025 bleibt der Hintergrund des Streits, und Berichte über das Unglück halten fest, dass viele Überlebende noch immer an den Folgen tragen.