Verkehr · Ourda und Madrid
Zwei Züge stoßen bei Toledo in Spanien zusammen – mindestens 74 Tote und rund 200 Verletzte
Ein Zug der Renfe ist am Mittwoch, 28. Oktober, bei Ourda in der Provinz Toledo auf einen stehenden Zug der Iryo aufgefahren. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf einen Ausfall des Sicherungssystems und eine Fahrterlaubnis, die aus der Betriebszentrale Atocha in Madrid erteilt wurde.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von H Kαθημερινή, iefimerida.gr, in.gr und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Das Innenministerium gab die Zahl der Toten mit 74 an, nachdem über Nacht sechs weitere Opfer gezählt worden waren; zuvor waren am Mittwochabend 69 Leichen geborgen worden. Von den rund 500 Menschen an Bord wurden etwa 200 verletzt.
Das LZB-System fiel um 08:30 Uhr auf einem 63 km langen Abschnitt aus, wie El Pais berichtet; der Renfe-Zug prallte um 08:54 Uhr auf den stehenden Iryo-Zug, nachdem er etwa 25 km hinter ihm gefahren war.
Iryos Vorstandsvorsitzender warnte am 5. Oktober im Senat vor Unterbrechungen der LZB-Kommunikation; 23 Tage später ereignete sich das Unglück von Ourda. Quellen bei Adif machten laut ABC das veraltete System verantwortlich.
Ein Protest der Gewerkschaft Solidaridad in Madrid forderte den Rücktritt Puentes, während Oppositionsführer Alberto Nunez Feijoo sagte, die Öffentlichkeit habe ein Recht, über die Eisenbahnsicherungssysteme informiert zu werden.
- 28.10.Das Sicherungssystem LZB fällt auf einem 63 km langen Abschnitt aus und stoppt sechs Züge
- 28.10.Die Adif-Betriebszentrale Atocha erteilt die erste Anweisung
- 28.10.Die Iryo-Lokführerin meldet, dass sie das Sicherungssystem nicht steuern kann
- 28.10.Der Renfe-Zug stößt mit dem stehenden Iryo-Zug zusammen
Was geschah
Ein Hochgeschwindigkeitszug der Renfe ist am Mittwoch, 28. Oktober, um 08:54 Uhr bei Ourda in der Provinz Toledo auf das Heck eines stehenden Zuges der Iryo auf der Strecke Madrid–Sevilla aufgefahren. Der Renfe-Zug prallte mit hoher Geschwindigkeit auf den wartenden Iryo-Zug, der führende Wagen des Renfe-Zuges wurde in den letzten Wagen des Iryo-Zuges geschoben. Beide Wagen kamen am Fuß des Bahndamms auf dem Dach liegend zum Stillstand, wie die unabhängige Unfallermittlungsstelle AITAT mitteilte.
Das Innenministerium gab über Nacht bekannt, dass sechs weitere Opfer gezählt worden seien, womit die Zahl der Toten auf 74 stieg. Am Mittwochabend waren zunächst 69 Leichen geborgen worden. Von den rund 500 Menschen in den beiden Zügen wurden etwa 200 verletzt, rund 100 von ihnen wurden in Krankenhäusern in der Region und in Madrid behandelt. Das Ministerium meldete zudem 67 Anfragen von Angehörigen, die noch nach Verwandten suchen, und erklärte, die Behörden identifizierten weiterhin 52 Leichen. Spanien rief ab dem 29. Oktober eine dreitägige Staatstrauer aus.
- Fahrgäste in beiden Zügen (ca.)
- 500 Personen
- Verletzte (ca.)
- 200 Personen
- Im Krankenhaus (ca.)
- 100 Personen
- Tote (jüngste Zählung des Innenministeriums)
- 74 Personen
Daten aus dem Artikeltext
Signalausfall und Handeln der Lokführer
Das Sicherungssystem LZB, das die Zuggeschwindigkeit automatisch regelt und Bremsungen auslösen kann, fiel um 08:30 Uhr wegen einer Störung in seinem Informationssystem aus. Der Ausfall betraf einen Streckenabschnitt, den El Pais nach Angaben griechischer Medien mit 63 km bezifferte, während Verkehrsminister Oscar Puente von einem Halt auf 69 km sprach. Sechs Züge wurden gestoppt, darunter die beiden am Unglück beteiligten.
Laut El Pais versuchte die Iryo-Lokführerin zweimal, das LZB-System auf Anweisung der Betriebszentrale von Adif neu zu starten; jeder Versuch dauerte drei bis vier Minuten, insgesamt etwa acht Minuten. Nach dem zweiten erfolglosen Versuch wandte sie sich an die Iryo-Betriebszentrale und bat um Unterstützung durch den Instandhaltungsdienst. Zudem teilte sie der Verkehrsleitstelle von Adif zweimal mit, dass ihr Zug noch vor dem Einfahrsignal des Bahnhofs Ourda stehe.
Puente zufolge erhielt etwa zwölf Minuten vor der Meldung der Iryo-Lokführerin um 08:48 Uhr ein Renfe-Lokführer die Anweisung, das LZB-System ab- und wieder anzukoppeln und anschließend im seitlichen Signalsystem BSL weiterzufahren. Die Betriebszentrale Atocha in Madrid habe dem Renfe-Zug dennoch eine Fahrterlaubnis unter Bedingungen erteilt, die er als ungeklärt bezeichnete, und der Renfe-Zug sei 25 km gefahren, bevor er auf den Iryo-Zug prallte. Die Angaben zur Geschwindigkeit weichen voneinander ab: Die AITAT gab für den Renfe-Zug 160 bis 200 km/h an, NewsIT nannte einen Wert von über 190 km/h.
Frühere Warnungen und das Unglück im Januar
Am 5. Oktober hatte Iryo-Chef Fabrizio Favara im spanischen Senat erklärt, jede Unterbrechung der Kommunikation zwischen einem Zug und der streckenseitigen Anlage stoppe den Zug, und die Wiederherstellung der Verbindung dauere erhebliche Zeit. Er bezeichnete das LZB-System als sicher, aber veraltet. 23 Tage später ging dem Unglück von Ourda eine Störung in genau diesem System voraus.
El Mundo berichtete, die Leitstelle Atocha habe die nationale Eisenbahnsicherheitsbehörde im Mai auf Risiken durch extreme Übermüdung des Personals hingewiesen. ABC machte unter Berufung auf Quellen bei Adif das veraltete LZB-System verantwortlich, das anfällig für häufige Störungen sei. ABC wies zudem darauf hin, dass sich das Unglück neun Monate nach einem Unfall im Januar bei Adamuz ereignete, bei dem auf derselben Strecke 46 Menschen starben und dieselben Betreiber beteiligt waren.
Politische Reaktionen und Ermittlungen
Maria Karystianou, Vorsitzende der griechischen Partei Hoffnung für die Demokratie, schrieb auf X, die Bilder aus Toledo erinnerten sie an die Eisenbahnkatastrophe von Tempi in Griechenland, und forderte politische und strafrechtliche Verantwortung. Sie schrieb: „Die Züge sind keine fahrbaren Särge für unsere Kinder.“
Die Gewerkschaft Solidaridad, die der spanischen Partei Vox nahesteht, veranstaltete am Mittwochabend eine Protestkundgebung in Madrid und forderte den Rücktritt Puentes; Bereitschaftspolizei wurde eingesetzt. Alberto Nunez Feijoo, Vorsitzender der oppositionellen konservativen Volkspartei, die bei der für den 29. November angesetzten Parlamentswahl als Favorit gilt, sagte, Spanien habe ein Recht zu erfahren, wie es um seine Infrastruktur und seine Sicherungssysteme bestellt sei. Die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sanchez gerät vor der Wahl zunehmend unter Druck.
Die Guardia Civil eröffnete ein Ermittlungsverfahren zum Vorgehen der Betriebszentrale Atocha. Die AITAT war gemeinsam mit der Polizei und den Bahnunternehmen an der Sicherstellung der Ereignisrekorder (Blackboxen) beider Züge beteiligt, die nun bewacht werden.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- H KαθημερινήEmpörung und Suche nach Verantwortlichen in SpanienΑγανάκτηση και αναζήτηση ευθυνών στην Ισπανία · Original auf Griechisch
- iefimerida.grSpanien: „Als wäre ich wiedergeboren“ sagt Überlebender der Bahntragödie mit 69 Toten - „Die Szenerie war katastrophal“Ισπανία: "Σαν να ξαναγεννήθηκα" λέει επιζών της σιδηροδρομικής τραγωδίας με τους 69 νεκρούς -"Το σκηνικό ήταν ολέθριο" · Original auf Griechisch
- in.grMaria Karystianou über die Tragödie in Spanien und Erinnerungen an TempiΜαρία Καρυστιανού για την τραγωδία στην Ισπανία και τις μνήμες από τα Τέμπη · Original auf Griechisch
- in.grSpanien: Zweite Nacht der Suche am „Ground Zero“ des BahnunglücksΙσπανία: Δεύτερη νύχτα ερευνών στο "σημείο μηδέν" του σιδηροδρομικού δυστυχήματος - Υπό πίεση η κυβέρνηση Σάντσεθ · Original auf Griechisch
- Oscar Puente
- Spanischer Verkehrsminister, der die Darstellung der Regierung zum Signalausfall und zur Fahrterlaubnis vortrug
- Alberto Nunez Feijoo
- Vorsitzender der oppositionellen konservativen Volkspartei Spaniens
- Pedro Sanchez
- Spanischer Ministerpräsident, dessen Regierung nach dem Unglück unter Druck steht
- Maria Karystianou
- Vorsitzende der griechischen Partei Hoffnung für die Demokratie, die das Unglück auf X kommentierte
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