Verkehr · Urda und Madrid

Zwei Hochgeschwindigkeitszüge bei Urda in Spanien kollidiert – mindestens 68 Tote gemeldet

Ein Renfe AVE fuhr am 28. Oktober auf der Strecke Madrid–Sevilla bei Urda auf einen stehenden Iryo-Zug auf. Verkehrsminister Óscar Puente macht menschliches Versagen verantwortlich; die Bahngewerkschaften weisen das zurück.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von POLITICO, La Razón, EL PAÍS und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Urda, Madrid · Spanien
Wie es dazu kam
  1. 28.10.Iryo-Zug verlässt Atocha mit 147 Fahrgästen in Richtung Sevilla
  2. 28.10.Renfe AVE 2080 verlässt Atocha mit 378 Menschen an Bord
  3. Gegen 08:30 Uhr, 28. OktoberSignaltechnik fällt im Streckenabschnitt Urda aus

Was auf der Strecke geschah

Ein Iryo-Zug verließ den Bahnhof Atocha in Madrid um 07:54 Uhr mit 147 Fahrgästen in Richtung Sevilla, wo er um 10:46 Uhr ankommen sollte. Der achtteilige Zug war zu 31 Prozent ausgelastet. Sechs Minuten später, um 08:00 Uhr, verließ ein Renfe AVE 2080 Atocha in Richtung des Bahnhofs Santa Justa in Sevilla mit 378 Menschen in sieben Wagen – ein nach Angaben fast voll besetzter Zug. Gegen 08:30 Uhr fiel in dem Streckenabschnitt Urda in der Provinz Toledo die Signaltechnik aus, wo das automatische Zugsicherungssystem LZB seit der Eröffnung der Strecke im Jahr 1992 in Betrieb war. Die Quellen nennen nicht den genauen Zeitpunkt des Aufpralls, doch der Renfe AVE fuhr auf den Iryo-Zug auf, der auf der Strecke zum Stehen gekommen war.

Fahrgäste in den beiden Zügen bei der AbfahrtPersonen
Iryo-Zug (Abfahrt Atocha 07:54)
147 Personen
Renfe AVE 2080 (Abfahrt Atocha 08:00)
378 Personen

Daten aus dem Artikeltext

Ministerium macht menschliches Versagen verantwortlich

Verkehrsminister Óscar Puente führte das Unglück auf menschliches Versagen zurück. Laut El Mundo verwies er auf einen Mitarbeiter im Stellwerk von Atocha, der den Renfe-Zug angewiesen habe, die Fahrt normal fortzusetzen, obwohl der Iryo weiter vorn auf der Strecke noch stand. La Razón berichtet, Puente habe zudem einen Kommunikationsausfall zwischen den Rechnern des Netzes angeführt. Die CSIF erklärt, der Minister habe einen anfänglichen Fehler im IT-System eingeräumt, sich aber der Verantwortung entzogen. Vicente Almenar, auf nationaler Ebene für den Fahrbetrieb zuständiger Vertreter der Bahngewerkschaft UGT, wies diese Darstellung zurück.

„Menschliche Fehler passieren, wenn man nicht das Material hat, das man für seine Arbeit braucht.“

Vicente Almenar

Jorge Iglesias, pensionierter Ingenieur und früherer Leiter des Interoperabilitätslabors beim staatlichen Prüfinstitut Cedex, das Zugsicherungssysteme testet, argumentierte, ein Zug dürfe nicht zur Fahrt freigegeben werden, solange seine automatische Zugsicherung nicht aktiv sei. Die Entscheidung, dies dennoch zuzulassen, sei von jemandem getroffen worden und kein Zufallsfehler.

Gewerkschaften fordern den Rücktritt des Ministers

Die CSIF, Spaniens größte Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes, angeführt von Miguel Borra, forderte am 28. Oktober den Rücktritt Puentes. Die Gewerkschaft warf ihm vor, einen Bahnmitarbeiter zum Sündenbock zu machen, und verlangte von der Regierung, die Unschuldsvermutung des inzwischen unter Ermittlungen stehenden Adif-Verkehrsleiters zu achten.

„Wir fordern, dass die Regierung die Ermittlungen und die Unschuldsvermutung des Adif-Verkehrsleiters respektiert.“

CSIF

Die CSIF zitierte zudem Ministerpräsident Pedro Sánchez mit der Feststellung, Spanien erlebe binnen weniger als eines Jahres eine zweite Bahnkatastrophe. Die Gewerkschaft erklärte, Adif-Beschäftigte hätten Schichten von bis zu zwölf Stunden und fünf Nächte in Folge gearbeitet – ein Problem, das sie bereits im September angesprochen habe.

Warnungen vor Übermüdung und frühere Unglücke

El País berichtet, das Unglück ereignete sich rund neun Monate nach dem Unfall von Adamuz (Córdoba), bei dem 46 Menschen starben, und nach dem Tod eines Fahrschülers bei einer Kollision in Gelida (Barcelona) im Januar. El Mundo berichtet, die Sindicato de Circulación Ferroviario (SCF) habe am 6. Mai ein Schreiben an Pedro María Lekuona, den Direktor der staatlichen Eisenbahn-Sicherheitsbehörde AESF, geschickt. Der von José Carlos Gutiérrez unterzeichnete Brief warnte, Übermüdung des Stellwerkpersonals könne die Sicherheit gefährden. Dieselbe Sorge hatte die Gewerkschaft bereits im April 2021 geäußert. Nach Angaben der Gewerkschaft genehmigte Adif die entsprechende technische Anweisung erst im November 2025 und dies ohne Beteiligung der Arbeitnehmervertreter.

Offene Fragen

Erste Berichte besagten, der Fahrer des Renfe AVE und ein mit ihm reisender Fahrschüler seien nicht gefunden worden. Die Ermittlungen hätten nach Angaben der CSIF gerade erst begonnen. Eine Quelle bei Adif und Renfe sagte El Confidencial, die Untersuchung müsse klären, welche Anweisungen die Fahrer erhielten, ob die Sicherheitsbedingungen eingehalten wurden und welches Unternehmen für welchen Schritt die Verantwortung trug.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen